Montag , 5. Dezember 2022
Anzeige
Was ist eigentlich aus dem geplanten Neubaugebiet Ebensberg/Am Raderbach geworden? Und wo könnten weitere Baugebiete in Lüneburg entstehen. Das möchte die CDU-Stadtratsfraktion wissen.
Was ist eigentlich aus dem geplanten Neubaugebiet Ebensberg/Am Raderbach geworden? Und wo könnten weitere Baugebiete in Lüneburg entstehen. Das möchte die CDU-Stadtratsfraktion wissen. (Foto: be)

CDU: “Lüneburg braucht Baugebiete”

Lüneburg ist beliebt zum Leben und Wohnen. Doch Wohnraum wird zunehmend knapper und teurer. Aus Sicht der CDU-Stadtratsfraktion sollten deshalb dringend Neubaugebiete entstehen. Von der Verwaltung möchten die Christdemokraten nun wissen, wo es noch Entwicklungspotenziale gibt.

Lüneburg. Zum Leben, Wohnen und Einkaufen ist Lüneburg für viele Menschen ein attraktiver Standort. Die Kehrseite der Medaille: "Der Siedlungsdruck ist weiterhin sehr hoch, Wohnraum wird zunehmend knapper und teurer. Die Folge ist, dass viele Menschen aufs Land ziehen müssen", sagen Eckhard Pols und Christel John, beide Mitglieder der CDU-Stadtratsfraktion. Deshalb brauche es dringend Baulandausweisungen, um das Problem zu lösen und insbesondere auch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Mit einer Anfrage zur nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 3. Februar, bitten die Christdemokraten die Verwaltung, dass sie aufzeigen möge, wo es noch Entwicklungspotenzial gibt und künftig auf städtischen Gebiet gebaut werden kann.

Ausbau von Dachgeschossen reicht nicht

Wo sollen in den kommenden fünf Jahren noch Baugebiete entstehen?, ist eine zentrale Frage an Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch. Denn die Grünen im Stadtrat haben in der vergangenen Wahlperiode immer wieder deutlich gemacht, dass Innenverdichtung vor Außenentwicklung kommt. Doch Nachverdichtung und der Ausbau von Dachgeschossen reiche nicht aus, um den Bedarf an Wohnraum zu decken, meinen John und Pols. Außerdem ist der Dachgeschossausbau aus Sicht der CDU-Politikerin nicht in jedem Fall familienfreundlich und auch nicht für Senioren geeignet, wenn zum Beispiel ein Fahrstuhl fehlt. Nachverdichtung habe eine zusätzliche Versiegelung zur Folge.

Was wurde vom Wohnungsbauprogramm 2021 umgesetzt?

Deshalb müssen mehr Baugebiete her. Die Verwaltung soll darstellen, was an reinen Wohngebieten, allgemeinen Wohngebieten sowie Mischgebieten (Wohnen und nicht störendes Gewerbe) entstehen könnten. Und die CDU-Politiker möchten wissen, was inzwischen umgesetzt worden ist von dem, was im Wohnungsbauprogramm 2021 festgeschrieben war. Das hatte der ehemalige Oberbürgermeister Ulrich Mädge 2015 vorgestellt, es war 2016 vom Rat beschlossen worden. Darin war nicht nur festgeschrieben, dass bis 2021 rund 2100 Wohnungen (ein Drittel im bezahlbaren Segment) entstehen sollten, sondern es waren auch Flächen mit Wohneinheiten aufgelistet.

Wie steht es mit der Bebauung des Sperli-Geländes?

"Warum geht es zum Beispiel mit dem geplanten Neubaugebiet Raderbach/Ebensberg nicht weiter, was ist mit der Bebauung des ehemaligen Sperli-Geländes?" möchte Pols im Rahmen der Anfrage wissen. Im Wohnungsbauprogramm 2021 war außerdem auch die Rede von der Entwicklung des Postgeländes sowie einer neuen Nutzung eines Teilbereiches des ehemaligen Lucia-Geländes für ein Mix aus Wohnen und Gewerbe.

Desweiteren möchte die CDU-Stadtratsfraktion wissen, wie viele Wohnungen in den vergangenen fünf Jahren genehmigt wurden und wie viele davon sozial gefördert wurden? Außerdem soll die Lüneburger Wohnungsbaugesellschaft, die federführend in Lüneburg bezahlbaren Wohnraum errichtet, darstellen, wie viele Wohnungen sie in den vergangenen fünf Jahren gebaut hat und wie die Planungen für die kommenden fünf Jahre aussehen.

Christel John kritisiert Blockade-Haltung

Pols hat aber auch die Gewerbebetriebe im Blick. "Die wandern ins Umland ab, weil es in der Hansestadt keine Flächen mehr gibt." Bilmer Berg III stehe und falle mit dem Bau der Autobahn 39. Wenn der Bund nun sage, der Erhalt von Autobahnen stehe vor dem Neubau, sieht er schwarz auch für das geplante Gewerbegebiet. Verärgert zeigt er sich über eine Aussage des grünen Fraktionsvorsitzenden Ulrich Blanck in der letzten Ratssitzung. Der habe gesagt, dass die Grünen eine Resolution gegen den Bau der A39 einbringen würden und Lüneburg aus dem Nordland-Autobahn-Verein aussteigen würde.

Die Grünen hatten bisher immer wieder deutlich gemacht, dass erst das Stadtentwicklungskonzept auf den Tisch müsse, bevor unter anderem über eine weitere bauliche Entwicklung Lüneburg diskutiert werden könne. Christel John bezeichnet das als Blockade-Haltung, "wir müssen den Bürgern doch etwas anbieten".

Von Antje Schäfer

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.