Donnerstag , 1. Dezember 2022
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Vor einem Jahr - Ende Mai - legten Christiane Oertzen (von links), Vorsitzende des Schulausschusses, Claudia Rückforth, Schulleiterin der Grundschule, und Wolfgang Krause, Bürgermeister der Samtgemeinde, offiziell den Grundstein für den Teilneubau der Grundschule.
Vor einem Jahr - Ende Mai - legten Christiane Oertzen (von links), Vorsitzende des Schulausschusses, Claudia Rückforth, Schulleiterin der Grundschule, und Wolfgang Krause, Bürgermeister der Samtgemeinde, offiziell den Grundstein für den Teilneubau der Grundschule. (Foto: Archiv)

Das teuerste öffentliche Bauprojekt in Salzhausen

Der Anbau an der Grundschule Salzhausen wird teuer, das steht fest. Wie teuer genau, hängt auch davon ab, wann wesentliche Entscheidungen der Politik dazu fallen. Die Entwicklung auf dem Zinsmarkt sorgt da für mächtig Druck.

Salzhausen. Es ist das teuerste öffentliche Bauprojekt, dass jemals in der Samtgemeinde Salzhausen angegangen wurde. Doch es ist noch nicht bezahlt. Genau dieser Umstand wurde nun in der Dörpschün diskutiert. Der Ausschuss für Finanzen war zusammengekommen, um gemeinsam mit Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause zu beraten, wie die Finanzierung von rund 8 Millionen Euro für den Grundschulanbau angegangen werden soll. Eines machte der ebenfalls anwesende Fachbereichsleiter Finanzen Ulrich Emcke gleich zu Beginn der Sitzung klar: „Die Zinsen steigen rasant.“

Dagmar Maigatter von der UWG fragte, ob man sich mit der Thematik nicht vor dem Beschluss der Baumaßnahme hätte auseinandersetzen müssen. Daraufhin erklärte der Ausschussvorsitzende und UWG-Kollege Michael Albers den Sachverhalt, der zu dieser Situation geführt habe: „Wir wählten seinerzeit das Bauträgermodell mit Bezahlung bei Übergabe, da dort etwaige Preissteigerungen ausgeschlossen sind.“ Krause ergänzte: „Nur bei unvorhersehbaren Ereignissen kann es zu Mehrkosten kommen.“ Albers wies noch einmal auf die Dringlichkeit des Anliegens hin: „Die Zinsen steigen täglich. Anfang des Jahres lagen sie noch bei 0,4 Prozent, jetzt sind es schon mehr als zwei Prozent. Wir entscheiden heute, ob wir das jetzt machen oder nicht.“ Eine Entwicklung bis zum Herbst könne kaum vorhergesagt werden.

Puffer findet Zustimmung

Ulrich Emcke erläuterte einen weiteren Aspekt, der mit in die Beratungen einfließen sollte: „Wir schlagen vor, mit 8,5 Millionen Euro etwas mehr Geld aufzunehmen, um einem weiteren Bedarf an Mitteln nachkommen zu können.“ Das könne möglicherweise schon beim geplanten Umbau des Rathauses soweit sein. Albers befürwortete das grundsätzlich und meinte: „Das ist zwar ärgerlich mit den Zinsen, aber sie bewegen sich momentan noch auf einem insgesamt niedrigen Niveau.“ Auch Marvin Arndt von der SPD brachte seinen Zuspruch zum Ausdruck: „Ich finde den Vorschlag gerade im Hinblick auf das Rathaus gut, wir sollten so schnell wie möglich handeln.“

Energiewende und Flüchtlinge

Was mit dem übrigen Geld sonst noch passiere, wollte Dagmar Maigatter wissen. Rathaus-Chef Krause verwies auf die Herausforderungen des Weltgeschehens, die auch vor der Samtgemeinde Salzhausen nicht halt machten: „Wir haben noch eine Energiewende vor uns und wissen auch noch nicht, wie sich die Flüchtlingszahlen entwickeln.“ Letztlich war man sich im Gremium darüber einig, dass der Pufferbetrag eine gute Idee sei. Das bestätigten auch Bianca Tacke von den Grünen und Theresa Bostelmann von der CDU. Das folgende Votum ergab einstimmig die Empfehlung, so schnell wie möglich einen Kredit in Höhe von 8,5 Millionen Euro bei der NBank aufzunehmen.

Als nächstes muss sich der Samtgemeindeausschuss mit dem Thema beschäftigen, der jedoch erst am 16. Juni regulär zusammenkommt. Albers warnte, dass die Zinsen dann vielleicht schon bei 2,5 Prozent liegen könnten. Ein Umlaufverfahren hielt Wolfgang Krause für keine gute Lösung und schlug daher vor, eine außerplanmäßige Sitzung für Mitte dieser Woche einzuberufen, was breite Zustimmung fand.

Von Andreas Urhahn

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