Montag , 5. Dezember 2022
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Monja Jozic ist stellvertretende Pflegedienstleitung in der GBS Seniorenresidenz. Sie blickt auf das Jahr 2021 zurück.
Monja Jozic ist stellvertretende Pflegedienstleitung in der GBS Seniorenresidenz. Sie blickt auf das Jahr 2021 zurück. (Foto: t&w)

Jahresrückblick: Monja Jozic arbeitet in der Seniorenresidenz

Das zweite Pandemiejahr ist fast vorbei – und hat auch, oder besonders, in Seniorenheimen seine Spuren im Alltag hinterlassen. Monja Jozic (29) arbeitet in der Seniorenresidenz in der Lüneburger Innenstadt und erzählt, warum das Jahr 2021 zwar herausfordernd war, die Motivation unter den Mitarbeitern aber dennoch höher nicht sein könnte.

Lüneburg. "Einer für alle, alle für einen – das beschreibt das Jahr eigentlich ganz gut", sagt Monja Jozic. Die 29-Jährige arbeitet als stellvertretende Pflegedienstleitung in der GBS Seniorenresidenz in der Lüneburger Innenstadt. Sie betont: "Das Haus ist in dieser schwierigen Zeit zusammengewachsen. Wir haben alles gemeinsam geschafft: Wenn einer nicht mehr konnte, hat ein anderer ausgeholfen." Denn ständig wechselnde Auflagen, Besuchsbeschränkungen und Corona-Verdachtsfälle haben die Mitarbeitervor Zerreißproben gestellt. "Aber wir sind alle nicht müde geworden, die Motivation ist immer noch da."

Corona-Ausbruch blieb im Hinterkopf

Nachdem es im Jahr 2020 in dem Seniorenheim einen Corona-Ausbruch mit mehreren Todesfällen gab, konnte das Jahr 2021 nur besser werden – für alle Beteiligten. "Das war eine sehr harte Zeit für uns alle, deshalb kann man die Jahre auch gar nicht vergleichen", erinnert sich Jozic. Das gesamte Team sei wegen der Vorgeschichte immer besonders vorsichtig gewesen, "man hatte das im Hinterkopf". Anfang des Jahres sei die Sicherheit wegen der Impfung etwas größer gewesen, "doch dann gab es ja immer mehr Impfdurchbrüche, sodass wir da wieder sehr sensibel wurden". Insgesamt sei das Jahr 2021aber auch "nicht leichter" gewesen, sondern anders: "Wir mussten viel flexibler sein."

Hilfe von Angehörigen und ein zusätzlicher Mitarbeiter

Denn eine Verordnung jagte in diesem Jahr die nächste, vor allem die Besuchszeiten schwankten enorm. "Wir versuchen, möglichst viele Zeiten anzubieten, damit jeder die Möglichkeit hat, zu Besuch zu kommen", erklärt Jozic. Doch die Einlasskontrolle am Tor band zusätzliches Personal, ebenso die obligatorische Testung eines jeden Besuchers. "Dafür haben wir einen neuen Mitarbeiter bekommen", freut sich Jozic über diese "sehr große Entlastung". Und die Torarbeit wurde zwischenzeitlich ehrenamtlich von Angehörigen übernommen. "Es war toll, dass die trotz eigener Berufstätigkeit diese Bereitschaft und Unterstützung uns gegenüber gezeigt haben."

Für Menschen mit einer Demenzerkrankung sei das Jahr besonders schwierig gewesen. "Die mussten wir natürlich immer wieder an die Regeln, wie zum Beispiel die Maskenpflicht in der Innenstadt, erinnern", erzählt Jozic. Die Isolationsmaßnahmen seien eine zusätzliche Belastung gewesen. "Sobald es einen Verdacht gibt, oder auch nur eine Erkältung mit entsprechenden Symptomen, müssen wir mit voller Schutzkleidung in die Zimmer." Das sei nicht nur sehr warm und anstrengend, sondern auch für die Bewohner teils nicht verständlich. "Manche wissen dann gar nicht, was los ist. Aber wenn man sich dann hinsetzt und ihnen das in Ruhe erklärt, verstehen sie es meistens."

Wertschätzung motiviert immer wieder

Insgesamt seien die Bewohner des Seniorenheims das ganze Jahr über kooperativ und verständnisvoll gewesen. "Die Wertschätzung und der Dank, der uns immer wieder von ihnen entgegengebracht wird, motiviert stets aufs Neue", erzählt Jozic. Auch von den Angehörigen seien gerade zur Weihnachtszeit viele Dankeskarten und freundliche Worte zu den Mitarbeitern gelangt. "Es ist schön, dass unsere Arbeit so wahrgenommen wird", sagt die 29-Jährige. "Natürlich war das Jahr belastend und wahnsinnig anstrengend, aber ich könnte mir nichts anderes vorstellen. Für mich ist das eine Berufung, ich mache das wirklich von Herzen gern."

Von Lilly von Consbruch

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