Dienstag , 6. Dezember 2022
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Viele Schüler berichten, dass das Homeschooling eine besondere mentale Belastung sei. (Foto: AdobeStock)
Viele Schüler berichten, dass das Homeschooling eine besondere mentale Belastung sei. (Foto: AdobeStock)

Schüler fordern mehr Unterstützung in der Pandemie

Ist das Corona-Abi etwas wert? Kann es mehr mentale Unterstützung an Schulen geben? In einer Gesprächsrunde mit Kultusminister Tonne sprachen Schüler mentale Belastungen durch Homeschooling und Co an. Auch Gymnasiasten aus Oedeme waren dabei.

Lüneburg. Schüler aus ganz Niedersachsen sind am Donnerstag in einer digitalen Schalte mit Kultusminister Grant Hendrik Tonne zusammengekommen, darunter auch Jugendliche des Gymnasiums Oedeme. Bei dem Austausch ging es um die Folgen der Corona-Regeln für Schüler und ihre Wünsche für die kommende Zeit. Deutlich stellten viele der Schüler klar, dass die Sorge vor einer Ansteckung, aber auch das Homeschooling, eine mentale Belastung mit sich gebracht habe. "Manche sind nicht so gut im Homeoffice mit dem Stoff hinterhergekommen. Hier wäre die Unterstützung von Lehrerseite gut, und dass Angebote gemacht werden, um alle wieder abzuholen", sagte ein Schüler. Ein anderer wies darauf hin, dass es nun zusätzliche seelische Hilfe geben müsse. "Es wäre hilfreich, wenn es an Schulen eine bessere mentale Betreuung gäbe." Denn ein Platz bei einem Psychologen zu bekommen, sei aktuell kaum realistisch.

Hoher Druck aufgrund nur noch einer benoteten Arbeit pro Halbjahr

Tonne gab an, dass Schule hier einen Beitrag leisten solle und wolle, das schulpsychologische Angebot ausgeweitet werden solle. Doch: "Schule kann das nicht alleine leisten. Da braucht es auch Angebote von außerhalb."

Eine Schülerin wies den Minister darauf hin, dass die neue Regelung, nur noch eine Arbeit pro Fach und Halbjahr schreiben zu müssen, einen großen Druck ausgelöst habe. "Sie wollten damit bestimmt für Entspannung sorgen, aber diese eine Arbeit muss natürlich richtig gut werden, die will keiner verhauen. Und dann setzen Lehrer teilweise ihre Arbeiten aus unterschiedlichen Fächern nahe hintereinander an, sodass der Druck, gut zu lernen, noch höher ist."

Tonne argumentierte, dass den Schulen zugleich viel mehr Möglichkeiten für die Benotung zustünden, auch Referate, Präsentationen, etc. Er sagte jedoch auch, dass einige hier wohl noch mehr abgeholt werden müssten.

Keine Maskenpflicht mehr nach den Osterferien

Einige der Schüler wünschten sich in dem Austausch mehr Normalität im Schulalltag. "Warum kann ich am Platz im Restaurant die Maske absetzen, in der Schule aber nicht?" Der Kultusminister verwies hier auf die Freiwilligkeit eines Restaurantbesuchs im Gegensatz zum Schulbesuch. Nach den Osterferien werde das aber eh geändert. Dann habe er keine gesetzliche Grundlage mehr für eine Pflicht. "Nach den Osterferien wollen wir alle Schüler bitten, die Maske noch acht Tage lang zu tragen. Aber das beruht auf Freiwilligkeit." Gleiches gelte für die Testungen, das Angebot bestehe danach aber weiter.

Corona-Abi stehe der Qualität anderer Jahre in nichts nach

Am Ende fragte eine Schülerin den Minister geradeheraus, ob er jemanden aus dem Abi-Jahrgang 2020/2021/2022 einstellen würde. "Ist unser Abi genauso viel wert? Auch mit Blick auf Arbeitgeber?" Hier antwortete Tonne deutlich mit Ja. "Die Qualität dieses Abis steht anderen in nichts nach. Jeder kann auch hier mit Stolz sagen, das Abi war genauso schwierig wie sonst auch."

Grundlage des Gesprächs mit dem Kultusminister war eine Umfrage, die das Ministerium Ende Januar verschickt hatte. Im Vordergrund stand dabei das Thema "Bewältigung der Corona-Pandemie", aber auch allgemeine Wünsche seitens der Schülerschaft. Insgesamt hatten sich an der Umfrage rund 35.000 Schüler aus 175 Schulen beteiligt. In den nun anstehenden, digitalen Gesprächsrunden kommen auf mehrere Termine verteilt 75 Schüler aus 25 Schulen zu Wort, um sich über die Ergebnisse der Umfrage auszutauschen.

Von Laura Treffenfeld

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