Dienstag , 6. Dezember 2022
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Stefan Schulz
Die erste Hürde auf dem Weg in den niedersächsischen Landtag hat Stefan Schulz genommen. Er wurde mit einem klaren Ergebnis zum CDU-Direktkandidaten im Wahlkreis Lüneburg Land gekürt. (Foto: t&w)

Stefan Schulz: “Ich spiele auf Sieg”

Stefan Schulz ist Schulleiter in Oedeme und hat Großes vor – der 42-Jährige will für die CDU in den Landtag. Dafür hielt er jetzt vor dem CDU-Kreisverband eine überzeugende Bewerbungsrede und setzte sich so gegen seine drei Mitwerber durch.

Adendorf/Lüneburg. Aus zwei mach drei: So lautet die Arithmetik für die kommende Landtagswahl am 9. Oktober für die Wähler in Stadt und Landkreis Lüneburg. Denn die beiden bisherigen Wahlkreise wurden neu zugeschnitten und in drei Wahlkreisen sortiert. Das findet Felix Petersen gut: Der CDU-Kreisvorsitzende, bereits im Wahlkampf-Modus, sparte denn auch am Montagabend bei der Kandidatenkür für den Wahlkreis Lüneburg Land nicht mit Kritik am politischen Gegner: "Wäre es nach der SPD und Andrea Schröder-Ehlers gegangen, dann hätte es den Wahlkreis 48 Land in dem jetzigen Zuschnitt niemals gegeben", stellte er fest und setzte selbstbewusst nach: "Es hat viel Arbeit und etlicher Abstimmungsgespräche bedurft, bis die jetzige Lösung gefunden wurde." Der Lüneburger CDU-Kreisverband kürte für den Wahlkreis 48 mit den fünf Samtgemeinden Amelinghausen, Bardowick, Gellersen, Ilmenau und Scharnebeck Stefan Schulz (42) zum Spitzenkandidaten (LZ berichtete). Und der zeigte sich selbst- und siegesbewusst: "Ich spiele auf Sieg und nicht auf Platz", betonte der Leiter des Gymnasiums Oedeme in seiner Bewerbungsrede.

Kandidat will sich Themen nicht diktieren lassen

Die Wahl bei den Christdemokraten wurde von der politischen Konkurrenz neugierig verfolgt: Noch am Wahlabend wollten die Grünen via Instagram wissen, wer das Rennen bei der CDU gemacht hat. Für die Grünen will Detlev Schulz-Hendel seinen Platz im Landtag verteidigen, für die SPD wird der Lehrer Philipp Meyn als Landtagskandidat seinen Hut in den Ring werfen. Wer letztlich bei der Wahl im Oktober gewinnen wird, entscheidet allerdings der Wähler.

Stefan Schulz jedenfalls hat bereits eine Strategie für den Wahlkampf: "Wir werden uns auf unsere Themen konzentrieren und unsere eigenen Akzente setzen und uns nicht die Themen von unseren politischen Mitbwerbern diktieren lassen", erklärte der Melbecker – "dann werden wir die Wahl auch gewinnen."

CDU hat ihre Lehren aus Kommunal- und Bundestagswahl gezogen

Worte, die die 85 anwesenden CDU-Mitglieder an diesem Abend nur allzu gerne hörten, denn 2021 war für die lange Zeit erfolgsverwöhnten Christdemokraten alles andere als ein erfolgreiches Wahljahr. Im Bund drücken sie nun die harte Oppositonsbank und auch bei den Kommunalwahlen mussten sie vielerorts kräftig Federn lassen. "Es war ein Jahr zum Vergessen", fasste Petersen die Stimmung zusammen: "Die Menschen im Lande haben nicht mehr gewusst, wofür die CDU eigentlich steht", stellte der Kreisvorsitzende selbstkritisch fest – und das sei nicht nur ein Problem des glücklosen Spitzenkandidaten Armin Laschet gewesen. Doch die CDU habe ihre Lehren aus der verkorksten Bundestagswahl gezogen: "Wir brauchen Kandiaten, die in der Mitte der Gesellschasft stehen und ihre Positionen klar vertreten können", mahnte Petrersen. Und an solchen Kandidaten mangele es auch im CDU-Kreisverband nicht. Neben Schulz gaben noch Katrin Pfeffer (Hohnstorf/Elbe), Jörn Schlumbohm (Ehlbeck) und Marco Schulze (Neetze) ihre Bewerbung ab – doch letztlich machte der Oedemer Schulleiter das Rennen.

Von Klaus Reschke

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