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Fairteiler sind "offene Mitmachorte": Jeder darf Lebensmittel, die noch verzehrbar sind, in die Tauschräume bringen, aber sich auch etwas daraus mitnehmen. (Foto: t&w)

Foodsharing: Essen teilen statt wegwerfen

Essen retten, statt wegschmeißen: Das ist das Prinzip von "Foodsharing". Auch in Lüneburg gibt es sechs "Fairteiler", an denen sich jeder mit nicht mehr verkäuflichen aber noch genießbaren Lebensmitteln eindecken kann. Davon können auch Bedürftige profitieren.

Lüneburg. Rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland pro Jahr im Müll. Dabei wären gut 40 Prozent der verschwendeten Nahrungsmittel noch völlig genießbar. Die Umweltbewegung "Foodsharing" setzt sich dafür ein, übrig gebliebene Lebensmittel mit anderen zu teilen, statt sie wegzuwerfen.

Fast 100 sogenannte "Foodsaver", also Essensretter, holen auch in Lüneburg und Umgebung mehrmals die Woche nicht mehr verkäufliche, aber noch genießbare Lebensmittel in Supermärkten, Bäckereien und auf dem Wochenmarkt ab, verzehren sie selbst oder bringen sie in einen der sechs "Fairteiler".

Das sind kleine Holzhütten oder Schränke mit integriertem Kühlschrank, die von 7 bis 22 Uhr geöffnet sind. Hier darf sich jeder – vom Wohnungslosen bis zur Bänkerin – an den Lebensmitteln bedienen. Auch Privatpersonen können dort Lebensmittel, für die sie keine Verwendung mehr haben, verschenken.

Foodsharing nicht primär für Bedürftige 

Zwar hat Foodsharing nicht primär das Ziel, für Bedürftige eine Versorgungssicherheit zu bieten und unterscheidet sich somit von der Tafel. "Es ist aber ein toller Nebeneffekt, dass durch gerettete Lebensmittel auch Bedürftige unterstützt werden", sagt Foodsaverin Katharina Grünauer.

Hier befinden sich die "Fairteiler" in Lüneburg: Ritterstraße 3 (hinter der grünen Tür), Friedenstraße 8 ("Bethlehem-Fairteiler"), Bunsenstraße 82 (Paul-Gerhardt-Haus), Am Springintgut 6a ("Genezareth-Fairteiler", St. Thomas Gemeinde), Wichernstraße 32 (Friedenskirche am Bockelsberg) und Kirchweg (Adendorf-Fairteiler, Emmaus-Gemeinde). Mehr Informationen gibt es unter www.foodsharing.de.

Von Anna Hoffmann

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