Montag , 5. Dezember 2022
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Julia Gerlach, Sprecherin des AStA der Leuphana.
Julia Gerlach, Sprecherin des AStA der Leuphana, blickt auf das Jahr 2021 zurück. (Foto: t&w)

Jahresrückblick: AStA-Sprecherin Julia Gerlach

Das Studium ist geprägt von neuen Freundschaften, gemeinsamen Unternehmungen oder Lerngruppen – eigentlich. Corona hat auch hier alles auf den Kopf gestellt. Wie das zweite Pandemie-Jahr an der Uni war, welche Höhepunkte und welche Herausforderungen es gab, berichtet AStA-Sprecherin Julia Gerlach.

Lüneburg. Als sich Julia Gerlach im Juni dieses Jahres als AStA-Sprecherin zur Wahl stellte, rechnete sie nicht damit, "dass das nochmal so ein Corona-geprägtes Jahr sein wird". Anders entschieden hätte sich die 22-Jährige aber auch nicht, wenn sie es gewusst hätte. Denn trotz aller Widrigkeiten und Herausforderungen, die die Pandemie mit sich brachte, hatte das Jahr und ihre bisherige Amtszeit an der Leuphana durchaus Höhepunkte.

Sommerfest, Lunatic und Spendenlauf

Da war zum Beispiel das AStA-Sommerfest, unter freien Himmel auf den Sülzwiesen mit rund 2000 Studenten. "Viele haben sich dort nach langer Zeit zum ersten Mal wieder gesehen, manche haben sich auch zum ersten Mal überhaupt persönlich getroffen", erzählt Gerlach. Auch das Lunatic-Festival auf dem Campus und ein Spendenlauf im Mai, bei dem für Studenten gesammelt wurde, die durch die Pandemie in finanzielle Not geraten sind, markierten "Highlights des Sommers".

Und auch in anderer Hinsicht konnten die Vertreterinnen der Studierendenschaft einige Erfolg in diesem Jahr verzeichnen. "Wir wurden viel gefragt und in Entscheidungen mit eingebunden", berichtet die Umweltwissenschaftsstudentin. "Wir konnten durchsetzen, dass es in diesem Semestern zwei Freiversuche für Studierende gibt", das verringere den Druck in der ohnehin schwierigen Situation, da der Drittversuch somit nicht die letzte Chance darstelle, eine Prüfung zu bestehen. Auch das "Solidarsemester", das auf das Bafög angerechnet werden kann, damit dieses über die Regelstudienzeit hinaus verlängert wird, sei ein großer Erfolg des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA), erklärt Gerlach.

Das Alleinsein war die größte Herausforderung

Doch das Jahr 2021 war für Studentinnen und Studenten der Leuphana auch ein herausforderndes Jahr. "Das Schlimmste war wohl das pandemiebedingte Alleinsein", erzählt die 22-Jährige. "Es ist so viel weggefallen, was das Studienleben ausmacht." Kleinigkeiten wie gemeinsames Mittagessen in der Mensa oder Kaffeetrinken, kleine Ausflüge am Wochenende oder abends in der Stadt. "Das hat man vorher nie so wertgeschätzt, weil man es als selbstverständlich hingenommen hat", glaubt sie. Selbst wenn man immer optimistisch geblieben sei – "am Ende ist doch fast immer das schlimmste Szenario eingetreten. Das war sehr belastend."

Besonders schwierig muss es für diejenigen gewesen sein, die bereits im Wintersemester 2020 ihr Studium aufgenommen haben, glaubt Gerlach. "Die mussten im dritten Semester, also jetzt im Sommer, eigentlich nochmal neu anfangen, weil sie die meisten ihrer Kommiliton:innen dann zum ersten Mal in Präsenz auf dem Campus treffen konnten."

Mit Solidarität die Pandemie überwinden

Der größte Wunsch für 2022 sei deshalb die vollständige Rückkehr zur Präsenzlehre sowie die Wiederbelebung des Campus und der Räumlichkeiten zum Lernen und Verweilen. "Die Impfquote von über 90 Prozent an der Uni zeigt, wie es mit der Solidarität funktionieren kann. Es gibt unter den Studis eine hohe Bereitschaft, sich an Regeln zu halten", sagt Gerlach und hofft, dass die Pandemie dadurch bald überwunden werden kann.

Von Lilly von Consbruch

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