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Junger Baum
Die Täter benutztes offenbar eine Astschere, um die jungen Bäume abzuschneiden. (Foto: Stadt Lüneburg)

Vandalismus in Bardowick: 600 junge Bäume zerstört

Unbekannte haben in Bardowick auf einer Fläche von rund einem Hektar etwa 600 Eichen und Flattterulmen mutwillig zerstört. Der Schaden beläuft sich auf mehr als 3000 Euro. Stadtförster Per-Ole Wittenburg ist fassungslos.

Lüneburg/Bardowick. Wer macht so etwas nur? Lüneburgs Stadtförster Per-Ole Wittenburg ist fassungslos und wütend zugleich: Unbekannte haben nämlich in Bardowick auf einer rund einen Hektar großen Fläche, die dem Hospital St. Nikolaihof gehört, etwa 600 Eichen und Flatterulmen mutwillig zerstört. "Das ist eine Form von Vandalismus, die die Hansestadt Lüneburg so noch nie erleben musste", sagt schockiert auch Ann-Kristin Jenckel, Pressesprecherin der Stadt Lüneburg.

Mit Astschere abgetrennt und liegen gelassen

Die fingerdicken Triebe wurden offensichtlich mit einer Astschere abgetrennt und dann einfach liegen gelassen. Da die Schnittstellen noch recht frisch sind, schätzt Stadtförster Witteburg, dass die Tat innerhalb der letzten vier Wochen begangen wurde. Aufgefallen war der Schaden im Rahmen von Zaunkontrollen in dem Gebiet.

"So etwas macht man nicht mal eben in zehn Minuten, da hat sich einer richtig Arbeit gemacht", sagt Per-Ole Wittenburg, der den finanziellen Schaden auf mehr als 3000 Euro schätzt. Doch nicht nur der finanzielle Verlust ärgert den Förster, auch ökologisch hat diese Tat großen Schaden angerichtet.

Großer ökologischer Schaden

Denn auf der Fläche hatte das Stadtforstamt nach schweren Borkenkäferschäden in den Jahren 2018 und 2019 im vergangenen Jahr mit Eichen, Flatterulmen und Hainbuchen einen standortangepassten Mischwald aufgeforstet. „Der Anwuchserfolg der mittlerweile dreijährigen Bäume war nach dem letzten recht feuchten Jahr sehr gut, so dass dieser Schaden besonders schwer wiegt“, bedauert Wittenburg.

Jetzt also müssen die Forstarbeiter noch einmal auf die Fläche und die Zeit drängt. "Wir befinden uns schon am Ende der Pflanzsaison", erklärt der Stadtförster – schon in der kommenden Woche sollen die Ersatzpflanzen in die Erde. "Glücklicherweise haben wir noch ausreichend passendes Pflanzgut bekommen", sagt Wittenburg, der nun hofft, dass die neuen Bäumchen so gut anwachsen und gedeihen werden wie die, die dem Vandalismus zum Opfer gefallen sind. Zudem hat der Förster Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstattet.

Solche Aktionen sind kein Einzelfall

Leider sind solche Aktionen kein Einzelfall: Immer wieder fallen Bäume und Anpflanzungen dem Vandalismus um Opfer. Bei Erfurt beispielsweise wurden vor wenige Wochen Bäume mutwillig zerstört, die gepflanzt worden waren um den Bestand zu stabilisieren.

Von Klaus Reschke

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