Sonntag , 4. Dezember 2022
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Tanz in den Mai
Hier tanzten im Laufe des Abends mehr als 2000 Menschen in den Mai: Mit der ersten Party in der neuen Arena war der Veranstalter zufrieden, in den sozialen Netzwerken hagelte es hingegen Kritik. (Foto: t&w)

Welche Lehren zieht der Veranstalter aus der ersten Arena-Party?

Am Samstagabend tanzten über 2000 Menschen in der neuen LKH Arena in den Mai. Der Veranstalter zeigt sich zufrieden, doch in den sozialen Netzwerken hagelte es nach der ersten Arena-Party Kritik. Zahlreiche Facebook-User klagen über zu lange Wartezeiten an den Getränketresen und vor dem WC. Welche Lehren zieht Campus Management aus dem holprigen Start?

Lüneburg. Gut 2100 Menschen tanzten am Samstagabend in der erst am Vortag eröffneten LKH Arena in den Mai. Es war die erste Party in Lüneburgs neuer Veranstaltungshalle und sollte – so kündigte es der Veranstalter im Voraus an – zugleich Lüneburgs größte Feier nach mehr als zwei Jahren Pandemiepause werden.

Eine halbe Stunde pro Getränk

Doch ein Blick in die sozialen Netzwerke zeigt, dass das Team der Vamos! Kulturhalle und der Ritterakademie aus der Sicht vieler Partygäste nicht ausreichend auf die Menschenmassen vorbereitet war. So klagen Facebook-User über zu lange Wartezeiten vor angeblich zu kurzen Getränketresen und überfordertes Barpersonal. „Pro Getränk musste ich mindestens eine halbe Stunde anstehen“, kommentiert etwa Nico Schmachel auf der Facebook-Seite der Landeszeitung. „Das war mal richtig schlecht.“

Auch vor den WCs bildeten sich laut der Kommentatoren im Laufe des Abends lange Schlangen, zudem sei die Garderobe schon vor Mitternacht voll gewesen. Auch die DJs und der Sound in der Halle kamen nicht bei allen gut an.

Eintrittspreis überzogen?

Den Eintrittspreis von 15 Euro inklusive Shuttleservice vom Bahnhof zur Arena und zurück hielten deshalb mehrere User für überzogen, zumal es keine Vergünstigung für jene gab, die den Shuttle nicht nutzen wollten. Für einen Parkplatz direkt vor der Arena kamen noch 8 Euro oben drauf.

Klaus Hoppe, Geschäftsführer der Campus Management GmbH und Veranstalter der Party, habe hauptsächlich positives Feedback bekommen: "Den Allermeisten hat die Party gefallen. Ich habe mit vielen gesprochen, die wiederkommen wollen. Die Stimmung war wirklich gut."

Nächstes Mal werden alle WC-Anlagen geöffnet

Dennoch zieht er Lehren für die nächste Party, die voraussichtlich im Juni in der Arena stattfinden wird. So sollen die Tresen mit mehr Personal und Kassen ausgestattet werden und für die Garderobe ausreichend Bügel bereitgestellt werden. Zudem sollen nicht nur die Hälfte, sondern alle WC-Anlagen geöffnet werden. Statt zwölf WCs werde es bei der nächsten Party 24 Damentoiletten geben.

Neben drei coronabedingten Mitarbeiterausfällen seien auch der straffe Zeitplan und Unsicherheiten vor der Party Gründe für die anfänglichen Schwierigkeiten gewesen: „Am Donnerstag war die Bauabnahme, erst Freitagfrüh haben wir ein Schreiben bekommen, dass beide Veranstaltungen, also Eröffnung und Party, durchgeführt werden können.“ Direkt nach der Eröffnung am Freitagnachmittag habe sein Team die Halle in den Partymodus umgebaut. „Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wie viele überhaupt kommen werden“

Vorverkauf nahm erst spät Fahrt auf

Anfang der Woche startete der Vorverkauf der Eintrittkarten, aber erst Ende der Woche nahm dieser richtig Fahrt auf, so Hoppe. „Dass bei einer Veranstaltung, wo du nicht weißt, ob 1000 oder 1500 Menschen kommen, und am Ende sind es über 2000, nicht alles so funktioniert, wie man sich das wünscht, ist klar. So ein großer Ansturm ist für ein Team, das zwei Jahre keine Riesenveranstaltung mehr hatte, und jetzt in einer neuen Halle ist, eine echte Herausforderung. Da muss man Verständnis für haben.“

Den angeblich schlechten Sound kann Hoppe jedoch nicht bestätigen. Er selbst sei gegen Mitternacht vor Ort gewesen und findet: „Der Sound war echt super.“

Zur Gestaltung des Eintrittspreises sagt Hoppe: „Es gibt bei keiner größeren Veranstaltung in Deutschland die Möglichkeit, ein Ticket ohne Shuttle zu kaufen.“ In Hamburg sei zum Beispiel bei großen Konzerten immer ein HVV-Ticket inklusive. „Das Angebot funktioniert ja von der Kalkulation nur, wenn es über alle gelegt wird.“

Von Anna Hoffmann

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