Samstag , 3. Dezember 2022
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Anwohner der Straße "An der Buchholzer Bahn" möchten, dass die Poller am "Kronskamp" wieder entfernt werden. (v.l.:) Rainer Borchers, Christina Glanz, Anne Borchers, Erika Plogchties, Inge und Steven Heathfield, Ute Carl, Carmen Petersen-Mach. (Foto: t&w)

Festgefahrener Streit um Sackgasse in Ochtmissen

Der Poller, der den einen Anwohner freut, ärgert den anderen. In Ochtmissen begehren Anwohner einer Straße auf, die durch Poller seit vergangenem Jahr eine Sackgasse wurde. Der Ortsbürgermeister sieht kein Problem.

Lüneburg. Sie wollen gehört werden, denn die Anwohner der Straße "An der Buchholzer Bahn" in Ochtmissen sind verzweifelt. Seit März 2021 sind sie nämlich regelrecht "zugepollert" – ihre Straße ist seitdem eine Sackgasse.

"Auf einmal standen am Kronskamp Poller, niemand wurde informiert. Wir wurden einfach vor vollendete Tatsachen gestellt", schimpft Anwohnerin Anna Borchers. Seit über 25 Jahren wohnt sie hier, fuhr häufig über die Zufahrt "Kronskamp" zu ihrem Haus "An der Buchholzer Bahn". Doch dieser Weg ist jetzt dicht. Völlig unverständlich findet sie und ihre Mitstreiter der Anwohnergemeinschaft.

Die Poller führen zu vielen Umwegen

"Wir sind jetzt eine Sackgasse ohne Wendemöglichkeit. Wenn wir Anlieferungen bekommen, müssen die LKW erst wieder rückwärts aus unserer Straße raus und blockieren dabei die gesamte Zufahrt", ärgert sich Borchers. Außerdem seien die neuen Poller noch längst nicht in den Navigations-Systemen hinterlegt. Gerade Rettungsfahrzeuge hätten Probleme, die Adresse zu finden und nicht vor einem der Poller zu stranden. Dabei könnten lebenswichtige Minuten verloren gehen.

Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz versucht zu vermitteln, hat die Rettungsdienste über die neue Situation informiert. "Meines Wissens ist dieser Systemfehler behoben. Rettungsfahrzeuge kommen ohne Probleme zu der Straße An der Buchholzer Bahn", versichert er. Die Poller an den anderen Zufahrten könne man außerdem umlegen. Die Zeit, die dabei verloren gehe, sei "nicht relevant". Alles wurde verkehrsrechtlich von der Stadt überprüft, so Schultz. Der "Kronskamp" sei schließlich auch eigentlich nur für Anlieger frei und keine Durchfahrtsstraße.

Anwohner stoßen auf wenig Verständnis

Einzig eine Einigung zwischen den Anwohnern des "Kronskamp" und "An der Buchholzer Bahn" könnte das Poller-Problem lösen, doch die Fronten sind verhärtet. Denn viele Kronskamper begrüßen die neue Begrenzung. "Aber hier gehen die Interessen einiger weniger gegen die der Masse", merkt Borchers an, wünscht sich Verständnis auch von Jens-Peter Schultz. Doch Schultz wiegelt ab: "Es gibt wichtigere Dinge in der Ortschaft zu klären. Wir haben hier eine Sackgassen-Situation. Natürlich ist da manchmal Rangieren nötig. Dafür wohnen die Menschen da aber in einer absolut verkehrsberuhigten Zone." Trotzdem verspricht er: "Wenn die Anwohner eine gemeinsame Regelung gefunden haben, können sie zu mir kommen. Dann setze ich mich bei der Stadt dafür ein, dass eine neue Lösung gefunden wird." So lange bleibt die Situation wohl festgefahren.

Von Clara Dembinski

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