Samstag , 3. Dezember 2022
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Im Neubaugebiet Am Wienebütteler Weg soll auch bezahlbarer Wohnraum entstehen. Die SPD möchte nun Tempo machen bei der Teilerschließung des Baugebietes. (Foto: be)

Tempo machen beim Neubaugebiet Wienebütteler Weg

Die Schaffung von Wohnraum hat sich nicht nur die Ampel-Koalition in Berlin auf die Agenda geschrieben. Auch die SPD-Fraktion im Rat der Stadt will in Sachen Wohnungsbau mehr Tempo machen, insbesondere beim bezahlbaren Geschosswohnungsbau. Im Blick haben die Sozialdemokraten dabei das Neubaugebiet Am Wienebütteler Weg.

Lüneburg. "Wir müssen dringend mehr bauen, und das ist mein Auftrag", hat jüngst Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) deutlich gemacht. 400.000 Wohnungen sollen jährlich entstehen, ein Viertel davon als Sozialwohnungen. Die SPD-Stadtratsfraktion holt das Thema nun in den Rat. Mit einem Antrag will sie Tempo machen bei der Schaffung von Wohnraum in Lüneburg, insbesondere von bezahlbarem Geschosswohnungsbau. Der Rat tagt am Donnerstag, 3. Januar, von 17 Uhr an im Audimax der Leuphana.

Schnelle Teilerschließung, damit mit Bau begonnen werden kann

In dem Antrag fordert die SPD-Stadtratsvorsitzende Andrea Schröder-Ehlers, dass umgehend mit der Vorbereitung einer Teilerschließung des Neubaugebietes Am Wienebütteler Weg für den bezahlbaren Geschosswohnungsbau sowie mit den bereits vergebenen Einfamilien- und Doppelhäusern gestartet wird. Denn dann könnte mit dem Bau dieser Wohnungen und Häuser noch Ende des Jahres begonnen werden. Außerdem soll die Verwaltung beauftragt werden, umgehend eine Wohnraumbedarfsanalyse zu erstellen, um auszuloten, wie der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum bis 2027 aussehen könnte.

Höherer Bedarf an Sozialwohnungen in Uni-Städten

Zur Begründung verweist Schröder-Ehlers auf die Studie des Pestel-Instituts aus Hannover, die zeige, dass auch in Niedersachsen die Zahl der Sozialwohnungen deutlich erhöht werden müsse. Einen besonders hohen Bedarf gebe es in Uni-Städten wie Lüneburg und Göttingen. "Bricht man die Zielsetzungen im Koalitionsvertrag rein rechnerisch auf Lüneburg herunter müssten rund 400 Wohnungen im Jahr entstehen, davon mindestens 100 Sozialwohnungen. Nimmt man die Pestel-Studie hinzu müsste sich dieser Anteil noch erhöhen. Auch eine Studie der N-Bank aus dem letzten Jahr kommt zu einem ähnlichen Ergebnis", heißt es im Antrag.

Um Wohnraum zu schaffen hatten Verwaltung und Politik bereits 2016 ein Wohnungsbauprogramm auf den Weg gebracht, auch mit Blick darauf, mehr Angebote im geförderten Wohnungsbau zu schaffen. 2100 Wohnungen sollten bis Ende 2021 entstehen, ein Drittel davon im bezahlbaren Segment.

Normenkontrollklage gegen Bebauungsplan

Im vergangenen August hatte die Stadt dargelegt, dass bis 2023 im bezahlbaren Segment sogar 859 Wohnungen entstehen sollten – also später, aber dafür auch mehr als im Wohnungsbauprogramm geplant. Allerdings sollen danach im Neubaugebiet Am Wienebütteler Weg bis 2023 rund 180 Wohneinheiten errichtet werden. Doch gegen den Bebauungsplan wurde eine Normenkontrollklage vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg erhoben.

Es braucht eine Analyse für künftigen Wohnraumbedarf

Ein Termin für eine mündliche Verhandlung sei "gegenwärtig noch nicht absehbar und wird voraussichtlich erst im nächsten Jahr stattfinden können", sagte Dr. Gunhild Becker, Pressesprecherin des OVG. Sie machte auch deutlich: "Wenn aufgrund des Bebauungsplans Baugenehmigungen erteilt werden oder genehmigungsfreie Baumaßnahmen durchgeführt werden und der Bebauungsplan in dem genannten Normenkontrollverfahren später für unwirksam erklärt wird, hat dies für die erteilten (bestandskräftigen) Baugenehmigungen beziehungsweise die genehmigungsfrei durchgeführten Baumaßnahmen keine Auswirkungen."

Die Verwaltung wird im Rat eine Einschätzung zur möglichen Teilerschließung geben. Bezüglich der Wohnraumbedarfsanalyse hieß es seitens der Bauverwaltung, dass diese von einer anerkannten Fachfirma erstellt werden solle, die über das entsprechende Know-how und die nötige Ausstattung verfügt.

Von Antje Schäfer

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