Sonntag , 4. Dezember 2022
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Waldbrand Überwachung
Helmut Beuke (r.), Leiter des Waldbrandüberwachungszentrums im Lüneburger Behördenzentrum Auf der Hude, behält mit seinem Team den Forst in der Region im Blick. (Foto: be)

Waldbrandgefahr steigt erneut

Die Waldbrandgefahrenstufe in der Region rund um Lüneburg erreicht erneut einen bedenklichen Wert. Die mittlere Warnstufe ist zwischen Elbe und Heide erreicht – Forstwirte in Lüneburg behalten die Entwicklung im Blick.

Lüneburg. Selten zuvor hat die Waldbrandüberwachungszentrale in Lüneburg in einem Frühjahr so viele Einsatztage gezählt wie dieses Mal, sagt auf LZ-Nachfrage Leiter Helmut Beuke von den Niedersächsischen Landesforsten. Und es ist noch kein Ende in Sicht. Ab dem heutigen Mittwoch wird die Zentrale in Lüneburg wieder von speziell geschulten Forstwirten besetzt, die ihre wachsamen Augen mit Hilfe von 24 Kamera- und Sensortürmen auf das Land richten. Mit Unterbrechung war die Waldbrandüberwachungszentrale in diesem Jahr seit 9. März bisher für 30 Einsatztage besetzt. 2021 waren es im März und April gerade mal 20 Tage, sagt der Landeswaldbrandbeauftragter Beuke. „Und vieles deutet darauf hin, dass es wieder ähnlich trocken wird wie in den extremen Jahren 2018/2019.“

Hohe Aufmerksamkeit ist erforderlich

Nach Voraussagen des Deutschen Wetter Dienstes (DWD) steigt der Waldbrandgefahrenindex auch in weiten Teilen der Heideregion auf Stufe drei von fünf. Ab dieser mittleren Gefahrenstufe ist besondere Aufmerksamkeit gefordert. Die DWD-Station in Wendisch Evern meldete für den Landkreis Lüneburg bereits am Dienstag Gefahrenstufe drei, Soltau und Uelzen sollten nach DWD-Angaben jetzt folgen und auch bis zum Wochenende bei dem Wert bleiben.

Mit der Warnstufe drei gehen auch bestimmte Verhaltensregeln einher, sagt Beuke: „Grundsätzlich sollte im Wald offenes Feuer vermieden werden, das gilt auch fürs Rauchen.“ Und auch Autofahrer sollten Vorsicht walten lassen, und ihr Gefährt mit heißgelaufenem Katalysator nicht auf trockenem Waldboden abstellen.

Bisher schon 123 Brände entdeckt

Bisher haben seit Anfang März die wachsamen Beobachter der Landesforsten 123 Brände zwischen Heide und Elbe registriert. „Dabei waren auch viele Brände auf Truppenübungsplätzen oder Böschungsbrände“, sagt Beuke. „Uns entgeht nichts. Dazu gehört auch, wenn jemand illegal Gartenabfälle verbrennt, was leider auch immer mal wieder vorkommt.“

In den vergangenen Wintermonaten haben die Waldbrandüberwacher laut Beuke weiter aufgerüstet: Neue Software und zusätzliche Sensortechnik stehen den Brandschützern zur Verfügung, sodass in der Waldbrandüberwachungszentrale in Lüneburg jetzt auch Sensordaten von Überwachungsmasten aus den benachbarten Bundesländern ausgewertet werden können, damit stehen derzeit 24 Standorte zur Verfügung.

Bis zum Jahresende sollen die Forstwirte dann auf insgesamt 28 Kamera- und Sensormasten zurückgreifen können, sagt Beuke. Unter anderem sei in Alt Garge bei Bleckede der Bau eines neuen Mastes geplant von der Zentralen Polizeidirektion Hannover, die ihr Digitalfunknetz ausbauen will. Beuke: „Wir dürfen den Standort dann mit nutzen.“

Von Dennis Thomas

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