Mittwoch , 30. November 2022
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Ein Kritikpunkt des ADFC: An der Schießgrabenstraße ist der Radweg sehr schmal.
Ein Kritikpunkt des ADFC: An der Schießgrabenstraße ist der Radweg sehr schmal. (Foto: t&w)

Zu eng, zu ruckelig, zu gefährlich

Was nervt die Radfahrer in Sachen Verkehrsführung in Lüneburg am meisten? Und wie könnte man da Abhilfe schaffen? Das war jetzt Ausgangspunkt für eine Radtour durch die Lüneburger Innenstadt, an der Vertreter des ADFC, der Stadtverwaltung und der Politik teilnahmen. Gesprochen wurde dabei vor allem über Dauerbrenner. Doch es gab auch konkrete Verbesserungsvorschläge.

Lüneburg. Was Touristen als pittoresk empfinden mögen, ist aus Sicht von Fahrradfahrern eher lästig: das Kopfsteinpflaster in Teilen der Innenstadt. Jenes Pflaster war daher jetzt auch eines der Gesprächsthemen bei der ersten verkehrspolitischen Radtour, zu der der Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) eingeladen hatte. Rund 15 Teilnehmer – Mitglieder des ADFC, Vertreter der Stadtverwaltung und Mitglieder des städtischen Mobilitätsausschusses – steuerten verschiedene Stellen im Stadtgebiet an, die aus Sicht der Radfahrervertretung Ärgernisse sind. Nicht nur, um zu meckern, sondern auch, um an Ort und Stelle Lösungsvorschläge zu diskutieren.

Kreisel am Krankenhaus bleibt ein Ärgernis

Konrad Bäumer und Sabine Borchers vom ADFC-Vorstand haben bei der Vorbereitung „Engstellen, Sicherheitsdefizite und fehlende verkehrsplanerisch sinnvolle Radverkehrsführungen“ gefunden, heißt es in einer Pressemitteilung des Kreisverbandes. Viele Kritikpunkte sind bekannt: Das Kopfsteinpflaster natürlich, das etwa am Markt oder in der Bardowicker Straße verlegt ist. Die schlimmste Piste ist aus Sicht des ADFC gleichzeitig Teil des touristischen Ilmenauradweges und beliebtes Ziel für Gäste und Einheimische: die Salzstraße am Wasser, die auch hinter dem Behördenzentrum Auf der Hude entlangführt. Daher appellierte der Club an die Denkmalpflege, dort eine Teilpflasterung mit gesägten Steinen zuzulassen. Aber auch der Kreisel am Krankenhaus ist ein Beispiel dafür, wo Radfahrer schon seit Langem Handlungsbedarf für eine Neugestaltung sehen angesichts der unfallträchtigen Verkehrsführung.

Als kritische Stelle hat der ADFC auch die Scharff-Kreuzung ausgemacht, wo sich der Kreisverband für „innovative Lösungen“ ausspricht. So könne dort mal eine „Rundum-Grün-Ampelschaltung“ ausprobiert werden. Dieses Konzept habe sich in anderen europäischen Ländern, wie den Niederlanden, bewährt. Es habe den Vorteil, dass Abbiegeunfälle so gut wie ausgeschlossen seien, weil Radfahrer und Fußgänger nicht zeitgleich mit Autos, Bussen und Lkw Grünphasen haben, sondern strikt getrennt werden.

Fortsetzung ist für September geplant

Weitere Stationen der Tour, die Anlass für Kritik boten: An den Kreuzungen Wittenberger Bahn/Altenbrückertorstraße sowie Lise-Meitner-Straße/Konrad-Zuse-Allee gebe es keine sicheren Querungslösungen für den Radverkehr. Und die zu geringe Breite benutzungspflichtiger Radwege bleibe ein Problem, als Beispiele nennt der ADFC die Lise-Meitner-Straße, die Willy-Brandt-Straße (an der Zufahrt zum Campus Rotes Feld) und die Schießgrabenstraße.

Einigkeit herrschte bei den Teilnehmern der Tour darüber, dass die Mängelbeseitigung erhebliche Finanzmittel erfordert. Pia Redenius, Vorsitzende des Mobilitätsausschusses, zeigte sich am Ende zufrieden mit der Premiere und dankbar für „die konstruktiven und kreativen Vorschläge des ADFC. Ich freue mich auf künftige verkehrspolitische Radtouren in jedem der Stadtteile.“ Im September ist eine Fortsetzung geplant. War diesmal die Innenstadt dran, so wird die nächste Runde an den Stadtrand führen. lz

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