Samstag , 3. Dezember 2022
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Auch im Rettungsdienst versucht man, die eigenen Regelungen noch einmal zu verschärfen. (Foto: Adobe Stock)
Auch im Rettungsdienst versucht man, die eigenen Regelungen noch einmal zu verschärfen. (Foto: Adobe Stock)

Omikron-Vorbereitungen im Landkreis Lüneburg

Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten in Stadt und Kreis Lüneburg bereiten sich auf die Omikron-Welle vor. Wie steht es um die sogenannte kritische Infrastruktur?

Lüneburg. Die Omikron-Welle rollt heran und hat das Potenzial, die kritische Infrastruktur zu gefährden. Auch Ordnungsbehörden und Rettungsdienste wurden von der Bundesregierung dazu aufgerufen, ihre Pandemiepläne scharf zu schalten. Die LZ hat bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten in Stadt und Kreis Lüneburg nachgefragt, was das bedeutet. Doch bis auf das disziplinierte Umsetzen bestehender Hygieneschutzkonzepte und Abstandsregeln bleibt nicht mehr viel übrig. „Und wir brauchen eine große Portion Glück, um die nächste Welle halbwegs gut zu überstehen“, sagt Joachim Elspaß, Geschäftsführer des Kreisverbands des Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Lüneburg.

„Wir fahren ja schon seit Monaten unter Vollschutz und unter maximaler Vorsicht“, sagt Elspaß vor allem mit Blick auf den Rettungsdienst. „Ich sehe kaum Möglichkeiten, das noch weiter zu verschärfen.“ Das DRK erinnere seine Kräfte daran, nicht nachlässig zu werden und weiterhin diszipliniert und vorsichtig zu sein. Hinzu komme der Appell, privat Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren, um im Rettungsdienst oder der Pflege Schutzbedürftige nicht zusätzlich zu gefährden.

Material ist genug da, Personal nicht

Bei der Frage nach personellen Maßnahmen sagt Elspaß: „Spezielle Notdienstpläne einzurichten bedeutet auch, man bräuchte mehr Köpfe, wenn sich Gruppen nicht durchmischen sollen. Aber so viele Köpfe haben wir nicht.“ Also bleibt, mit dem zu arbeiten, was da ist. „Alle unsere Lagerbestände sind aufgefüllt mit Schutzausrüstung auf hohem Niveau“, sagt Elspaß. Immerhin. Aber: „Das kostet auch Geld. Und wir laufen als Rettungsdienst noch den Mehrkosten aus der ersten Corona-Welle hinterher.“

Ehrenamtliche halten sich bereit

Mit großer Sorge blickt auch Harald Kreft auf die aktuelle Entwicklung. Der Geschäftsführer des Kreisverbands des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) sagt: „Wir werden mit dem Landkreis als Träger des Rettungsdienstes kurzfristig Gespräche führen, was wir neben den allgemeinen Vorkehrungen noch machen können.“ Da, wo es möglich sei, werden feste Gruppen in den einzelnen Rettungswachen eingesetzt und mit Auffrischungsimpfungen versorgt. Und es werde täglich getestet. Zudem sei ein Pool ehrenamtlicher Einsatzkräfte bereits sensibilisiert worden, sich für den Rettungsdienst zusätzlich bereitzuhalten.

Kreft weiter: „Die Lage ist im Augenblick noch ruhig, aber das ist ja gerade das Tückische. Umso mehr müssen wir unsere Mitarbeiter sensibilisieren, noch stärker auf den Eigenschutz und den Schutz der Patienten zu achten.“ Das gelte auch für den Pflegebereich.

Auch die Polizei setzt auf mehr Vorsicht

Auf mehr Vorsicht setzen derweil auch die Ordnungshüter bei der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen. Polizeisprecher Kai Richter sagt: „Wir fahren schon im Pandemiemodus und werden noch an einigen Stellschrauben drehen.“ Eine Möglichkeit sei, die Kohortenbildung noch intensiver zu betreiben, beispielsweise im Streifendienst immer auf die gleichen Besetzungen zu achten. Ähnliches gelte beispielsweise für den Einsatz von Verfügungseinheiten. Das werde aber jeweils lageangepasst entschieden.

Ein warnendes Beispiel gab es jetzt in Hamburg: Bei der dortigen Bereitschaftspolizei hat sich ein Beamter nachweislich mit der Corona-Variante Omikron infiziert. Darauf wurde der gesamte Zug mit fast 25 Personen für 14 Tage in Quarantäne geschickt, das berichtete das Hamburger Abendblatt. Richter sagt aber auch: „Komplett werden wir Corona-Infektionen bei den Einsatzkräften nicht verhindern können.“ Und Kontaktreduzierung funktioniert mitunter nur bedingt. Und sei es, weil Beamte im Einsatz von Dritten angegangen werden.

Feuerwehren konzentrieren sich auf Einsatzbereitschaft

Auf Kontaktreduzierung und Gruppenbildung – dort, wo es möglich ist – setzt auch der Lüneburger Kreisverband der Freiwilligen Feuerwehren, sagt Kreisbrandmeister Torsten Hensel. „Wir haben schon vor 14 Tagen alles wieder heruntergefahren und alle Versammlungen bis hin zu den Kinder- und Jugendfeuerwehren abgesagt.“ Aber: „Alles, was zur Einsatzbereitschaft der Feuerwehren gehört, machen wir weiter.“ Übungsdienste finden aber nur noch in kleinen Gruppen statt.

Ähnlich verhält es sich bei der Stadtfeuerwehr in Lüneburg. Und Sprecher Daniel Roemer sagt: „Im Einsatz gilt die 2G-Regel, mit FFP2-Masken.“ Für den Notfall bestünde sogar die Möglichkeit, die Stadtfeuerwehr personell aufzuteilen und 14-tägig in Wechselschichten für Alarmierungen bereitzuhalten. Roemer: “Jetzt warten wir über die Feiertage erstmal ab, wie sich die Lage entwickelt.“

Von Dennis Thomas

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