Mittwoch , 28. September 2022
Anzeige
Patrick Ristow vom Heid Löper stellt die Landeszeitung im Hanseviertel zu. (Foto: t&w)
Patrick Ristow vom Heid Löper stellt die Landeszeitung im Hanseviertel zu. (Foto: t&w)

Mehr Vollzeitjobs in der LZ-Zustellung

Die Corona-Pandemie geht auch an den LZ-Zustellern nicht spurlos vorüber. Hohe Infektionszahlen führen dazu, dass vielerorts die Briefkästen leer bleiben. Zuständig für die Zustellung der LZ ist die Heid Löper GmbH. Deren Geschäftsführer will die Krise als Chance nutzen und Zuverdienst-Jobs in Vollzeitstellen umwandeln.

Lüneburg. Manche Zeitungsrollen bleiben dieser Tage leer, oder die LZ kommt später als sonst üblich: Leider ein Bild, das sich in den vergangenen Wochen an einigen Orten wiederholt – besonders im ländlichen Raum, in dem einen und anderen Dorf im Landkreis. Das Problem bei der Zustellung sei vielschichtig, erklärt Geschäftsführer Thomas Gräble von der Heid Löper GmbH, die täglich unter anderem die Landeszeitung für das Medienhaus Lüneburg zustellt.

„Es fehlt Personal, die gesamte Logistikbranche findet wegen der Corona-Pandemie derzeit kaum neue Mitarbeiter“, sagt er. Seinem Unternehmen geht es nicht anders. Seit Wochen kommt erschwerend hinzu, dass beim Heid Löper wie auch in anderen Betrieben die Infektionen mit der Omikronvariante des Virus dauerhaft hoch sind, die Ausfallzahlen bei den Zeitungsausträgern dementsprechend. „Das schlägt durch und hat zur Folge, dass wir manchen Zustellbezirk nicht beliefern können oder Springer einsetzen müssen – je ländlicher der Bezirk, desto größer ist das Problem“, erläutert Gräble. Alternativen wie eine Zustellung durch die Deutsche Post als letzte Option erwiesen sich im Vergleich zu früheren Jahren aktuell als wenig praktikabel. Letztlich habe auch die Post mit denselben Problemen zu kämpfen wie die gesamte Logistikbranche.

Feste Jobs als tragende Säule für Expansionspläne

So unbefriedigend die Situation für LZ-Abonnenten und Vertrieb ist, Gräble sieht in der derzeitigen Krise auch die Chance, die Lage für die Zukunft deutlich zu verbessern. Der Heid Löper habe bereits begonnen, die Weichen dafür zu stellen, sagt er. „Wir bauen die Mitarbeiterstruktur um – hin zu noch mehr Vollzeitstellen und weg von den klassischen Zuverdienern, die oft als Zeitungsausträger arbeiten“, berichtet der Geschäftsführer. Feste und sozialversicherungspflichtige Jobs seien die tragende Säule für die Expansionspläne des Logistikunternehmens, das damit einhergehend sein Leistungsspektrum deutlich ausbauen will.

„In diesem Weg sehe ich die Chance, auch Mitarbeiter für die Zustellung in der Fläche zu finden“, betont er und wirbt für die Mitarbeit beim Heid Löper mit seinen derzeit rund 800 Mitarbeitern: „Der Job bei uns ist gut. Wer mitmachen will, meldet sich einfach.“

„In diesem Weg sehe ich die Chance, auch Mitarbeiter für die Zustellung in der Fläche zu finden.“ - Thomas Gräble, Geschäftsführer Heid Löper

Arbeitsplätze sollen für vernetztes Arbeiten digitaler werden

Zeitgleich sei geplant, die Arbeitsplätze digitaler zu gestalten – etwa über die Ausstattung mit Systemen, die Mitarbeiter über Smartphone und App noch vernetzter als bislang arbeiten lasse. „Wir investieren ordentlich in neue Mitarbeiter – da ist noch viel Luft nach oben – und in die weitere Digitalisierung, um dem Qualitätsanspruch des Kunden entsprechen zu können“, fasst Gräble zusammen.

Auch Thomas Grupe, Bereichsleiter Märkte im Medienhaus Lüneburg und zuständig für den Kunden-Service, sieht in der momentan schwierigen Situation die Chance, den Service zu verbessern. „Wir arbeiten eng mit Verlag und Heid Löper zusammen, um die Lage zunächst zu stabilisieren und für die Zukunft gleichzeitig zu verbessern“, sagt er.

Informationsflüsse im LZ-Kunden-Service werden optimiert

Zu dem hohen Krankenstand der Mitarbeiter durch Coronainfektionen hätten gleichzeitig noch technische Komplikationen mit der Telefonanlage des Medienhauses die Arbeit erschwert – und das bei erhöhter Nachfrage wegen der Probleme bei der LZ-Zustellung.

„Das Informations- und Auskunftsbedürfnis unserer Kunden war entsprechend groß. Einige haben uns nicht geglaubt, dass es tatsächlich Engpässe gibt“, berichtet Gruppe. Aber, so betont er, nach den erklärenden Gesprächen hätten die meisten Verständnis für die schwierige Situation gezeigt. „Wir werden daher unsere internen Informationsflüsse optimieren, um noch besser aufklären und beraten zu können“, erläutert er.

Grupe erinnert Abonnenten zudem daran, dass sie neben der gedruckten LZ die jeweilige Ausgabe auch digital per App lesen können, wenn diese heruntergeladen und aktiviert ist. Für den Fall, dass manche Zeitungsrollen auch die kommenden Tage leer sind oder die LZ später als sonst üblich kommt.

Von Stefan Bohlmann

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.