Sonntag , 4. Dezember 2022
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Orkantief Zeynep hatte einen Baum auf dieses Haus Beim Mönchsgarten gedrückt. (Foto: be)
Orkantief Zeynep hatte einen Baum auf dieses Haus Beim Mönchsgarten gedrückt. (Foto: be)

Schäden wie beim Orkan Kyrill

Hunderte Einsätze, jede Menge Schäden – die drei Sturmnächte haben in und um Lüneburg ihre Spuren hinterlassen. Die Versicherungen wird es eine Stange Geld kosten.

Lüneburg. Jetzt liegen die Gesamt-Einsatzzahlen der Lüneburger Feuerwehren während der drei Sturmnächte in der vergangenen Woche vor: Vor allem Orkan Zeynep forderte die Feuerwehren des Landkreises am Freitag und am Sonnabend. Die Anzahl der Einsätze verdoppelte sich gegenüber dem vorangegangenen Sturmtief Ylenia (rund 150 Einsätze). Insgesamt über 300mal mussten die elf Stadt- und Gemeindefeuerwehren aus dem Landkreis Lüneburg zu Einsätzen ausrücken, die Zeynep verursachte.

„Baum auf Straße“ oder „Baum droht auf Haus zu fallen“ waren die häufigsten Alarmmeldungen: Oftmals fuhren die Ortsfeuerwehren zu einem Einsatzort und mussten, um diesen zu erreichen, erst weitere Bäume auf dem Weg dahin beseitigen.

Diese Flut von Notrufen konnte die Kooperative Leitstelle Lüneburg (KLL) nicht mehr auf ihrer Ebene bewältigen, deshalb wurde, wie schon bei anderen sogenannten „Sonderlagen“, die Koordinierung der Stadt- und Gemeindefeuerwehren auf die Kommunalen Einsatzleitungen (KEL) übertragen (LZ berichtete).

Mehr als 20.000 gemeldete Schäden

Doch nicht nur die Feuerwehren, auch die Versicherungen waren und sind jetzt gefordert:
„Verantwortlich für eine Vielzahl an Schäden sind die Tiefs Ylenia, Zeynep und Antonia“, stellt VGH-Pressesprecher Christian Worms auf LZ-Anfrage fest. „Da innerhalb von sechs Tagen gleich drei Orkan- beziehungsweise Sturmtiefs aufeinanderfolgten, haben wir sie zu einem Massenschadenereignis zusammengefasst. In der Praxis lässt sich nämlich in vielen Fällen schwer sagen, welchem Unwetter ein Schaden zuzuordnen ist, wenn sie so dicht aufeinander folgen“, erläutert der Unternehmenssprecher. Bereits am Montag – nur wenige Stunden, nachdem das letzte Sturmtief Antonia über Norddeutschland hinweggezogen ist, wurden den VGH-Mitarbeitern bereits 20.294 Sachschäden mit einer Schadenshöhe von 25,5 Millionen Euro gemeldet. Dazu kommen 745 gemeldete Schäden an Autos mit einer Schadenssumme von 1,5 Millionen Euro.

Einzelschäden im sechsstelligen Bereich

Dabei liegen nach den Worten des VGH-Unternehmenssprechers die gemeldeten Schadenshöhen im Bereich zwischen 750 und 5000 Euro. „Uns wurden neben einigen Hundert geringeren Schäden bis circa 750 Euro aber auch zahlreiche Großschäden gemeldet, bei denen der Sturm ganze Dächer von öffentlichen, kirchlichen und privaten Gebäuden zerstört hat. Sei es, dass Dächer unmittelbar durch den Wind stark in Mitleidenschaft gezogen wurden oder aber auch, dass ganze Dächer und Dachstühle durch umgestürzte Bäume stark beschädigt oder vollständig zerstört wurden. Hier sind auch Einzelschäden im Umfang von mehreren Hunderttausend Euro zu erwarten“, ergänzt Christian Worms und erinnert: Der letzte Wintersturm, der bei den VGH Versicherungen eine vergleichbare Größenordnung an Schadensaufwand verursachte, war Orkan ,Kyrill‘ im Januar 2007.“ kre

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