Dienstag , 6. Dezember 2022
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Erdbeeren Neetze
Erntehelferin Marina pflückt die ersten Erdbeeren der Saison in Neetze. (Foto: phs)

Leckere Erdbeeren aus Neetze sind reif

Erzeuger der Erdbeeren in Neetze haben schon von den reifen Früchten auf ihren Feldern genascht. Ihr einhelliges Urteil: Die Erdbeeren sind in diesem Jahr besonders süß. Ein anderes Produkt ist in diesem Jahr aber bisher nicht so begehrt.

Neetze. Noch ein paar Tage gibt Annette König den Erdbeeren Reifezeit, bis in der kommenden Woche die Ernte auf dem Spargelhof König anlaufen kann. Genascht hat sie von den ersten roten Früchten dieser Saison trotzdem schon. „Die Erdbeeren schmecken gut, sie sind sehr süß“, freut sich die Neetzerin.

Die Sonne hilft

Die Sonne in den vergangenen Tage habe geholfen, dass die frühen und einheimischen Sorten aus dem geschützten Anbau bald erntereif sind. Sie wachsen und gedeihen unter Folientunneln. Der Spargelhof König baut Erdbeeren in und rund um Neetze an. „Aber nur auf einer kleinen Fläche“, sagt Annette König.

In größerem Stil, auf insgesamt zehn Hektar, baut auch ein anderer Betrieb aus Neetze Erdbeeren an: der Spargelhof Strampe. „Bei uns läuft die Ernte seit einer Woche“, berichtet Peter Strampe. Auch er ist von der Qualität beeindruckt. „Die Erdbeeren schmecken so, wie sie schmecken sollen – und zwar richtig schön süß.“ Grund sei der milde Winter. "Der kam den Pflanzen zugute."

Pflückerinnen im Einsatz

Vier Pflückerinnen aus Polen und Rumänien seien derzeit im Einsatz. Sie haben die ersten Kisten mit Erdbeeren gefüllt. „Zunächst haben wir diese Früchte nur in unserem Hofladen und an unseren Verkaufsständen vermarktet“, sagt Strampe. In einigen Tagen erhalten dann auch die anderen Abnehmer wie Supermärkte erste Lieferungen aus Neetze. Wer will, kann das Obst ab Anfang Juni selber pflücken – auf einem Acker vor dem Ortseingang aus Richtung Lüneburg kommend.

Preis wird noch sinken

Eine 400-Gramm-Schale kostet bei Strampe aktuell 4,90 Euro. „Zu Beginn der Ernte sind die Erdbeeren immer teurer. Doch der Preis relativiert sich mit der Zeit und wird sinken.“ Die Menge steigt, dadurch werde es preiswerter, erläutert der Landwirt. Das sei so wie bei den ersten Stangen Spargel am Beginn der Ernte auch.

Diese läuft derweil seit einigen Wochen – allerdings mit recht zähem Auftakt, erzählt er. „Die Kunden sind zurückhaltend“, ist seine Beobachtung seit Beginn der Spargelsaison. „Sie haben wegen der allenthalben steigenden Preise offenbar weniger Geld zur Verfügung und verzichten deshalb eher mal auf Spargel“, sagt der Neetzer.

Schleppender Spargelverkauf

In einem Beitrag des NDR heißt es dazu, Spargel sei in diesem Jahr günstiger als vor einem Jahr – trotzdem blieben die Kunden bei vielen Anbietern aus. Bauern vermuteten einen Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und den dadurch rasant steigenden Kosten für Energie und Lebensmittel.

Der Preis für das Edelgemüse liege in der Tat einen Tick unter dem Niveau vom Vorjahr, berichtet Peter Strampe. Inzwischen habe sich die Situation in seinem Betrieb ein wenig entspannt, der Verkauf sei nicht mehr ganz so schleppend. „Diese Woche läuft es.“

Von Stefan Bohlmann

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