Samstag , 3. Dezember 2022
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Vor oder nach dem Mahl können sich Gäste des Alten Brauhauses am 8. Januar boostern lassen. (Foto: t&w)
Vor oder nach dem Mahl können sich Gäste des Alten Brauhauses am 8. Januar boostern lassen. (Foto: t&w)

Lüneburger Lokal bietet Boostern zum Dessert an

Der Ansturm auf Praxen sowie bei den mobilen Impfteams ist gewaltig, seitdem die Auffrischungsimpfung empfohlen wird. Beatrix Korte, Chefin des Restaurants Altes Brauhaus, und der Adendorfer Mediziner Michael Otto haben eine besondere Aktion entwickelt: "kulinarisches Boostern".

Lüneburg. Michael Otto ist einer der vielen Mediziner in Stadt und Kreis, die so viel impfen, wie es ihnen möglich ist. Der Ansturm auf die Praxen sowie bei den mobilen Impfteams ist gewaltig, seitdem die Auffrischungsimpfung empfohlen wird. "Um das Pandemiegeschehen runter zufahren, gibt es keine Alternative", sagt der Adendorfer Arzt. Mit Beatrix Korte, Chefin des Restaurants Altes Brauhaus, hat er die Idee "kulinarisches Boostern" entwickelt.

Impfen in entspannter Atmosphäre

Als 2G Plus laut Verordnung unter anderem für Restaurantbesuche galt, hieß es für Genesene und Geimpfte zusätzlich testen. Bereits kurz danach war klar, dass Geboosterte keine Tests mehr brauchen zum Beispiel für den Theater- oder Lokalbesuch sowie den Freizeitbereich. Das Anstehen an Teststationen bei Wind und Wetter verdarb manchem den Hunger – schnell boten viele Restaurants auch Tests vor Ort an. Geduld und Standvermögen müssen die Bürger mitbringen, die sich derzeit an mobilen Impfstationen anstellen. Fast gleichzeitig hatten Korte und Otto die Idee, Impfen in entspannter Atmosphäre anzubieten. Das Projekt "Boostern und essen" war aus der Taufe gehoben.

Eine "ausgelagerte Sprechstunde"

In einem nächsten Schritt überlegte der Mediziner die Organisation. "Unterstützung fand ich ich bei meinem Kollegen Dr. Wolf Lüsebrink. Denn einer muss die Bürokratie erledigen, also Anamnese, Einwilligungserklärung sowie den Impfstatus prüfen und die Impfpässe abstempeln, während der andere das Impfen übernimmt." Abgeklärt wurde auch, ob eine "ausgelagerte Sprechstunde" – wie Otto formuliert – genehmigungspflichtig ist. "Da wir im Auftrag des Staates handeln, bedarf es keiner Genehmigung", erläutert er auch mit Hinweis auf die Website der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN).

Boostern mit Genuss

Als Termin haben die Restaurant-Chefin und der Arzt den zweiten Samstag, 8. Januar, festgelegt. In der Zeit von 12 bis 16 Uhr können Gäste sich genussvoll boostern lassen. Aperitif oder Impfdosis oder die erst nach dem Dessert– ist dann die Frage. Geboostert wird natürlich nicht am Tisch, sondern separat und geschützt in einem Raum im oberen Stockwerk des Restaurants. Erste Zusagen hat Beatrix Korte bereits. Denn einige ihrer Stammgäste müssten noch länger auf einen Impftermin warten, nutzen das Angebot gerne. Wer außerdem das Angebot nutzen möchte, kann sich telefonisch anmelden. Mitzubringen sind Impfpass, Personalausweis und ein ausgefüllter Anamnese-/Einwilligungsbogen, beides kann im Netz auf der Seite "Zusammen gegen Corona" des Bundesministeriums für Gesundheit heruntergeladen werden.

Den Piks in angenehmer Atmosphäre hat es jüngst auch schon in München gegeben, dort bot ein Café Erst-Impfung und Boostern an.

Von Antje Schäfer

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