Sonntag , 4. Dezember 2022
Anzeige
Erneut sind Hunderte Kritiker der Corona-Maßnahmen durch die Lüneburger Innenstadt gezogen. (Foto: t&w)
Erneut sind Hunderte Kritiker der Corona-Maßnahmen durch die Lüneburger Innenstadt gezogen. (Foto: t&w)

Mit Video: Protest in Lüneburg gegen Corona-Maßnahmen

Mehr als 250 Gegnerinnen und Gegner der Corona-Maßnahmen zogen am Sonnabend bei einer Demonstration durch die Lüneburger Innenstadt. Die Antifa hatte zu Protesten dagegen aufgerufen. Ein starkes Polizeiaufgebot begleitete die Versammlung, die friedlich verlief.

Lüneburg. Mehr als 250 Gegnerinnen und Gegner der Corona-Maßnahmen zogen am Sonnabend bei einer Demonstration vom Lambertiplatz startend durch die Lüneburger Innenstadt. Die Antifa hatte zu Protesten gegen "den Aufmarsch" aufgerufen. Doch es kam zu keinen Konfrontationen oder dem Versuch der Blockade des Demonstrationszuges wie im Dezember.

Die Versammlung angemeldet hatte einmal mehr Heike Tapken. Sie machte deutlich, dass es künftig einmal pro Monat Demo-Züge durch die Stadt geben werde. "Wir wollen mehr Leute aufmerksam machen, dass die Spritze Nebenwirkungen hat und die Grundgesetze nicht mehr gelten. Unser Motto ist Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung." Unter den Demonstranten war auch der AfD-Politiker Armin Paul Hampel.

Seit einigen Wochen wird es "hitziger"

Die Antifa hatte im Vorfeld der Aktion in Lüneburg einmal mehr im Netz deutlich gemacht, dass solche Aktionen - am Nachmittag fanden weitere in Uelzen statt - von Verschwörungsgläubigen und Rechten durchwandert seien. Ein Großteil der Protestierenden habe eine aggressive Haltung gegen die parlamentarische Demokratie.

Julia Westerhoff, Pressesprecherin der Lüneburger Polizei, erklärte gegenüber der LZ, dass die Versammlung wie auch die bisherigen, die sich gegen die Corona-Bestimmungen gerichtet haben, "sehr friedlich war". Aus ihrer Sicht handelt es sich bei den Teilnehmern zum großen Teil um bürgerliches Klientel. Allerdings sei es seit einigen Wochen "hitziger geworden".

Eine Hundertschaft der Polizei war zur Begleitung der Demo vor Ort. Die Polizistinnen und Polizisten kontrollierten die Abstandsregeln, Maskenpflicht sowie Nachweise für die Befreiung davon. Laut Julia Westerhoff gab es einzelne Ausschlüsse, weil sich Teilnehmer der Versammlung nicht an die Maskenpflicht gehalten hatten.

Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch vor Ort

Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch verschaffte sich vor Ort und im Gespräch mit der Polizei ein Bild von der Lage, und sie dankte dieser für ihren umsichtigen Einsatz. Gegenüber der LZ sagte sie: "Die Pandemie und die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung verlangen uns allen viel ab, und das schon sehr lange. Die Maßnahmen schränken unsere Bewegungsfreiheit ein, ja sie beschweren das tägliche Leben. Aber dies dient dem Schutz aller."

Das Demonstrationsrecht und das Recht auf die freie Meinungsäußerung seien hohe Güter in unserer Demokratie. "Dabei endet diese Freiheit des einzelnen dort, wo die Freiheit des anderen beginnt, sagt Kant. Und das gilt. Deswegen sind die Auflagen für eine Demonstration in Coronazeiten zwingend einzuhalten und Verstöße müssen geahndet werden. Umso mehr bin  ich erleichtert, dass die Versammlung hier in Lüneburg bis friedlich und regelkonform abgelaufen ist." (Video: lvc/t&w)

Von Antje Schäfer

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.