Sonntag , 4. Dezember 2022
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Holger Hennig übergab den Vorsitz der Hilfsaktion Guter Nachbar nach einem Jahr turnusmäßig an Zuzana Valickova.
Holger Hennig übergab den Vorsitz der Hilfsaktion Guter Nachbar nach einem Jahr turnusmäßig an Zuzana Valickova. (Foto: be)

Guter Nachbar hilft, wo er kann

Seit 64 Jahren hilft der Gute Nachbar unverschuldet in Not geratenen Menschen in Stadt und Landkreis. Auch im zurückliegenden Geschäftsjahr ist dafür wieder ein ansehnliches Spendenergebnis zusammengekommen

Lüneburg. Einen Zuschuss zur Stromrechnung, zur Waschmaschine, für die Baby-Erstausstattung oder für die neue Brille, aber auch wertvolle Beratung, Tipps und Ratschläge – das geben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hilfsaktion Guter Nachbar schon seit 1958. Sie helfen damit unverschuldet in Not geratenen Menschen in Stadt und Landkreis Lüneburg. Grundlage für die Arbeit sind die zahllosen Spenden, die Jahr für Jahr auf dem Konto des Guten Nachbarn eingehen.

Jetzt wurde wieder Bilanz gezogen: Stolze 133.504,42 Euro wurden in der Zeit zwischen April 2021 und März 2022 gespendet, eines der besten Ergebnisse in der 64-jährigen Geschichte des Guten Nachbarn. Neue Vorsitzende der Hilfsaktion ist für ein Jahr Zuzana Valickova vom Regionalverband Lüneburg/Uelzen/Lüchow-Dannenberg der Arbeiterwohlfahrt. Sie löst turnusmäßig Holger Hennig ab, zuständig für die Kirchenkreissozialarbeit in der Region Lüneburg beim Lebensraum Diakonie.

Beratungen am Limit

"Die Zahlen der Hilfesuchenden sind über Jahre immer weiter angestiegen. Wir sind in unseren Beratungen am Limit", berichtet Berthold Schweers von der Caritas, der dort für den Guten Nachbarn seit rund 30 Jahren Hilfesuchende berät. In der Arbeit des Guten Nachbarn koste gerade auch die Hilfe beim Bewältigen von Paragrafen, Gesetzen und Bestimmungen, beim Ausfüllen von Formularen oder dem Stellen von Anträgen immer Zeit, denn ein Grundsatz des Guten Nachbarn lautet: Vor jeder finanziellen Hilfe steht eine individuelle Beratung durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten sozialen Einrichtungen.

Bemerkbar würden sich in der Arbeit des Guten Nachbarn auch schon die kräftigen Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Energie machen, hat Zuzana Valickova beobachtet. "Und das dürfte sich noch verschärfen", meint sie.

Aktionen fallen Corona zum Opfer

Zahllose kleine und große Spenden sind es Jahr für Jahr, die den Grundstock für das Spendenaufkommen des Guten Nachbarn bilden, dazu kommen Erlöse aus verschiedenen Aktionen und Feiern. Aber gerade Aktionen, wie das 24-Stunden-Schwimmen im Lüneburger Sportbad, mussten in den vergangenen zwei Corona-Jahren ausfallen und damit auch die Spenden für den Guten Nachbarn.

Umso mehr freue man sich "über die vielen kleinen, mittleren und größeren Spenden, aus denen dann ein großer Batzen Geld wird. "Es ist unheimlich schön, wie viele Menschen sich mit ihrem Beitrag beteiligen", sagt Christoph Seese, Regionalgeschäftsführer des Kreisverbands Lüneburg im Paritätischen. Er löst dort als Verantwortlicher für den Guten Nachbarn Wolfgang Klose ab, der dafür 13 Jahre zuständig war.

Mehr als 3000 Personen unterstützt

Im zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2021/22 konnte der Gute Nachbar in 1397 Fällen Hilfebedürftige unterstützen (2020/21: 1706). Hilfe gab es so insgesamt für 3052 Personen (2020/21: 3616), die sich an einen der fünf Verbände der freien Wohlfahrtspflege gewandt hatten, die sich zum Guten Nachbarn zusammengeschlossen haben. An Hilfen ausgezahlt wurden in den vergangenen zwölf Monaten 106.225,64 Euro

Dem Guten Nachbarn gehören an: Arbeiterwohlfahrt, Caritasverband, Paritätischer, Deutsches Rotes Kreuz (Kreisverband und Ortsverein Lüneburg-Stadt), Diakonie sowie die Landeszeitung.

Von Ingo Petersen

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