Sonntag , 4. Dezember 2022
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Die Elbbrücke bei Geesthacht ist eine wichtige Verbindung nach Hamburg. (Foto: tja)
Die Elbbrücke bei Geesthacht ist eine wichtige Verbindung nach Hamburg. (Foto: tja)

Elbbrücke dicht – und es fährt nur jeder vierte Zug

Pendlern von und nach Hamburg drohen ab Juni massive Zeitverzögerungen: Denn die Sperrung der Elbbrücke bei Geesthacht dauert womöglich länger als geplant. Und zeitgleich wird die Bahnstrecke Hamburg-Lüneburg zur Großbaustelle. Deshalb verkehrt dort im Berufsverkehr ab 11. Juni nur noch jeder vierte Nahverkehrszug.

Lüneburg. Dass auf sie vom 4. Juli bis zum 24. August harte Zeiten zukommen, weil die Elbbrücke von Rönne nach Geesthacht für den motorisierten Verkehr gesperrt wird, wissen Autofahrer schon seit einigen Wochen. Doch die Brücke wird womöglich länger dicht sein, erfuhren jetzt die Teilnehmer einer Konferenz der schleswig-holsteinischen Verkehrsbehörde, bei der auch die Elbmarscher Samtgemeindebürgermeisterin Katrin Bockey anwesend war.

168 Querträger der Brücke müssen saniert werden, und es scheint unklar, ob das während der Zeit der Vollsperrung komplett gelingt. Ein weiteres Problem, mit dem man bisher nicht gerechnet hatte: Der Fuß- und Radweg sollte eigentlich beidseitig genutzt werden, damit auch eine größere Zahl an Fußgängern und Radfahrern ohne Gedränge und zügig die Brücke überqueren kann. Geplant ist, den Busverkehr so zu takten, dass die Fahrgäste auf der niedersächsischen Seite bis zur Brücke kommen, diese passieren und auf der schleswig-holsteinischen Seite die Fahrt mit einem Bus fortsetzen können.

Warum das Umsteigen auf den Zug zum Problem werden könnte

Voraussichtlich ist aber ausschließlich der westliche Fuß- und Radweg nutzbar, und zwar für die Passanten in beiden Richtungen. Und da dieser Weg nur rund zwei Meter breit ist, dürfte Begegnungsverkehr etwa zwischen Radfahrern und Fußgängern schwierig werden. Bockey ist wenig begeistert von dieser Lösung, sagt aber auch: „Das ist nicht anders lösbar.“

Ein Umsteigen auf den Zug ist womöglich auch keine Lösung: Denn die Bahn plant vom 11. Juni bis 23. September umfangreiche Bauarbeiten an Gleisen und Weichen zwischen Lüneburg und Hamburg. Zahlreiche Fernzüge werden deshalb umgeleitet, eine Vielzahl von Nahverkehrsverbindungen fällt komplett aus. So soll zu den Hauptverkehrszeiten zwischen Lüneburg und Hamburg statt vier nur eine Verbindung je Richtung angeboten werden. Für die ausgefallenen Züge werden Busse eingesetzt, die aber deutlich länger unterwegs sind.

Erschwerend kommt dazu, dass von Juni bis August das 9-Euro-Ticket genutzt werden kann und die wenigen Züge dann noch voller sein dürften.

Von Thomas Mitzlaff und Franzis Waber

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