Dienstag , 6. Dezember 2022
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Die DRK-Bereitschaft Uelzen setzt schon eine bauartähnliche Drohne ein, wie sie die Feuerwehren der Samtgemeinde Scharnebeck erhalten werden. (Foto: phs)

Samtgemeinde Scharnebeck: Feuerwehren erhalten Drohne

Ob bei Bränden, Hochwasser an der Elbe oder der Personensuche: Flugdrohnen sind eine wichtige Hilfe für die Retter. Um eine solche wird nun die Ausstattung der Feuerwehren in der Samtgemeinde Scharnebeck ergänzt.

Scharnebeck. Ein fliegendes Auge erhalten die Feuerwehren der Samtgemeinde Scharnebeck. Der Rat hat 26.000 Euro für den Kauf einer Drohne und die Ausbildung der Feuerwehrleute an dem Fluggerät in den Haushalt für das laufende Jahr eingestellt. Für Gemeindebrandmeister Arne Westphal ist eine Flugdrohne eine schlüssige und gute Ergänzung bei der Ausstattung der Feuerwehren.

Wehren stellen eine Drohnengruppe auf

„Wir hatten schon länger darüber nachgedacht und sind froh, dass der Antrag für die Anschaffung jetzt aus dem Rat heraus kommt“, lobte der Feuerwehrchef der Samtgemeinde während der jüngsten Ratssitzung. Die Wehren werden eine Drohnengruppe aufstellen, kündigte er an: „Wir lassen Piloten ausbilden.“

In der weiteren Planung würden ein Standort festgelegt, an dem die Drohne stationiert wird und für Einsätze auf Abruf bereit steht. Darüber hinaus werde das kleine Luftfahrzeug fest auf einem der Feuerwehrwagen verbaut.

Bilder direkt in den Einsatzleitwagen

Die Initiative mit entsprechendem Antrag für den Kauf des Fluggerätes kommt von der Gruppe USSWG/Harneit. Annette Kork erläuterte für diese, dass die Einsatzmöglichkeiten vielfältig seien. „Ob bei Hochwasser an der Elbe oder der Suche nach vermissten Personen kann die mit einer Wärmebildkamera ausgestattete Drohne hilfreich sein und wichtige Hinweise liefern“, sagte sie.

Das bestätigte Arne Westphal: „Besonders bei der Personensuche ist sie eine sehr gute Hilfe.“ Darüber hinaus könnten Bilder der Drohne direkt zum Einsatzleitwagen übertragen werden. Kork: „Somit können die Kräfte die Lage vor Ort direkt beurteilen und schnell handeln.“ Zudem könnten die Feuerwehren das Gerät bei Bränden für die Erkundung nutzen – etwa hinter Rauchsäulen oder in stark verqualmten Bereichen. „Brandschützer müssten sich dann nicht selber in Gefahr bringen“, erklärte sie.

Bald fester Bestandteil in der Ausrüstung

Auf Anfrage sagt Kreisbrandmeister Torsten Hensel, dass seines Wissens nach die Feuerwehren in den Samtgemeinden Amelinghausen und Gellersen Drohnen einsetzten. „Schon mehrfach haben Drohnen bei Einsätzen gezeigt, dass sie eine sinnvolle Anschaffung sind“, meint Hensel. Als Beispiel nennt er einen großen Silo-Brand in Uelzen. „Dieser konnte von oben erkundet werden.“

Auch für die künftige Scharnebecker Drohne sehe er eine wertvolle Hilfe für die Feuerwehren, wenn sie etwa zum Schiffshebewerk ausrücken. „Sie kann nicht nur nach oben ans Hebewerk fliegen für einen Gesamtüberblick über die Lage, sie kann ebenso von den Trögen Bildern liefern, um schnell festzustellen, wo es zum Beispiel ein Problem an oder in diesen gibt.“ Hensel glaubt, dass Drohen auf kurz oder lang fester Bestandteil in der Ausrüstung der Feuerwehren sein werden. „Deshalb ist die Initiative in der Samtgemeinde Scharnebeck richtig“, lobt er.

Fliegender Roboter

Arne Westphal erläuterte dem Rat, dass das Modell des wetterfesten fliegenden Roboters mit Wärmebildkamera, Suchscheinwerfer und Lautsprecher ausgerüstet sei. Kosten: 20.000 Euro. „Für die Ausbildung der Kameraden kalkulieren wir mit 6000 Euro“, erläuterte er.

Von Stefan Bohlmann

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