Sonntag , 4. Dezember 2022
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Blumen vom Kreisvorsitzenden Felix Petersen (l.): Jörn Schlumbohm tritt bei der Landtagswahl als Direktkandidat der CDU im Wahlkreis Lüneburg-Land an. (Foto: t&w)
Blumen vom Kreisvorsitzenden Felix Petersen (l.): Jörn Schlumbohm tritt bei der Landtagswahl als Direktkandidat der CDU im Wahlkreis Lüneburg-Land an. (Foto: t&w)

Jörn Schlumbohm: Konservativ soll wieder schmecken

Aus dem Bewerber Jörn Schlumbohm war nach knapp einer Stunde der CDU-Direktkandidat für den Wahlkreis Lüneburg-Land geworden. Der fordert auf seiner politischen Agenda den konsequenten Ausbau der Windkraft von ortsansässigen Unternehmern.

Bardowick. Als das wichtigste Bewerbungsgespräch seines Lebens bezeichnete Jörn Schlumbohm die Rede, die er vor den Delegierten des CDU-Kreisverbandes Lüneburg am Montagabend hielt. Der Vortrag des 45 Jahre alten dreifachen Vaters aus Ehlbeck bei der Urwahl im Schützenhaus Bardowick saß und überzeugte die Zuhörer. Von den 47 stimmberechtigten Frauen und Männer entschieden sich 42 für Schlumbohm, der jetzt als CDU-Direktkandidat bei der Landtagswahl für den Wahlkreis Lüneburg-Land antritt. Für Gunther von Mirbach aus Adendorf, der sich ebenfalls bei der Aufstellungsversammlung um die Kandidatur bewarbt, stimmten fünf Delegierte.

Freude, aber auch Demut

„Ich freue mich riesig, doch es schwingt auch Demut mit“, kommentierte Schlumbohm sein Ergebnis. Demut deswegen, weil der bisherige Direktkandidat Stefan Schulz aus Melbeck aus gesundheitlichen Gründen auf eine Kandidatur verzichtet hatte, und die CDU-Mitglieder Schlumbohm nun auf dem Umweg und im zweiten Anlauf zum neuen Direktkandidaten kürten. Mitte Februar war der Ehlbecker schon einmal angetreten, hatte aber gegen Schulz das Nachsehen – wie auch zwei weitere Bewerber.

In der Samtgemeinde Amelinghausen lebt er und sei beruflich landwirtschaftlich und konservativ geprägt, verdeutlichte er. Nach seiner praktischen Ausbildung zum Landwirt in Niedersachsen und in Bayern habe er sich 2001 entschieden, zu studieren. Neben unterschiedlichen Stationen in regionalen sowie internationalen Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft, führt er einen bäuerlichen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb.

Die Menschen abholen

Für seine neue Karriere als Politiker habe er sich vorgenommen, die Menschen abzuholen. „Das politische Buffet, das wir anbieten, muss den Wähler wieder auf den konservativen, vertrauenswürdigen und authentischen Geschmack bringen“, meinte Schlumbohm. Ein starkes Handwerk, innovative landwirtschaftliche Betriebe und im aufstrebenden Dienstleistungssektor angesiedelte Unternehmen einten den Wahlkreis Lüneburg-Land, zu dem die Samtgemeinden Amelinghausen, Bardowick, Gellersen, Ilmenau und Scharnebeck gehören, sagte er.

„Wir wollen weiterhin wachsen.“ Damit das gelingt, hat er sich einige Kernforderungen auf die Fahne geschrieben, eine ist unter anderem die bessere Versorgung mit Fachärzten in der Fläche.

Zudem fordert er den konsequenten Ausbau der Windkraft von ortsansässigen Unternehmerinnen und Unternehmern. „Jeder ist eingeladen, sich daran zu beteiligen, in unbesiedelten Waldgebieten, Offshore in den Meeren und nicht direkt vor unseren Häusern.“

Bekenntnis zur Elbbrücke Neu Darchau

Er habe als Unternehmer Windkraft gemacht: „Wir müssen die Menschen auf dieser Reise mitnehmen.“ Das funktioniere, wie der Windpark in der Gemeinde Rehlingen zeige. Dieser sei seit 2017 unter der Beteiligung von knapp 140 Bürgerinnen und Bürgern erfolgreich am Netz.

Ein klares Bekenntnis zum Bau der Elbbrücke Neu Darchau legte er ab. Auf die Nachfrage von Dirk Lindemann, Bürgermeister in Hohnstorf/Elbe, wie er es denn mit der maroden Elbbrücke in Lauenburg halte, erklärte Schlumbohm, deren Erhalt beziehungsweise Neubau sei eines der größten Projekte in der Region in den kommenden zehn Jahren.

Von Stefan Bohlmann

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