Montag , 5. Dezember 2022
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Insgesamt wurden 2021 von den 14- bis 21-Jährigen in Lüneburg 258 Delikte erfasst. Am häufigsten vertreten dabei war der Diebstahl.
Insgesamt wurden 2021 von den 14- bis 21-Jährigen in Lüneburg 258 Delikte erfasst. Am häufigsten vertreten dabei war der Diebstahl. (Foto: AdobeStock)

Jugendkriminalität in Lüneburg durch Corona kaum verändert

Das "Haus des Jugendrechts" arbeitet daran, Rückfallquoten von straffällig gewordenen Jugendlichen zu verringern. In der Corona-Zeit haben sich Zahlen und Deliktarten nicht groß verändert. Die häufigsten Delikte waren die Diebstähle.

Lüneburg. Wenn Jugendliche auffällig werden, eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat begehen, dann soll das Projekt "Haus des Jugendrechts" in Lüneburg dafür sorgen, dass das in Zukunft möglichst nicht mehr vorkommt. "Bei uns steht der Erziehungsgedanke im Vordergrund, wir wollen die Jugendlichen nicht bestrafen" sagt Sozialpädagogin Regina Lampe. Sie arbeitet bei der städtischen Jugendhilfe im Strafverfahren, die wiederum einen von mehreren Kooperationspartnern vom Haus des Jugendrechts darstellt. Die übrigen bestehen aus Vertretern von Polizei, Staatsanwaltschaft, Amtsgericht sowie dem Jugendamt des Landkreises.

2019 ist das Pilotprojekt in Lüneburg zur Bekämpfung von Jugendkriminalität gestartet, nun wurde im Jugendhilfeausschuss der Stadt noch einmal vorgestellt. Der Wunsch: das Haus des Jugendrechts bekannter zu machen.

Konsequenzen sollen schneller spürbar werden

Die Hoffnung liegt bei der Arbeit der Kooperationspartner darauf, Rückfallquoten zu verringern. Auch Ermittlungsverfahren, die manchmal Monate oder ein Jahr dauern, sollen verbessert werden. Auch geht es darum, dass für Jugendliche, die eine Straftat begangen haben, die Konsequenz dafür, also eine entsprechende Maßnahme zeitnah erfolgt, sie zum Beispiel ihre Sozialstunden so zeitnah wie möglich ableisten.

Durch die enge Zusammenarbeit der Partner können oft schnell individuelle Lösungen für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen gefunden werden. Dafür wird auch mit der Drogenberatungsstelle Drobs sowie dem Albert-Schweitzer-Familienwerk zusammengearbeitet. Letzteres bietet etwa Anti-Agressivitäts-Trainings an oder Coachings zum Umgang mit Konflikten. "Neu dazu kommen wird bald ein Verkehrserziehungsprojekt, denn wir haben auch mit Fahren ohne Führerschein zu tun", sagt Regina Lampe.

Diebstahl ist das am weitesten verbreitete Delikt

Die gängigsten Delikte der jungen Lüneburger sind Körperverletzung, Diebstahl, Betrug und Drogen-Delikte. "Körperverletzung kann zum Beispiel auch eine Schlägerei auf dem Schulhof sein", verdeutlicht Lampe.

2018, 2019 und 2021 waren die Diebstähle die häufigsten Delikte, also auch in der Coronazeit. Nur 2020 lagen sie leicht hinter den Körperverletzungen. Insgesamt wurden 2021 von den 14 bis 21-Jährigen in Lüneburg 258 Delikte erfasst. 55 Mal waren Mädchen die Delinquenten, 203 Mal Jungen. 2019 waren es mit insgesamt 256 Delikten ähnlich viele. "Corona hat hier keine große Veränderung gebracht", sagt Regina Lampe.

Die Jugendhilfe im Strafverfahren darf im Übrigen auch präventiv arbeiten. "Bei uns darf man auch klingeln, wir können dann weitervermitteln oder weiterhelfen." Ab April wird das Büro in der Haagestraße 3d zu finden sein.

Von Laura Treffenfeld

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