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Klinikum Lüneburg
Ab Dienstag, 19. April, müssen Besucher am Klinikum Lüneburg einen negativen Coronatest vorlegen. (Foto: phs)

Lüneburger Ärzte beteiligen sich an Warnstreik

Der Marburger Bund fordert bessere Arbeitsbedingungen an Kliniken und höhere Gehälter. Auch in Lüneburg wird gestreikt und demonstriert.

Lüneburg. Die Liste der Forderungen ist lang, doch die Arbeitgeber haben bisher kein Angebot gemacht. Daher verstärkt die Ärzteorganisation Marburger Bund den Druck. In Frankfurt ist am Donnerstag eine zentrale Kundgebung geplant, doch auch in Lüneburg wird es vor dem Klinikum eine Demonstration geben.

Rund 200 Ärzte werden erwartet, etwa 100 aus Lüneburg von Klinikum und PKL, rund 100 aus Winsen/Luhe und Buchholz, sagt Stephanie Hübner, Pressereferentin des Marburger Bundes. Der Protest in Lüneburg habe eine größere Dynamik erhalten, weil der Geschäftsführer des Lüneburger Klinikums, Dr. Michael Moormann, in den Tarifgesprächen an der Seite des Verbandes der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sitzt.

Der Marburger Bund fordert von dem VKA vor allem, die Arbeitsbedingungen zu verbessern:

▶ maximal zwei Wochenenden/Monat mit regelmäßiger Arbeit, Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft

▶ maximal vier Bereitschaftsdienste/Monat

▶ maximal 12 Rufbereitschaften/Monat

▶ verlässliche Dienstplangestaltung

Zudem fordert der Marburger Bund 5,5 Prozent mehr Gehalt für die Ärzte.

Forderungen "seit über einem halben Jahr auf dem Tisch"

„Die Forderungen des Marburger Bundes liegen seit über einem halben Jahr auf dem Tisch, ohne dass der VKA um eine Einigung bemüht ist“, kritisierte Hans Martin Wollenberg, Vorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen. „Wir befinden uns seit über zwei Jahren in einer Pandemie, und Ärzte werden einfach hingehalten und über Gebühr belastet. Die Ärzte sind am Limit. Das Verhalten des VKA gefährdet die Patientensicherheit.“

Andreas Hammerschmidt, Zweiter Vorsitzender, verdeutlicht: „Insbesondere unter den jungen Kollegen ist die Streikbereitschaft hoch. Wir sind nicht bereit, unter diesen Bedingungen noch mehrere Jahrzehnte zu arbeiten und dabei unsere Gesundheit und damit die der Patienten aufs Spiel zu setzen.“ wko

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