Sonntag , 4. Dezember 2022
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Die Abwassergebühr wird für die Adendorfer im kommenden Jahr sinken, gehört weiter zu den günstigsten weit und breit. (Foto: Adobe Stock)

Nicht alles wird teurer in Adendorf

Die Gemeinde Adendorf zählt bei den Abwasserkosten weiter zu den günstigsten im Landkreis Lüneburg. Die Gebühren sinken weiter, aber das Netz wird auch in Zukunft mit einer Kamera kontrolliert

Adendorf. Ob Heizkosten, Lebensmittel, Benzin oder Strom – in vielen Bereichen des Lebens steigen die Kosten scheinbar unaufhörlich und steil an. Die Adendorfer können sich für das kommende Jahr immerhin über sinkende Kosten für ihr Abwasser freuen: Mit großer Mehrheit beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung in der Grundschule Weinbergsweg, die Gebühr von 1,58 Euro/Kubikmeter auf 1,27 Euro/Kubikmeter zu senken.

Adendorf liegt damit, wie schon seit Jahren, am untersten Rand der Gebührentabelle im Landkreis Lüneburg. Eine durchschnittliche Familie mit Jahreskosten von bisher 294 Euro spare durch die Senkung immerhin 58 Euro, rechnete Jürgen Schreiber, Fraktionsvorsitzender der SPD, vor.

„Müssen mit Weitsicht agieren“

Eine geringere Absenkung der Gebühren beantragte Karl-Heinz Zcernikow, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen. Die mehr eingenommenen 40.000 Euro will er stattdessen für Kamerabefahrungen des Rohrleitungssystems einsetzen. „Wir müssen mit Weitsicht agieren“, betonte er.

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Bärbel Sasse verwies zudem auf den Bericht des Planungsbüros Feuerbach aus Hanstedt aus dem Jahr 2019, in dem es heißt, es wäre ratsam, jährlich einen „gewissen Betrag“ zur Untersuchung des Kanalnetzes einzustellen. Bürgermeister Thomas Maack (SPD) erklärte, dass auch nach der von der Verwaltung vorgeschlagenen Gebührensenkung durchaus Kamerabefahrungen stattfinden werden. Für die Gruppe CDU/FDP betonte deren Vorsitzender Gunther von Mirbach: „Wenn die Kosten sinken, müssen wir das so weitergeben.“

Verbrauchermarkt soll wachsen dürfen

Einstimmig sprach sich der Rat in seiner jüngsten Sitzung für die „Teilfortschreibung des Einzelhandelskonzepts“ der Gemeinde Adendorf aus. Dadurch soll dem Lebensmittel-Discounter Aldi folglich ermöglicht werden, seine Verkaufsfläche an seinem jetzigen Standort an der Borgwardstraße zu vergrößern.

Abgelehnt wurde der Antrag von Markus Graff (Die Linke), die öffentlichen Sitzungen vom Gemeinderat und seinen Ausschüssen künftig zu „streamen“, also „live“ ins Netz zu stellen. Heike Piepke (SPD) sorgte sich um eine „Dauerbeobachtung“ der Adendorfer Freizeitpolitiker, befürchtete zudem hohe Kosten. Gunther von Mirbach (CDU/FDP) war sich sicher: „Wer sich für unsere Ratsarbeit interessiert, kann in unsere Sitzungen kommen .“ Nur Graff und die Fraktion Die Unabhängigen/ABAE stimmten für den Antrag.

Besondere Ehrung für Wilhelm Vogt

Seit Sommer 2017 ist Dennis Volland, studierter Umweltwissenschaftler und Hobby-Imker, Umweltbeauftragter der Gemeinde Adendorf. Einstimmig wählten ihn die Ratsmitglieder für weitere vier Jahre. Eine besondere Ehrung wurde dem Leichtathleten Wilhelm Vogt zuteil: Er trug sich für seine sportlichen Erfolge, zuletzt den Deutschen Meistertitel über 10 Kilometer/Straße in der Altersklasse Männer 85, in das Ehrenbuch der Gemeinde ein. „Ich kenne ihn eigentlich nur, wenn er läuft“, lobte Bürgermeister Maack den ausdauernden Athleten.

Von Ingo Petersen

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