Montag , 5. Dezember 2022
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Der Ausbau der Bestandsstrecke über Lüneburg und Uelzen ist ein Abschnitt von insgesamt vieren, die Teil des Ausbauprojekts "optimiertes Alpha-E + Bremen" sind.
Der Ausbau der Bestandsstrecke über Lüneburg und Uelzen ist ein Abschnitt von insgesamt vieren, die Teil des Ausbauprojekts "optimiertes Alpha-E + Bremen" sind. (Foto: t&w)

Neubaustrecke statt Ausbau der Bahntrasse durch Lüneburg?

Die Auseinandersetzung um den geplanten Ausbau des Bahnstreckennetz in der Heideregion geht weiter: Fünf Landkreise wollten vom Bundesverkehrsministerium ein klares Bekenntnis zu einer Trassenvariante. Die Antwort sei enttäuschend, heißt es. In Lüneburg sieht man das anders.

Lüneburg/Uelzen. Der geplante Ausbau des Eisenbahnnetzes in der Heideregion zwischen Hamburg, Bremen und Hannover bewegt weiter die Gemüter: Jetzt haben fünf Landkreise in Nordostniedersachsen das Bundesverkehrsministerium in Berlin aufgefordert, Farbe zu bekennen und sind von der Antwort enttäuscht, das geht aus einer abgestimmten Pressemitteilung der Landkreise Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Heidekreis, Celle sowie Rotenburg/Wümme hervor. Der Landkreis Lüneburg sieht den Bund hingegen auf dem richtigen Weg.

Der Suchraum geht bis zur A7

Derzeit prüft die Bahn, wie der Streckenausbau in der Region am besten umgesetzt werden kann, einerseits, um den Güterverkehr aus den norddeutschen Seehäfen besser anzubinden und andererseits, um Fahrzeitverbesserungen im Fernverkehr zu erzielen. Das sogenannte „Dialogforum Schiene-Nord“ hatte sich 2015 in Celle mehrheitlich für einen Ausbau der Bestandsstrecke Hamburg-Hannover ausgesprochen, unter anderem mit einer dreigleisigen Variante zwischen Lüneburg und Uelzen. Optional waren und sind für die „Alpha-E“ getaufte Lösung auch Ortsumfahrungen im Gespräch.https://www.landeszeitung.de/lueneburg/513605-alpha-e-ausbau-ist-falsch/ Die Frage ist seitdem, wie weiträumig diese Ortsumfahrungen, beispielsweise um Lüneburg und Deutsch Evern, ausfallen sollen; der Suchraum geht längst bis zur A7.

Alternativen liefen auf Neubau hinaus

IIn einem gemeinsamen Schreiben haben sich nun die fünf Landkreise von Rotenburg bis Soltau und Lüchow an das Bundesverkehrsministerium gewandt und die Umsetzung der Lösung „Alpha-E“ eingefordert. In der Pressemitteilung heißt es wörtlich: „Die Antwort aus dem Bundesverkehrsministerium ist enttäuschend: Der Bestandsausbau der Bahnstrecke Hamburg-Hannover wird offensichtlich nicht mehr weiterverfolgt. Alle in der Antwort genannten Alternativen laufen auf Neubaustrecken hinaus.“ Dazu sagt Uelzens Landrat Heiko Blume: „Das führt zu Frust bei den Bürgerinitiativen und Menschen vor Ort, die sich im Dialogforum engagiert und auf die Umsetzung des Ergebnisses vertrauen haben.“

Ganz anders fällt die Reaktion weiter nördlich aus. Der Landkreis Lüneburg macht sich seit längerer Zeit für eine Neubautrasse parallel zur A7 stark. Und da Lüneburg an der Initiative der anderen Landkreise nicht beteiligt war, „liegt uns auch das Antwortschreiben des Bundesverkehrsministeriums nicht vor“, sagt Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer. Aber: „Von unserer Seite wurde eine fachlich fundierte Planung gefordert, damit im Interesse künftiger Generationen die Verkehrswende gelingt. Dies scheint auch die Position des Bundes zu sein.“

Von Dennis Thomas

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