Sonntag , 4. Dezember 2022
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Dauerhaftes Klimacamp und Feuerstellen zum Zusammenkommen: Die Studenten Berit Krondorf und Simon Leibig haben ihre Ideen für den Marienplatz mit dem Team der "Zukunftsstadt" geteilt. (Foto: t&w)
Dauerhaftes Klimacamp und Feuerstellen zum Zusammenkommen: Die Studenten Berit Krondorf und Simon Leibig haben ihre Ideen für den Marienplatz mit dem Team der "Zukunftsstadt" geteilt. (Foto: t&w)

Ideenbörse am Lüneburger Marienplatz

Bei der Umgestaltung des Marienplatzes sollen die Bürgerinnen und Bürger Lüneburgs einbezogen werden. Das Realexperiment der "Zukunftsstadt Lüneburg 2030+" ist am 31. März Thema der 3sat-Fernsehsendung "Scobel."

Lüneburg. Wie kann aus dem Marienplatz, einem "schnöden Asphalt-Parkplatz", wie ihn Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch jüngst einmal nannte, ein Begegnungsort mit Aufenthaltsqualität werden? Darüber sollen die Bürger Lüneburgs künftig entscheiden (LZ berichtete). Zahlreiche LZ-Leser hatte dazu jüngst schon Vorschläge gemacht. In einer "Open-Air-Sprechstunde" auf dem Platz hat das Team der "Zukunftsstadt Lüneburg", eine Kooperation aus Zivilgesellschaft, der Universität und der Stadtverwaltung, Ideen gesammelt.

Begleitet wurden sie dabei am Mittwoch von einem Fernsehteam der 3sat-Sendung "Scobel". Der Philosoph und Theologe Gert Scobel wird in seiner Sendung zum Thema Nachhaltigkeit, die am 31. März um 21 Uhr ausgestrahlt werden soll, mit seinen Gästen unter anderem über das Realexperiment aus Lüneburg diskutieren.

Enorme Bandbreite der Themen

„Ich bin bei meinen Recherchen auf das Projekt gestoßen und begeistert darüber, wie die Stadt zusammenarbeitet und Dinge verändern will. Die Bandbreite an nachhaltigen Themen, die Lüneburg aufgreift, ist enorm“, findet 3Sat-Redakteurin Bianca Zarandi, Mitglied des Fernsehteams aus Köln.

Auf dem Marienplatz ging es nun zunächst einmal darum, mit Bürgern ins Gespräch zu kommen, Ideen einzusammeln und Anliegen zu besprechen. Konkret wird es aber erst nach Ostern: Dann startet der Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Platzes. Die besten eingereichten Vorschläge werden im Sommer für sechs bis acht Wochen in realen Experimenten ausgetestet. "In der Auswertung wollen wir dann schauen: Wie wirkt das? Welche Atmosphäre generieren wir damit?", verdeutlicht Zukunftsstadt-Projektmanagerin Sara Reimann. Dabei sollen aber auch harte Fakten nicht ausgeklammert werden: "Der Marienplatzes befindet sich zu zwei Dritteln im Senkungsgebiet. Wir müssen also darauf achten, dass nicht zu viel Wasser in den Boden eindringt." An einer Entwidmung des Parkplatzes möchten die Stadtplaner aber festhalten.

Dauer-Klimacamp oder eine Feuerstelle?

Zu den Passanten, die ihre Ideen mit der "Zukunftsstadt" geteilt haben, gehört Berit Krondorf. Die Studentin der Umweltwissenschaften war im Sommer Bewohnerin des Klimacamps, das am Marienplatz aufgeschlagen hatte. Gehe es nach ihr, sollte der Platz dauerhaft ein Treffpunkt für Klimaaktivisten sein. "Es war schön, dass der Klimaprotest so einen Ort und ein Gesicht hatte", blickt sie zurück.

Simon Leibig, ebenfalls Student, wünscht sich eine Feuerstelle auf dem Platz hinter dem Rathaus: "Wenn man sich die Menschheitsgeschichte anschaut, hat Feuer schon immer Menschen zusammengebracht. Das wäre doch auch hier schön."

Barfußpark und Tauschaktionen

Im Laufe des Vormittags haben noch viele weitere Passanten ihre Ideen auf gelbe Klebezettel geschrieben: Die Vorschläge reichten von einem Barfußpark über einen Riech- und Tastparcours für Kinder, eine Fahrradselbsthilfestation mit Schlauchautomat und Werkzeug, monatlichen Tauschaktionen bis hin zu Sitzmöglichkeiten im Grünen inklusive Pavillons für schlechtes Wetter und Wildblumen im Hochbeet.

Von Anna Hoffmann

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