Samstag , 3. Dezember 2022
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Die Rögnitz bei Rosien: Im Hochwasserfall drohen hier, aber auch an anderen Gewässern im Amt Neuhaus, Gefahren.
Die Rögnitz bei Rosien: Im Hochwasserfall drohen hier, aber auch an anderen Gewässern im Amt Neuhaus, Gefahren. (Foto: NLWKN)

Hochwassergefahr früh erkennen

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat jetzt im Landkreis Lüneburg das Überschwemmungsgebiet von Sude, Krainke, Rögnitz und Löcknitz neu ermittelt. Die neuen Bewertungen ersetzen eine noch aus DDR-Zeiten stammende Gefahreneinschätzung.

Amt Neuhaus/Lüneburg. Mit der Ermittlung von Überschwemmungsgebieten leistet der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) einen Beitrag zum vorbeugenden Hochwasserschutz. Nur so lassen sich Gefahren frühzeitig erkennen, Schäden von Menschen und deren Hab und Gut frühzeitig abwenden. Im Landkreis Lüneburg hat der NLWKN jetzt das Überschwemmungsgebiet von Sude, Krainke, Rögnitz und Löcknitz neu ermittelt. Die neuen Bewertungen für das Überschwemmungsrisiko an den Gewässern im Amt Neuhaus ersetzen eine noch aus DDR-Zeiten stammende Gefahreneinschätzung.

„Neue Erkenntnisse und Berechnungen zur Hochwassersituation an der Elbe und in den Rückstaugebieten im Amt Neuhaus machen die Neuermittlung nach mehr als 30 Jahren dringend erforderlich“, sagt Tim Rospunt von der NLWKN-Betriebsstelle Lüneburg, wo das Hochwasserrisiko mittels hydraulischer 2D-Berechnungen neu ermittelt wurde. Die Berechnungsergebnisse sollen das bestehende Überschwemmungsgebiet für Sude und Rögnitz ersetzen, das 1987 auf Beschluss des Rates des Bezirks Schwerin in der DDR festgelegt wurde. Die Flächen in den Gemeinden Neuhaus und Bleckede, die inzwischen zu Niedersachsen gehören, gelten bis zur endgültigen Verordnung durch den Landkreis Lüneburg als vorläufig gesichert.

Zusammenarbeit mit den Unteren Wasserbehörden

Als Überschwemmungsgebiete werden jene Flächen ausgewiesen, die bei einem statistisch einmal in 100 Jahren auftretenden Hochwasserereignis überschwemmt werden. „Die Ermittlung dieser ohnehin natürlich vorhandenen Überschwemmungsbereiche dient dazu, die Bevölkerung vor der hier bestehenden Hochwassergefahr zu warnen. Darüber hinaus hilft die Sicherung dabei, mit einem Hochwasser einhergehende erhebliche Schäden zu vermeiden, da für ausgewiesene Überschwemmungsgebiete gesetzliche Auflagen gelten“, erklärt Rospunt.

Das Überschwemmungsgebiet der Sude mit ihren Nebenflüssen Rögnitz und Krainke umfasst eine Fläche von insgesamt rund 60 Quadratkilometern. Das Überschwemmungsgebiet der Löcknitz erstreckt sich auf einer Länge von etwa 960 Metern und liegt komplett zwischen den Deichen. Die Hochwasserlage im Sudesystem ist maßgeblich durch die Elbe geprägt. „Für einen Großteil der jetzt ausgewiesenen Fläche ist ein Hochwasser der Elbe und ein Rückstau in Sude, Krainke, Rögnitz und Löcknitz deshalb das wesentliche Bemessungsereignis“, erklärt Rospunt.

Der NLWKN arbeitet im Rahmen des vorbeugenden Hochwasserschutzes mit den Unteren Wasserbehörden eng zusammen. Diese führen ein förmliches Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung zur endgültigen Festsetzung der Überschwemmungsgebiete durch. Die Verordnungstexte und die Arbeitskarten der vorläufigen Sicherung des Überschwemmungsgebiets im Amt Neuhaus können bei der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Lüneburg eingesehen werden. lz

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