Montag , 5. Dezember 2022
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Auf der markierten Fläche am Vrestorfer Weg könnten Wohnungen entstehen.
Auf der markierten Fläche am Vrestorfer Weg könnten Wohnungen entstehen. (Foto: be)

Kleines Baugebiet am Vrestorfer Weg geplant

Die Nachfrage nach Wohnraum ebbt in Lüneburg nicht ab. Etwas Abhilfe schaffen könnte ein kleines Wohngebiet, das am Vrestorfer Weg entstehen soll. Im Bauausschuss der Stadt stellte die Verwaltung erste Planungen vor, schilderte auch ein gewisses Konfliktpotenzial.

Lüneburg. Der Bedarf an Wohnraum ebbt auch in Lüneburg nicht ab. Rund 40 bis 60 Wohneinheiten könnten auf einem zwei Hektar großen Areal am Vrestorfer Weg entstehen, das einem Investor gehört. Dem Aufstellungsbeschluss für die Änderung des bestehenden Bebauungsplanes stimmten jetzt die Mitglieder des Bauausschusses der Stadt Lüneburg mehrheitlich zu, gaben damit den Startschuss für das Projekt. Bei der Vorstellung machte die Verwaltung aber auch deutlich, dass das Baugebiet mit Herausforderungen verbunden sei.

Rechtskräftiger Bebauungsplan muss geändert werden

Im rechtskräftigen Bebauungsplan ist das Areal als Gewerbegebiet festgesetzt. Danach sind im äußerten Osten zwei Vollgeschosse und nur Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude sowie Tankstellen zulässig. Im Westen besteht die Beschränkung der Art der Betriebe nicht, maximal sind drei Vollgeschosse zulässig. Angrenzend an die Waldflächen im Norden ist im Nordosten eine Fläche festgesetzt, die von jeder Bebauung freizuhalten ist, Bäume und Sträucher sind hier zu erhalten.

In den vergangenen Jahren war auf dem Areal eine Flüchtlingsunterkunft untergebracht, derzeit befindet sich dort ein Übergangsquartier der Kita am Kalkberg sowie der Krippe "Farbklexe", für die die Lebenshilfe Neubauten am Fuße des Kalkbergs errichten will.

30 Prozent geförderter Wohnraum

Mit der Änderung des Bebauungsplanes sollen Wohn- und gemischte Bauflächen, die auch Raum bieten für soziale und kulturelle Nutzungen, entstehen, erläuterte Matthias Eberhard, Bereichsleiter Stadtplanung. Geplant sei mindestens 30 Prozent mietpreisgebundener, geförderter Wohnraum.

Abstand halten zum angrenzenden Naturschutzgebiet

Zu dem im Norden angrenzenden Naturschutzgebiet sind laut Eberhard 30 Meter Abstand einzuhalten. In Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde sei eine Verringerung auf 25 Meter bereits erörtert worden. Im Süden angrenzend befindet sich ein Gewerbegebiet – wobei die direkt angrenzende Fläche, die zu Roy Robson gehört, derzeit frei von Bebauung ist. Eberhard machte deutlich, dass es bei der Konstellation Gewerbe- und angrenzendes Wohngebiet zu Immissionskonflikten kommen könnte. Eine erste lärmtechnische Untersuchung habe das ergeben. Gleichwohl gebe es Möglichkeiten des passiven Schallschutzes sowie architektonische Maßnahmen wie Vorhangfassaden, die Lärm sozusagen abschotten.

Konfliktpotenzial durch Gewerbegebiet

Wolf von Nordheim (Grüne) nannte es einen guten Weg, dass Gewerbe- in Wohnflächen umgenutzt werden sollen. Er verwies darauf, dass es vis-à-vis des Areals bereits seit Jahren eine Wohnbebauung mit Einzel- und Doppelhäusern gebe. "Haben sich diese Anwohner je über übermäßigen Lärm beklagt?", wollte er wissen. Stadtbaurätin Heike Gundermann verneinte dies, gab aber zu bedenken, dass das Gewerbegebiet seine Kontingente erhöhen könnte. "Wir müssen die Wohnbebauung also so konzipieren, dass der Lärm nicht belästigt."

Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung

Eckhard Pols (CDU) sieht es hingegen kritisch, dass Gewerbeflächen in Wohnbebauung umgewandelt wird. "Warum werden bestehende angeknabbert?" Es gebe kaum noch verfügbare Gewerbeflächen. Die Stadtbaurätin hielt dagegen, dass der Eigentümer der Fläche auf die Stadt zugekommen sei, um Wohnbebauung zu realisieren. Als Übergang zur angrenzenden Wald- und Naturschutzfläche sehe sie das als gute Möglichkeit an. Ralf Gros (Grüne) gab zu bedenken, dass der Abstand zu dieser Fläche nicht verringert werden solle. Eine Wohnbebauung sorge für Unruhe, die Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet habe. Seine Anregung: Eine Umweltprüfung.

Bei einer Gegenstimme (Eckhard Pols) stimmte der Ausschuss der Änderung des Bebauungsplanes zu sowie einer frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung.

Von Antje Schäfer

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