Samstag , 3. Dezember 2022
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Peter Rowohlt nennt die wichtigsten Projekte für das neue Jahr. (Foto: t&w)
Peter Rowohlt nennt die wichtigsten Projekte für das neue Jahr. (Foto: t&w)

Was in der Samtgemeinde Ilmenau wichtig wird

Das große Reformprojekt hat einen technisch klangvollen einen Namen: "Samtgemeinde Ilmenau 2.0". Die Weichen dafür wurden bereits in der alten Wahlperiode gestellt – "nun sind wir dabei, es umzusetzen", sagt Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt (SPD). Er skizziert, was in diesem Jahr wichtig wird in der Samtgemeinde Ilmenau.

Melbeck. Rowohlt weiß, dass das Vorhaben "Samtgemeinde Ilmenau 2.0" auch von Politikern und Verwaltungschefs aus anderen Kommunen interessiert beobachtet wird. Denn das Reformprojekt besagt nichts anderes, als dass die vier Gliedgemeinden Melbeck, Deutsch Evern, Embsen und Barnstedt ihre Selbstständigkeit und Planungshoheit zwar behalten, die Umsetzung von Beschlüssen und die anfallenden Verwaltungsaufgaben aber von den Mitarbeitern der Samtgemeinde wahrgenommen werden. "Deshalb hat die Reform auch nichts mit der Umwandlung der Samt- in eine Einheitsgemeinde zu tun", stellt der Ratshauschef klar.

Die Vorteile des Projektes liegen für Rowohlt auf der Hand: Statt eines Gemeindedirektors, der sich bislang als Generalist um alles kümmern musste, steht nun ein Team von Fachleuten in der Samtgemeindeverwaltung für das jeweilige Vorhaben parat. Rowohlt verspricht sich vom Projekt "Samtgemeinde Ilmenau 2.0" mehr Professionalität.

Rathaus wird umstrukturiert

Auf die Bediensteten im neuen Rathaus Am Diemel kommt also mehr Arbeit zu. "Wir stellen dafür vier neue Kollegen ein und strukturieren das Haus intern um", erklärt Rowohlt. "Statt vier wird es künftig fünf Fachdienste geben."

Juze in Embsen soll wiederbelebt werden

Mit Beginn des neuen Jahres ist die Samtgemeinde auch für die Krippen und die Kindergärten in der Samtgemeinde zuständig. Die entprechenden Übertragungsbeschlüsse wurden von den Gemeinderäten 2021 gefasst (LZ berichtete). Auch die Jugendzentren liegen nun im Verantwortungsbereich der Samtgemeinde: Denn während es in Deutsch Evern ein gut funktionierendes Jugendzentrum gibt, ist diesbezüglich in Embsen Grabesstille eingekehrt. Das finden nicht nur die Jugendlichen schade, die auf eine baldige Wiedereröffnung ihres Treffs hoffen: Rowohlt will dazu mit dem Leiter des Deutsch Everner Jugendzentrums, Volker Nielsen, entsprechende Gespräche führen. Die Hoffnung: die Einrichtung in Embsen wieder neu beleben zu können.

Spatenstich im Frühjahr 2023?

Dazu kommen zwei große Bauprojekte, die die Samtgemeinde 2022 und wohl auch darüber hinaus beschäftigen werden: Das aktuell größte Projekt ist der Neubau der Grundschule in Deutsch Evern. Geschätzte Kosten laut Rowohlt: rund 12 Millionen Euro brutto. Er sagt: "Wir hoffen, dass wir noch in diesem Winter den Bauantrag einreichen können. Baubeginn wäre voraussichtlich im ersten Quartal 2023."

Container-Kita am Sportplatz

Das zweite Großprojekt betrifft die fehlenden Kita-Plätze in Melbeck: Die Idee, eine Container-Kita übergangsweise am Berliner Ring aufzustellen (LZ berichtete), ist endgültig vom Tisch. Als neuer Standort ist jetzt ein Areal am Sportplatz ins Auge gefasst worden. "Mit den betroffenen Anwohnern planen wir dazu für Donnerstag, 6. Januar, eine Video-Konferenz, um auch über die Verkehrssituation zu sprechen", kündigt Rowohlt an. Die provisorische Kita soll etwa drei bis vier Jahre in Betrieb bleiben. So lange, bis der eigentliche Kindergarten, der zusammen mit einem Seniorenheim hinter der Tankstelle hochgezogen werden soll, fertiggestellt ist.

Und dann gibt es da noch die vielen Wünsche der Bürger aus der Dorfmoderation, die die Samtgemeinde nun ebenfalls angehen will. Die Melbecker beispielsweise wünschen sich einen Dorfmittelpunkt mit Boulebahn, Wetterhütte und Grillplatz, in Barnstedt soll die ehemalige Gaststätte Grote zu einem Dorfgemeinschaftshaus um- und ausgebaut werden, während man sich in Deutsch Evern über eine hergerichtete Badestelle in der Ilmenau freuen würde. Auch das sind alles Projekte, die die Verwaltung auch im neuen Jahr in Atem halten werden.

Von Klaus Reschke

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