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Kita Kaltenmoor
Angelika Maasberg, Tina Pflug (Barmer), Carsten Michalke 29(Koordinator Awo-Familienzentrum), Kita-Leiterin Gülay Önder und Marco Schneider (v.l.) vom Lüneburger Combat-Center, der die Kurse zur Stärkung des Selbstbewusstseins gibt. (Foto: t&w)

Große Ehre für Kita in Kaltenmoor

Awo Kita in Kaltenmoor erhält Auszeichnung für Gesundheitsförderung. Ernährung, Bewegung und Entwicklung im Fokus.

Lüneburg. Gesundheit hört nicht bei Herz und Nieren auf, umfasst nicht nur das Wohlergehen des Körpers, sondern auch das der Psyche, meint Gülay Önder. Mit kleinen, fast unscheinbaren Aktionen bis hin zu umfangreichen, lang angelegten Projekten fördert die Leiterin der Awo Kita in Kaltenmoor gemeinsam mit ihrem Team deshalb das Wohl des Nachwuchses, stärkt überdies gezielt auch dessen Eltern und hat die eigenen Kollegen gleichermaßen im Fokus. Für ihr „herausragendes Engagement und ihre besondere Leistung“ wurde die Einrichtung jetzt geehrt.

Ganz besondere Herausforderungen

Zum zweiten Mal zeichnet das „Kompetenzzentrum für Gesundheitsförderung in Kitas“ – eine unabhängig beratende und landesweit arbeitende Organisation – derzeit eben solche Kindertagesstätten aus, die sich auf der thematischen und strukturellen Ebene mit diesen Zielen beschäftigen und in diesem Sinne bereits viel erreicht haben. Schirmherr der Aktion ist Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne, Partner die Barmer-Krankenkasse, die das Preisgeld in Höhe von 3000 Euro pro Preisträger zur Verfügung stellt.

Zehn Einrichtungen wurden in diesem Jahr prämiert – auch die in Kaltenmoor. Und gerade hier sind die Herausforderungen doch ganz besondere, wie Gülay Önder sagt. „Wir sind hier schließlich in einem gesellschaftlichen Brennpunkt, 95 Prozent unserer Kinder haben einen Migrationshintergrund. Da fallen viele Themen an.“ Die das Team seit gut sechs Jahren angeht: „Angefangen haben wir mit ganz kleinen Projekten, so der Hilfestellung zur Frage wie und mit was packe ich die Brotdose?“, erklärt die Kita-Leiterin, „und sind mittlerweile bei umfangreichen Programmen angelangt.“

Blick auch auf die emotionale Gesundheit

Dazu zählt auch ein Projekt, bei dem die Kinder lernen, ihre eigenen Grenzen zu definieren, sich über ihre Gefühle zu äußern, Nein sagen zu können. „Die Eltern werden dabei miteinbezogen“, erklärt Gülay Önder, „und in eigenen Kursen für die Themen sensibilisiert.“ Ohne die Erziehungsberechtigten – das ist dem Team klar – geht es nicht, schon gar nicht in einem sozial schwierigen Umfeld. „Deshalb bieten wir ihnen viel Handwerkszeug, angefangen von den banalsten Dingen, die erklären, weshalb auch nach dem Essen eines Apfels das Zähneputzen wichtig ist, bis hin zu Unterrichtsreihen, in denen sie lernen, ihr Kind besser zu verstehen.“

Denn die emotionale Gesundheit ist ebenso wichtig wie die körperliche, sagt die Pädagogin, und das gilt für Kinder, Eltern und Mitarbeiterinnen gleichermaßen. Eben deshalb werden auch alle mit ins Boot geholt. Angelika Maasberg vom Kompetenzzentrum für Gesundheitsförderung erklärt: „Die Erzieherinnen können sich hier mit ihren Ideen, Themen und Vorschlägen einbringen und die Arbeit mitgestalten.“ Das betreffe beispielsweise auch Themen wie eine ergonomische Ausstattung, Lärmschutz oder Rückzugsräume. Darüber hinaus böte die Einrichtung auch ein Gesundheitsprogramm, das neben Ausgleichsport und Anti-Stress-Training Beratung zu gesundheitsrelevanten Themen böte.

All dies soll fortgeführt und ausgebaut werden – das Preisgeld kann dabei helfen: „Er soll Ansporn und Motivation sein, diesen erfolgreichen Weg mit Freude weiterzugehen“, sagt Angelika Maasberg.

Von Ute Lühr

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