Sonntag , 4. Dezember 2022
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Eine Notunterkunft für Vertriebene aus der Ukraine möchte die Hansestadt Lüneburg kurzfristig in den Räumen der früheren Mensa und Bibliothek der Leuphana Universität im Roten Feld einrichten. (Foto: t&w)
Eine Notunterkunft für Vertriebene aus der Ukraine möchte die Hansestadt Lüneburg kurzfristig in den Räumen der früheren Mensa und Bibliothek der Leuphana Universität im Roten Feld einrichten. (Foto: t&w)

Notunterkunft in der Lüneburger Uni-Mensa

In dem schon länger leer stehenden Komplex will die Hansestadt Flüchtlinge aus der Ukraine unterbringen. Mit mobilen Bauteilen sollen aus den großen Bibliotheksräumen 20 bis 25 kleinere, möblierte Wohneinheiten werden. Aber es sollen auch noch weitere Notunterkünfte bereitgestellt werden.

Lüneburg. Die Stadt Lüneburg möchte eine Notunterkunft für Vertriebene aus der Ukraine im Roten Feld einrichten. Noch vor Ostern soll sie in den Räumen der ehemaligen Bibliothek und Mensa der Universität entstehen. Sie soll etwa 80 bis 100 Personen Platz bieten. Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch habe gute Gespräche mit der Universität dazu geführt, heißt es aus dem Rathaus. Der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss der Stadt wird am Dienstag, 29. März, darüber entscheiden. Bereits im Laufe der kommenden Woche sollen dann Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) das Gebäude her- und einrichten.

THW-Helfer übernehmen die Einrichtung des Gebäudes

Das THW werde etwa zwei Wochen benötigen, bis es bezogen werden kann. Mit mobilen Wänden und Bauteilen sollen aus den großen Bibliotheksräumen etwa 20 bis 25 kleinere, möblierte Wohneinheiten werden, geeignet für Familien, aber auch Einzelpersonen. Für die Verpflegung können die Mensaräume genutzt werden. Zusätzliche Sanitärräume werden voraussichtlich auf dem Hof des Gebäudes mobil errichtet. Die Stadtverwaltung ist mit möglichen Betreibern für die Unterkunft im Gespräch. Auch die städtischen Sozialarbeiter werden als Ansprechpersonen vor Ort sein.

Kalisch sagt: „Ich danke Sascha Spoun und dem Team der Leuphana sowie dem THW für die kurzfristige Unterstützung. Unsere Unterkünfte füllen sich, und die Zuzug-Situation ist nach wie vor recht ungeordnet. Wir müssen vorausschauend planen und wissen nicht, wie viele Personen wann wirklich kommen und wie lange sie bleiben.“

Parallel prüft die Stadt alle Möglichkeiten zur Schaffung weiterer Unterkunftsplätze. So sollen reguläre Gemeinschaftsunterkünfte aufgestockt oder weitere eingerichtet werden. Auch Übergangslösungen mit Hotels, Ferienwohnungen und privaten Angeboten werden geprüft und vorbereitet.

Interdisziplinärer Ukraine-Stab in der Verwaltung

Damit und mit vielen weiteren Fragen beschäftigt sich ein interdisziplinärer Ukraine-Stab in der Verwaltung. Die Notunterkunft im Uni-Komplex würde vermutlich nicht die Letzte sein. Sie verschaffe aber etwas Luft, um möglichst lange ohne die Umnutzung von Turnhallen auszukommen, heißt es von den Planern. Auch über diese Option hatte Kalisch am Donnerstag bereits mit den Rektoren der städtischen Schulen gesprochen. Die andere Nutzung von Turnhallen werde zwar vorbereitet, sei aber für die Verwaltung das letzte Mittel der Wahl, versicherte die Oberbürgermeisterin.

Vorbehaltlich der Entscheidung des Ausschusses kommende Woche möchte die Verwaltungschefin gemeinsam mit Fachkräften unter anderem aus dem eigenen Haus über das Vorhaben auf einer Bürgerversammlung informieren, und zwar am Donnerstag, 31. März, 18 Uhr. Ein Veranstaltungsraum in der Nähe werde noch festgelegt. Vor allem an Interessierte aus der näheren Umgebung der Liegenschaft richtet sich das Angebot. Wer teilnehmen möchte, solle sich möglichst bis Mittwochabend per E-Mail anmelden unter stadt@lueneburg.de unter Angabe von Name, Telefonnummer und Adresse. Sollte die Anzahl der Sitzplätze nicht ausreichen, wird die Stadt Interessierten aus der Nachbarschaft Vorrang einräumen. Für die Teilnahme ist ein 3G-Nachweis erforderlich, auch muss eine FFP-2-Maske getragen werden. lz

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