Mittwoch , 30. November 2022
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Der Pflegeberuf ist oft hart, bringt Pflegekräfte auch schon mal an ihre Grenzen. Und manchmal werden auch Grenzen überschritten. (Foto: AdobeStock)
Der Pflegeberuf ist oft hart, bringt Pflegekräfte auch schon mal an ihre Grenzen. Und manchmal werden auch Grenzen überschritten. (Foto: AdobeStock)

Gegen Gewalt in der Pflege

Es ist ein Tabuthema: Sowohl pflegebedürftige als auch pflegende Menschen werden häufig Opfer von Gewalt. Das Sorgentelefon "Würde in der Pflege" berät und unterstützt montags von 15 bis 17 Uhr unter Tel. (04131) 2873757.

Lüneburg. Gewalt in der Pflege hat viele Gesichter. Doch manchmal ist sie nicht direkt erkennbar, denn sie fängt nicht erst beim Schlagen an. Sie kann auch mit Worten, Gesten oder in anderer Weise geschehen. So zählen auch Beleidigungen, wie üble Nachrede oder die Verletzung der Intimsphäre, (sexuelle) Belästigungen, Erpressung, Bedrohung, Falschanschuldigungen, bewusste Vernachlässigung, Fehl- und Unterversorgung und Ausnutzung des besonderen Vertrauensverhältnisses zum eigenen Vorteil, zur Gewalt in der Pflege. Bewusst gewollt sind diese durchaus menschlichen Reaktionen in den meisten Fällen nicht, aber wenn es passiert sind Scham und Schuldgefühl groß. Eins haben alle Opfer – egal ob pflegebedürftige Personen, professionell oder privat Pflegende – gemeinsam: gesprochen wird über dieses Tabuthema nicht.

Ein Netzwerk aus Anlaufstellen

Den Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai nimmt der Runde Tisch gegen Gewalt in der Pflege, Teil des Kriminalpräventionsrats, zum Anlass, um über sein Angebot, das Sorgentelefon für Opfer von Gewalt in der Pflege, zu informieren.

Seit 2018 bietet ein Netzwerk aus Experten den Betroffenen Beratung, Unterstützung sowie Kontakte zu weiterführende Anlaufstellen. Menschen, die solchen Situationen ausgesetzt oder selbst zu Tätern geworden sind, können sich vertraulich und wenn gewünscht anonym an das Sorgentelefon wenden, um Hilfe zu bekommen. Das Sorgentelefon ist montags von 15 bis 17 Uhr unter Tel. (04131) 2873757 besetzt. hof

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