Sonntag , 4. Dezember 2022
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Außerhalb der Sommerferien wird im Bienenbütteler Waldbad in dieser Saison die Wassertemperatur um zwei Grad heruntergefahren. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Hintergrund ist der Krieg in der Ukraine. (Foto: be)

Energiesparen: Bienenbütteler Waldbad wird zwei Grad kälter

Außerhalb der Sommerferien wird im Bienenbütteler Waldbad in dieser Saison die Wassertemperatur um zwei Grad heruntergefahren. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen. Hintergrund ist der Krieg in der Ukraine.

Bienenbüttel. Der Sprung ins kühle Nass – im Bienenbütteler Waldbad könne er in diesem Jahr erfrischender ausfallen als gewohnt. Denn außerhalb der Sommerferien wird dort in dieser Saison die Wassertemperatur um zwei Grad auf 21 Grad heruntergefahren. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Gaspreis für das Freibad bis Jahresende gesichert

Den Stein ins Rollen brachte Kathrin Ellenberg: Für die CDU/FDP-Gruppe regte die Christdemokratin an, vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine Möglichkeiten zum Energiesparen auszuloten. Rund 20.000 Euro stehen laut Bürgermeister Merlin Franke (CDU) auf der jährlichen Gasabrechnung für den Betrieb des Freibades. Eine Erhöhung in dieser Saison stünde nicht zu befürchten, da der Gaspreis vertraglich bis zum Jahresende gesichert sei.

Hans-Jürgen Franke von der Kommunalpolitischen Alternative (KA) erkennt in dem Vorstoß von CDU und FDP dennoch eine Möglichkeit, den Gemeindehaushalt zu entlasten: „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass die Akzeptanz und positive Einstellung in der Bevölkerung kaum größer sein kann als jetzt, hier in irgendeiner Form eine Maßnahme zu ergreifen, die uns zum Energiesparen bringt“, gab er zu bedenken. Der Zeitpunkt sei günstig.

Ersparnis „im sehr geringen vierstelligen Bereich“ denkbar

Wie viel die Kommune bei zwei Grad niedrigerer Wassertemperatur in der Vor- und Nachsaison sparen könnte, vermochte Merlin Franke auf Nachfrage von Gabriel Siller (SPD) nicht eindeutig zu beziffern. Das sei von vielen Faktoren abhängig, etwa der Wetterlage. „So ganz grob wird die Ersparnis vermutlich im sehr geringen vierstelligen Bereich sein“, schätzt der Verwaltungschef.

Christopher Tieding (CDU) appellierte an die Solidarität seiner Ratskollegen: „Jeder Kubikmeter Gas, den wir nicht verbrauchen, kann jetzt genutzt werden, um unsere Gasspeicher zu füllen.“ Vor dem Hintergrund drohender Ausfälle der russischen Gaslieferungen hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck zuletzt massive Anstrengungen zum Energiesparen gefordert. „Da würde ich jetzt nicht sagen: Na ja, wir haben ja einen garantierten Gaspreis, wir machen einfach weiter so“, befand Tieding.

Spielt das Wetter mit, startet die Saison am 13. Mai

Weshalb die Wassertemperatur über die Sommerferien weiter wie bisher bei 23 Grad liegen soll, wollte Petra Andreas-Siller (Grüne) wissen. „Die Saison im Waldbad steht und fällt wirtschaftlich gesehen mit drei, vier gut besuchten Wochen in den Sommerferien“, erklärte Franke. Der Hauptverbrauch liege in den Nächten der Vor- und Nachsaison, ergänzte Kämmerer Thomas Schmitter. Im Hochsommer werde fast gar kein Gas verbraucht, „weil der Hauptbestandteil der Energie aus der Solaranlage kommt, die Wärme in das Becken reinfährt“.

Wenn es die Wetterlage zulässt, könnte das Waldbad Bienenbüttel am Freitag, 13. Mai, um 15 Uhr in die Saison starten. Die Wassertemperatur wird dann nach der neuen Beschlusslage bis zum Ferienstart am 14. Juli zunächst 21 Grad betragen.

Platz für Kinder und Senioren

Wo einst der Hof Lust ansässig war, sollen altersgerechter Wohnraum und eine Kindertagesstätte entstehen

Die Gemeinde Bienenbüttel hat sich ein Vorkaufsrecht für das Gelände zwischen Seyerberg und Niendorfer Straße gesichert. Wo einst der Reiterhof Lust ansässig war, will die Verwaltung im Falle einer Veräußerung altersgerechten Wohnraum mit angeschlossenen Pflegedienstleistungen sowie den Neubau einer Kindertagesstätte ermöglichen. Dafür hat der Rat der Gemeinde jetzt einstimmig grünes Licht gegeben. „Hintergrund sind der demographische Wandel mit einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung sowie die anhaltend hohe Nachfrage nach Kitaplätzen insbesondere im Krippenbereich“, heißt es von der Verwaltung. Das Gelände sei aufgrund seiner zentralen Lage besonders gut für eine solche Nutzung geeignet, Flächen mit vergleichbaren Möglichkeiten stünden der Gemeinde kurzfristig nicht zur Verfügung.

Von Anna Petersen

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