Montag , 5. Dezember 2022
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Gesa Schütte von der Autobahn GmbH (vorne) und Anwohner Borwin Pahl (dahinter) bei einem Ortstermin im Mai 2021 an der Ostumgehung. Beide treffen sich am Freitag im Begleitausschuss A39 wieder. (Foto: t&w)

A39: Neue Zahlen zum Lärmschutz

Einige Brisanz birgt die Sitzung des Begleitausschusses A39 am Freitag in der IGS Kreideberg. Unter anderem stellt die Autobahn GmbH ergänzende Berechnungen zum Lärmschutz im Bereich Erbstorfer Landstraße vor.

Lüneburg. Schon lange fordern Anwohner und die Stadt Lüneburg eine ergänzende Berechnung zum Lärmschutz für die geplante Autobahn 39 im Bereich der Erbstorfer Landstraße. Bereits Mitte Oktober des vergangenen Jahres hat die Außenstelle Lüneburg der Autobahn GmbH die Ergebnisse der Berechnung an die Stadtverwaltung übergeben, am Freitag werden sie im Begleitausschuss A 39 zum ersten Mal öffentlich vorgestellt. Die Sitzung beginnt um 15 Uhr in der Aula der IGS Kreideberg, Thorner Straße 14.

Variante wird von Anwohnern kritisch gesehen

„Hintergrund ist, dass die ausgewählte Variante von Anwohnern kritisch gesehen wird, die Verwaltung auch städtebauliche Aspekte ins Feld geführt hat“, sagt Außenstellen-Leiterin Gesa Schütte. Untersucht worden sind unter anderem die Effekte, die ein längerer Deckel, höhere oder niedrigere Lärmschutzwände hätten.

„Darüber ist in der Vergangenheit viel diskutiert worden, ohne dass die verschiedenen Varianten mit Zahlen hinterlegt werden konnten. Das ist durch die ergänzende Berechnung nun möglich“, erläutert Schütte. Die Zahlen ließen klare Rückschlüsse zu, welche Maßnahmen mit Blick auf den Lärmschutz wie viel brächten und was sie kosteten. Zu den Ergebnissen selbst wollte sie sich im Vorfeld der Sitzung nicht äußern.

Anwohner haben Fragenkatalog vorbereitet

Einen ganzen Fragenkatalog wird Anwohner Borwin Pahl mit in den Begleitausschuss nehmen. Seit Jahren sieht er den Planungsprozess kritisch. Unter anderem will Pahl von der Stadtverwaltung wissen, warum die Ergebnisse der ergänzenden Berechnung zum Lärmschutz erst nach fünf Monaten der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Außerdem fragt er sich nach der Besichtigung des Hamburger Autobahndeckels bei Schnelsen am vergangenen Wochenende, warum das fast 470 Meter lange Bauwerk ohne Entlüftungswerk auskommt? „Uns Anwohnern in Lüneburg ist immer wieder gesagt worden, dass der Tunnel wesentlich teurer wird, wenn er länger als 400 Meter ist, weil dann ein Entlüftungswerk gebaut werden müsste“, so Pahl.

Gestaltungsdialog für Lärmschutzdeckel

Bei der Sitzung wird die Autobahn GmbH die Mitglieder des Begleitausschusses aber auch über das weitere Vorgehen beim Gestaltungsdialog für den geplanten Lärmschutz-Deckel informieren. Bereits im Herbst des vergangenen Jahres waren bei einer Ideenwerkstatt viele Vorschläge von Anwohnern und Interessierten gesammelt worden, die in den Folgemonaten in zwei Konzepte eingeflossen sind.

Die beiden Entwürfe unter den Titeln „Nachhaltigkeit“ und „Mehrgenerationenpark“ werden am Freitag ebenfalls im Begleitausschuss vorgestellt. Anfang Mai sollen dann die Bürgerinnen und Bürger bei einer Online-Abstimmung entscheiden, welcher Entwurf im Detail ausgearbeitet wird. „Auch hier werden wir die Anwohner direkt einbeziehen, um ihren Bedürfnissen gerecht zu werden“, kündigt Schütte an.

Aus Sicht von Pahl reicht das Beteiligungsverfahren jedoch zu weit. „Ich meine, die Entscheidung sollte allein den Anwohnern in einem bestimmten Umkreis überlassen werden.“

Von Malte Lühr

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