Mittwoch , 28. September 2022
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Der Leuphana-Express mit Halt am Kurpark war schon vor 14 Jahren ein Wunsch der Uni.
Der Leuphana-Express mit Halt am Kurpark war schon vor 14 Jahren ein Wunsch der Uni. (Foto: Archiv)

Zug soll am Kurpark halten

Uni-Vizepräsident Christian Brei sieht einen großen Bedarf für die Bahnstrecke nach Amelinghausen mit einem Haltepunkt am Kurpark: Die Leuphana mit ihren fast 10.000 Studenten und mehr als 1000 Beschäftigten braucht dringend eine weiter verbesserte ÖPNV-Anbindung.  Den Wunsch nach einem eigenen kleinen Bahnhof gab es schon 2008.

Lüneburg. Den Traum vom eigenen kleinen Bahnhof fast vor der Haustür gibt es an der Lüneburger Universität schon seit vielen Jahren. Die LZ hatte 2008 darüber berichtet, als der damalige Vize-Präsident Holm Keller die Idee ins Spiel gebracht hatte. Keller ist in Lüneburg längst Geschichte, doch an dem Wunsch hat sich nichts geändert. Deshalb unterstützt die Leuphana jetzt auch die Bemühungen des Landkreises um die Reaktivierung von Bahnstrecken nach Amelinghausen, Bleckede und Soltau. Insbesondere für die Strecke nach Amelinghausen mit einem Haltepunkt am Kurpark sieht Uni-Vizepräsident Christian Brei einen großen Bedarf und verweist darauf, dass die Leuphana mit ihren fast 10.000 Studenten und mehr als 1000 Beschäftigten eine weiter verbesserte ÖPNV-Anbindung dringend bräuchte. Eine Entlastung der Innenstadt vom Busverkehr wäre ein weiterer positiver Effekt, findet Brei.

Die jüngste Adressdatenerhebung für Studenten der Leuphana hatte ergeben, dass knapp 40 Prozent von ihnen ihren Wohnsitz direkt in Lüneburg haben. Mehr als 40 Prozent wohnen darüber hinaus in Orten mit einem guten, stündlich getakteten Bahnanschluss, könnten also von dem neuen Angebot eines Haltepunktes am Kurpark für ihren Weg zur Uni profitieren. Von dort aus wäre der Campus fußläufig in kurzer Zeit zu erreichen.

Zugbetrieb ermöglicht Fahrradmitnahme

Dass weniger als die Hälfte der Studenten in Lüneburg wohnt, führt Brei auch auf den immer enger werdenden Lüneburger Wohnungsmarkt zurück. Wohnungs- und Zimmerangebote entlang neuer Strecken mit stündlichem Taktverkehr nach Lüneburg könnten hier Entlastung schaffen, ist er überzeugt. Das wäre nicht nur für Studenten und Beschäftigte sehr attraktiv. Der ländliche Raum um Lüneburg könnte in der Folge sogar mit einer Verjüngung seiner Einwohnerstruktur rechnen, prognostiziert er.

Insgesamt würde der Landkreis aus Sicht der Uni durch die Reaktivierung der Strecken eine neue Ost-West-Entwicklungsachse bekommen, erläutert Brei. Exkursionen ins Umland, zum Beispiel zum Biosphaerium Elbtalaue oder in die Heide, wären schneller und günstiger möglich, zumal der Zugbetrieb auch eine Fahrradmitnahme ermögliche, rührt er die Werbetrommel. Einkaufs- wie Freizeitverkehr könnten von der Reaktivierung mithin ebenso profitieren wie der ländliche Raum, auch der Wissenschaftsstandort Lüneburg würde deutlich gestärkt. lz

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