Montag , 5. Dezember 2022
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Hier am Melbecker Amelungweg soll eine Seniorenresidenz gebaut werden. (Foto: be)
Hier am Melbecker Amelungweg soll eine Seniorenresidenz gebaut werden. (Foto: be)

Baupläne in Melbeck stoßen auf Skepsis

Ein Investor plant den Bau einer Seniorenresidenz mit angeschlossener Kita in Melbeck. Doch Anwohner sind von diesen Plänen wenig begeistert, sie fürchten vor allem den zusätzlichen Autoverkehr. Die Gemeinde setzt zunächst auf ein Gutachten.

Melbeck. So manchem Melbecker reicht es – zumindest, was die Verkehrsbelastung angeht. Denn auf der Bundesstraße quälen sich seit Jahren schon Lkw und Autos durch den Ort. Nun plant ein Investor am Ende des Amselweges – einer Parallelstraße zur B4 – den Bau einer Seniorenresidenz mit integrierter Kindertagesstätte. „Wenn diese Pläne Realität werden, bedeutet das aber für uns Anwohner des Amselweges eine ganz erhebliche Mehrbelastung durch zusätzlichen Autoverkehr, verursacht durch Liefer- und Rettungsfahrzeuge, Angehörige und Eltern von Kindergartenkindern“, mahnt Regine Martens: „Bildlich gesprochen, leben wir dann auf der Mittelinsel einer Autobahn.“

Alternativer Standort bleibt eine Option

Wie berichtet, hatte der Melbecker Rat im vergangenen Oktober beschlossen, den Bebauungsplan Nr. 32 „Seniorenwohnlage“ aufzustellen. „Allerdings hat der Rat auch die Verwaltung beauftragt, ein Planungsbüro für ein Verkehrsgutachten zu engagieren“, erinnert Gemeindedirektor Peter Rowohlt, schließlich soll die genaue verkehrliche Erschließung der Seniorenresidenz und der Kindertagestätte erst nach Vorliegen eines entsprechenden Gutachtens erfolgen.

Der Gutachter soll dabei nicht nur die künftigen Verkehrsströme hinsichtlich der Seniorenresidenz beurteilen, sondern auch für die künftige „Manzke-Ladenzeile“ an der Uelzener Straße (B4). Von den Ergebnissen des Gutachters sei dann abhängig, ob auch die Kita wie geplant am Amselweg gebaut werden kann, „oder ob wir einen komplett neuen Standort dafür suchen müssen“, erläutert Rowohlt.

Sorgen wegen der wenigen Parkplätze

Sorge bereitet Regine Martens und ihren Nachbarn allerdings auch die Parkplatz-Situation im Amselweg, wenn der Millionenkomplex erst einmal realisiert ist: „Die wenigen geplanten Stellplätze werden schon durch die Mitarbeiter des Hauses belegt sein. Bleibt die Frage, welche Stellflächen von den Besuchern genutzt werden?“ Ihre Befürchtung: „Viele werden voraussichtlich in den Amselweg ausweichen.“ Doch die Melbeckerin stellt auch klar: „Grundsätzlich stehe ich der Idee, Kindergarten und Pflegeeinrichtung in der Nachbarschaft zu haben, durchaus positiv gegenüber. Eine Nachbarschaft, von der sicherlich beide Parteien profitieren können.“ Doch das funktioniere nur, wenn auch die Sorgen und Nöte der Anwohner berücksichtigt werden.

Bedenken äußert Martens auch hinsichtlich der Bausubstanz der Häuser am Amselweg: Schon jetzt seien durch die Vibrationen aufgrund des Verkehrs auf der Bundesstraße Risse in den Wänden zu finden. Sollte das Projekt Seniorenresidenz mit Kindertagesstätte tatsächlich – wie angedacht – realisiert werden, fürchtet die Melbeckerin zudem einen deutlichen Wertverlust der Immobilien, denn: „Wer kauft ein Haus, dass zwischen der stark befahrenen Bundesstraße und der Zufahrt zu einem Altenheim und Kindergarten liegt?“

Von Klaus Reschke

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