Sonntag , 4. Dezember 2022
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Schneiderin und Malerin Kerstin Svensson und Musikerin Tania Fritz. (Foto: oc)

One World: Ein Abend, der Musik und Malerei verbindet

Liedermacherin trifft Künstlerin: Tania Fritz und Kerstin Svensson gestalten im Reinstorfer One World einen Abend, der Musik und Malerei in ungewöhnlicher Form verbindet. Tania Fritz schreibt emotionale Lieder, die vom Aufbruch nach Krisen ausgehen. Kerstin Svensson thematisiert in ihrem aktuellen Schaffen „Die Krone der Weiblichkeit“. Das Publikum soll in Reinstorf mit „weiblicher Kunst geflutet“ werden.

Reinstorf. Tania Fritz lebt in Reppenstedt, Kerstin Svensson in Winsen. Tania Fritz ist Musikerin, schreibt am Klavier Lieder, in die viel eigenes Erleben hineinläuft. Kerstin Svensson schneidert besondere Kleidung, aber sie ist auch Malerin und befasst sich in jüngerer Zeit mit der „Krone der Weiblichkeit“. Gemeinsam gestalten die Künstlerinnen im One World am Sonnabend, 23. April, einen Abend, an dem jede ihr eigenes Projekt präsentiert, aber der zugleich ein ungewöhnliches Rundum-Kunsterlebnis verspricht, eine Art Kunstbaden.

„Vom Ursprung zum Neubeginn“ steht als Überschrift über dem Abend. Dahinter liegt eine Idee von One-World-Programmmacher Jens Thomsen, eine Reihe namens „Elements“. Bieten soll sie „Inszenierungen, die mehrere Genres und mediale Plattformen verbinden“. Svensson und Fritz haben sich erst über das Projekt kennengelernt und „eine gute Basis gefunden“, sagt die Liedermacherin. Sie werden Bühne, Projektion und Ausstellungsfläche nutzen. Zugute kommt ihnen das gewaltige mediale Aufstocken des One-World-Saals durch Corona-Hilfen.

"Musikalische Beobachtungsgeschichten"

Beide Künstlerinnen stehen für eine sensible, emotionale, weibliche Perspektive auf Mensch und Welt. Tania Fritz wird am Klavier Lieder singen, die sie als „Yoga-Pop mit Tiefenwirkung“ charakterisiert. Sie spricht auch von „musikalischen Beobachtungsgeschichten“ – vom Stil her könne das irgendwo zwischen Joni Mitchell, Carole King, Anna Depenbusch und Annett Louisan verortet werden. Die Texte besitzen eine positive Grundstimmung und lassen sich wie „Phoenix“ als Aufbruch verstehen. Aufbruch nach einer Krise. Zurzeit ist Tania Fritz dabei, die Basis für ein Album mit ihren Liedern zu legen. Tritt sie bisher meist solo auf, soll das Album in Bandbesetzung entstehen.

Wenn Tania Fritz nun im One World ihre Lieder präsentiert, werden im Hintergrund Bilder von Kerstin Svensson projiziert, auch an den Wänden, Textfragmente der Lieder inklusive. Eine derartige dreidimensionale Umsetzung mache „das Loblied auf den Anfang, die Schöpfung und die Liebe auf mehreren Ebenen erlebbar“, sagt Kerstin Svensson. Das Publikum werde „mit weiblicher Kunst geflutet“.

Konzentration auf das weibliche Geschlecht

Svenssons malerisches Schaffen konzentriert sich in jüngerer Zeit auf das weibliche Geschlecht, auf „die Vulva als Symbol für den kraftspendenden und machtvollen Bereich des Frauenkörpers, in dem Leben entsteht und der Welt übergeben wird.“ Die Vulva ist eines der ältesten Themen in der bildnerischen Darstellung. Beginnend mit Höhlenzeichnungen wird die Vulva als Sinnbild für Fruchtbarkeit und Weiblichkeit dargestellt, auch an Fassaden und Toren von Klöstern und Kirchen des Mittelalters. Zwischen Scham und Pornographie findet sich alles bis hin zu feministischen Korrekturen männlicher Projektionen.

Kerstin Svensson bezeichnet ihre farbintensiven, Dynamik ausstrahlenden Arbeiten als abstrahiert figurative Malerei. Sie nutzt für ihren „Krone der Weiblichkeit“-Zyklus auch Fotografie, die sie malerisch überarbeitet. Im One World wird es neben der Performance eine ganz klassische Ausstellung geben. Beim „Elements“-Start am Sonnabend, 23. April, um 19 Uhr spricht Karin Buchner einleitende Worte zu den Bildern.

Von Hans-Martin Koch

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