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Im Sommer 2020 stellte AZH-Leiterin Ulrike Braun (links) dem zuständigen Fachausschuss des Stadtrates Hitzacker im Langhaus I die Pläne für die neue Dauerausstellung vor. Deren Konzeption zieht sich hin. Nun sorgt der Holzwurm für Probleme im Ausstellungsgebäude. (Foto: A/Muchow)
Im Sommer 2020 stellte AZH-Leiterin Ulrike Braun (links) dem zuständigen Fachausschuss des Stadtrates Hitzacker im Langhaus I die Pläne für die neue Dauerausstellung vor. Deren Konzeption zieht sich hin. Nun sorgt der Holzwurm für Probleme im Ausstellungsgebäude. (Foto: A/Muchow)

Archäologisches Zentrum Hitzacker in Verzug

Es ist alles komplizierter als gedacht. Nicht nur die Ausarbeitung de Konzepts für das Langhaus I in Hitzacker zieht sich hin. Auch baulich steht das Archäologische Zentrum vor Herausforderungen.

Hitzacker. Als der vorherige Stadtrat Hitzacker sich Ende 2020 für einen Entwurf zur neuen Dauerausstellung im Langhaus I des Archäologischen Zentrums Hitzacker (AZH) entschied, rechneten die Abgeordneten wohl nicht damit, dass bis zur Eröffnung fast eine weitere Ratsperiode vorübergehen könnte. Danach sieht es aber aus. Im Rathaus geht man von einer Umsetzung im Jahr 2025 oder auch erst 2026 aus. Der Fahrplan, der vor Kurzem im zuständigen Fachausschuss des Stadtrates vorgestellt wurde, lautet wie folgt: Das Umsetzungskonzept soll 2022/2023 vorliegen. Fördermittelanträge sollen aber erst 2024 gestellt werden. Erstmals wurde eine Summe genannt, die für die neue Ausstellung erforderlich sein dürfte: etwa 270 000 Euro.

Konzept erarbeiten Museumsleitung und die „Kreativköpfe“

Das Ausarbeiten des Konzeptes erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Museumsteam. Das heißt, dass die Aufarbeitung der Inhalte zum „Leben in der Bronzezeit“ auf dem Schreibtisch von AZH-Leiterin Ulrike Braun liegt, die diese zusammen mit dem Büro „Kreativköpfe“ in Potsdam in die Visualisierung und Präsentation bringt. Dieser Prozess sei aufwendiger als zunächst angenommen, hatte Ulrike Braun im vorherigen Jahr schon einmal am Rande einer Ausschusssitzung fallen lassen. Der Anspruch ist hoch. 30 Jahre nach Eröffnung des Freilichtmuseums soll und muss die neue und zweite Dauerausstellung ebenfalls eine lange Zeit überdauern.

Langhaus I braucht bald ein neues Dach

Mit Blick auf die Zeiträume der Museumsentwicklung drängt sich zunehmend das Haus, in dem die neue Ausstellung die alte ersetzen wird, in den Vordergrund: das Langhaus I, ein Nachbau eines bronzezeitlichen Gebäudes, der 1990 fertiggestellt wurde. Ein favorisierter Ausstellungsneubau war bekanntlich an den finanziellen Mitteln der Stadt gescheitert. Nun muss die Stadt das Langhaus in Schuss bringen, bevor die neue Ausstellung einzieht. Das Dach werde noch fünf bis zehn Jahre halten, eine neue Reet-Eindeckung Stand heute etwa 72 000 Euro kosten, hieß es in der Ausschusssitzung.

Nagerbefall im Gebälk von Langhaus I

Im Inneren herrscht dringender Handlungsbedarf: Dort ist ein Befall mit Anobien festgestellt worden. Das ist der Gemeine Nagekäfer, der im Volksmund auch Holzwurm genannt wird. In den vorherigen Jahren hatte man diesen mittels zweier Einsätze einer Spezialfirma im Langhaus III bekämpft. Ob dies erfolgreich war, ist immer noch nicht abschließend geklärt. Die Museumsleiterin erklärte, dass das Monitoring bis Jahresende positiv verlaufen sei. Aber man müsse noch das Frühjahr abwarten, ob sich erneut Aktivität der Käfer zeige.

Wann man zur Bekämpfung der Anobien in Langhaus I, was etwa 15 000 Euro kosten würde, schreitet, vertagte der Ausschuss. Die Museumsleiterin sprach sich für eine Expertise aus, für welche 2000 Euro in den Haushalt 2022 eingestellt werden sollen. Auch soll geklärt werden, ob in der Dachkonstruktion imprägnierte Hölzer zum Einsatz kamen. Bürgermeister Holger Mertins (FDP) sprach sich dafür aus, zunächst alle Bauunterlagen und insbesondere die Lieferlisten zu suchen. Ein großer Teil der Unterlagen liege im AZH, erklärte Ulrike Braun. Daraus könne sie aber nicht interpretieren, welche Hölzer verbaut sind. Vielleicht befinden sich noch Akten dazu im Kreishaus. Beim Bau des Museums war der Landkreis zuständig gewesen.

Von Daniela Muchow

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