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Kita Hunden
Samtgemeindebürgermeister Kathrin Bockey (hinten rechts), Maren Dittmer von der Verwaltung und Karsten Qualmann pflanzen gemeinsam mit einigen Kindern einen Walnussbaum. (Foto: rin)

KinderGarten in Hunden macht Natur erlebbar

Hunden initiiert ein Projekt für Gundschule und Kita. Dort entsteht ein Bildungsort mit Leuchtturmcharakter.

Hunden. „Den Löwenzahn kennt jedes Kind“ heißt es lustig in dem Kinderlied, das die Mädchen und Jungen aus der Hundener Kindertagesstätte (Kita) Löwenzahn sangen. Tatsache ist allerdings, dass dem längst nicht mehr so ist. Um Kindergarten-Knirpsen und Schulkindern Natur näherzubringen und ihnen zu zeigen, wie wichtig Umweltschutz ist, hat sich jetzt in Hunden eine Initiative entwickelt, die absoluten Vorbildcharakter hat: Viele Akteure aus dem Ort und darüber hinaus haben einen „KinderGarten“, also einen Garten für Kinder, angelegt.

„Als ich das erste Mal von dem Projekt gehört habe, dachte ich an zwei größere Pflanzkästen“, gestand Christian Raab, Leiter der Grundschule Binnenmarsch, jetzt zur Eröffnung des Gartens. Wie weit er daneben lag, offenbaren die tatsächlichen Ausmaße des Areals: Auf einem 5000 Quadratmeter großen Gelände gleich neben Schule und Kita soll der Garten wachsen, den Kindergarten- und Schulkinder dann mit reichlich Unterstützung gemeinsam bewirtschaften wollen. Dort ist nicht nur Platz für eine Streuobstwiese, sondern auch für eine Wildblumenwiese, eine Kräuterschnecke und Hochbeete, Sitzecken, Schautafeln, eine Wiese mit Feuerschale, viele Nistkästen und einen Barfußpfad mit Wasserrinne. Der Weg zu einem grünen Klassenzimmer ist also bereitet.

Munteres Quartett hatte die Idee

Entstanden war die Idee vor über einem Jahr aus einer Kaffee-29laune heraus von einem munteren Quartett: Otto Twesten und die Elbmarscher Lokalpolitiker Kathrin Bockey, inzwischen Samtgemeindebürgermeisterin, Uwe Harden und Karsten Qualmann gehören zur Ideenschmiede, die darüber nachdachte, was Kommunen mit ihren Flächen im Zuge des Erhalts der Artenvielfalt Sinnvolles anstellen können. Ihre Idee eines KinderGartens nahm mehr und mehr Gestalt an, sodass das Quartett anfing, Klinken zu putzen und Mittel für die Verwirklichung einzuwerben.

Ihr unermüdlicher Einsatz sollte sich auszahlen. Inzwischen sind nicht nur Kita, Grundschule, Schulverein und Feuerwehr aus Hunden hochgradig in das Projekt verstrickt: Unzählige Privatleute, mittelständische Unternehmen der Region, die Banken und Sparkassen, die niedersächsische Bingo-Umweltstiftung sowie seit Kurzem auch die Leader-Region Achtern-Elbe-Diek öffneten ihre Herzen und Schatullen und unterstützen den KinderGarten finanziell. Rund 45.000 Euro sind inzwischen für das Projekt zusammengekommen. Damit aber nicht genug: Diverse Sachspenden und enorm viel Eigenleistung stecken inzwischen in dem Projekt.

Bäume, Sträucher und Stauden

„In einem echten Kraftakt haben wir gerade erst den Wildschutzzaun gesetzt und Bäume und Stauden in die Erde gebracht“, erzählt Twesten. 210 Obstbäume und Beerensträuchen, aber auch insektenfreundliche Stauden sollen im KinderGarten wachsen. Kathrin Bockey spendierte von der Samtgemeinde einen Walnussbaum, den sie mithilfe von Karsten Qualmann und Kollegin Maren Dittmer aus der Verwaltung sowie einiger Kindergartenkinder zur Eröffnung einpflanzte.

Christian Raab sprach den vielen Akteuren, die handfest mit anpackten, seinen Dank und seinen Respekt aus: „Ihr innerer Antrieb, sich in dieses Projekt sprichwörtlich zu graben, ist unglaublich. In diesem KinderGarten können die Mädchen und Jungen lernen, in und mit der Natur zu leben. Nur wenn die Kinder wissen, wie Natur funktioniert, sind sie bereit, ihre Umwelt zu schützen.“

Damit der KinderGarten ein Bildungsort mit Leuchtturmcharakter für die gesamte Region werden kann, sind noch unzählige Spatenstiche, Bauaktionen und auch Finanzmittel nötig. „Demnächst bauen wir noch ein Treibhaus auf“, berichtet Klaus-Peter Peters vom Förderverein der Feuerwehr. Das entstammt auch einer Sachspende für den KinderGarten. Ein Gartenhäuschen für die Geräten wird folgen. „Und wir hätten natürlich dort auch gerne einen Stromanschluss, damit wir eine elektrische Wasserpumpe betreiben können“, wünschen sich Peters und Twesten, deren Ideenreichtum so munter weiter wächst, wie der KinderGarten auch tun soll.

Von Kathrin Röhlke

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