Sonntag , 4. Dezember 2022
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Ein Erixx-Zug auf der Strecke Lüneburg-Dannenberg am Haltepunkt Wendisch Evern. (Foto: t&w)
Ein Erixx-Zug auf der Strecke Lüneburg-Dannenberg am Haltepunkt Wendisch Evern. (Foto: t&w)

Kreise wollen mehr Tempo beim Strecken-Ausbau

Nach dem bereits 2017 beschlossenen Ausbau der Bahnstrecke Lüneburg-Dannenberg soll die Fahrzeit für Züge von 67 auf 51 Minuten sinken und ein Zwei-Stunden-Takt realisiert werden. Allerdings geht die Planung für das Projekt nur schleppend voran – zum Ärger der Kreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg.

Lüneburg. Längst sind die Weichen auf Ausbau gestellt. Eigentlich hat die Planung für die Ertüchtigung der Bahnstrecke von Lüneburg nach Dannenberg freie Fahrt, doch das Vorankommen bei dem Vorhaben erinnert eher an die gemütliche Fahrt mit einem Bummelzug – zum Missfallen der Kreistagsabgeordneten in Lüneburg und Lüchow-Dannenberg.

Gemeinsame Resolution

Der Kreistag Lüchow-Dannenberg hat eine Resolution auf den Weg gebracht, in der die Kreispolitik mehr Tempo fordert, nachdem bereits rund fünf Jahre ins Land gegangen sind – ohne dass die Ertüchtigung der Strecke sichtbar vorankommt: „Der Landkreis Lüchow-Dannenberg fordert die Landesregierung, die Landesnahverkehrsgesellschaft und DB Netz dazu auf, Planung und Bau zum Ausbau der Bahnstrecke Lüneburg-Dannenberg deutlich zu beschleunigen und bis Ende 2024 abzuschließen“, heißt es darin. Der Lüneburger Kreistag solle diese Forderung ebenfalls unterzeichnen, lautet der Wunsch aus dem Wendland.

Der Mobilitätsausschuss sprach sich bei seiner jüngsten Sitzung in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Scharnebeck nun dafür aus, dem Wunsch nachzukommen. Der Landkreis Lüneburg soll sich der Resolution anschließen, so das einstimmige Votum. „Unbedingt mitmachen“, verdeutlichte Petra Kruse-Runge (Grüne) vor der Abstimmung. Wilhelm Kastens (CDU) sieht ebenfalls die Notwendigkeit, dass der Kreis als Unterzeichner mitwirkt. „So können wir mit dazu beitragen, dass die Strecke für die Bahnnutzer verbessert wird“, meinte er.

Politik und Verwaltung ziehen an einem Strang

Politik und Verwaltung ziehen bei diesem Thema an einem Strang. In der Sitzungsvorlage verweist die Verwaltung darauf, dass vor dem Hintergrund der langen Planungszeiträume die bereits vergangen seien, der Kreis dem Land Niedersachsen als Mitunterzeichner das hohe Interesse am beschleunigten Ausbau signalisiere – vor dem Hintergrund der noch weiteren notwendigen Schritte, die beim Ausbau der Bahnstrecke Lüneburg-Dannenberg immer noch gemacht werden müssten.

In der Begründung für die Entschließung erinnern die Unterzeichner daran, dass der Streckenausbau bereits 2017 unter Federführung der Landesnahverkehrsgesellschaft und unter Mitwirkung der Landkreise Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Uelzen, der Samtgemeinden Dahlenburg, Ostheide und Elbtalaue sowie der Verkehrsverbände Fahrgast-Rat Wendland und Verkehrsclub Deutschland (VCD) beschlossen wurde.

Einzige Strecke ohne Zwei-Stunden-Takt

„Die Bahnstrecke Lüneburg-Dannenberg ist niedersachsenweit die einzige täglich im Schienenpersonennahverkehr betriebene Linie, die nicht mindestens im zwei-Stunden-Takt bedient wird.“ Nach dem Ausbau könne die Fahrzeit von 67 auf 51 Minuten reduziert und mit einem Fahrzeug ein Zwei-Stunden-Takt realisiert werden.

Die Landesnahverkehrsgesellschaft hat gegenüber dem Landkreis Lüchow-Dannenberg zum aktuellen Stand der Planung für den Ausbau mitgeteilt, dass die Entwurfsplanung für den Gesamtausbau der Strecke Anfang dieses Jahres vergeben worden sei. Sie soll bis Ende August fertiggestellt sein. Daran werde sich voraussichtlich die Genehmigungsplanung anschließen, erklärt die Landesnahverkehrsgesellschaft.

Von Stefan Bohlmann

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