Dienstag , 29. November 2022
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Nicht nur die Verkehrsteilnehmer bekommen mehr Platz, auch die Grünbereiche werden im Zuge des Umbaus an der Uelzener Straße großzügiger gestaltet.
Nicht nur die Verkehrsteilnehmer bekommen mehr Platz, auch die Grünbereiche werden im Zuge des Umbaus an der Uelzener Straße großzügiger gestaltet. (Foto: Hansestadt Lüneburg)

Zählungen für die Einbahnstraße

Verkehrszählungen sollen untersuchen, wie sich eine mögliche Einbahnstraßenführung in der Uelzener Straße und in der Soltauer Straße auswirken würde.

Lüneburg. Die Stadt ist zufrieden mit dem Fortgang der Bauarbeiten in der Uelzener Straße. „Es läuft wirklich alles rund auf dieser Baustelle“, sagt Tanja Berg aus dem Bereich Straßenbau und lobt auch die „tolle Baufirma“. Seit Ende Februar lässt die Stadt den Verkehrsraum an der östlichen Seite der Straße neu gestalten. Im August soll der Abschnitt zwischen MTV-Sportplatz und Kurpark-Eingang abgeschlossen sein. Die Verwaltung habe den nächsten Bauabschnitt auch bereits ausgeschrieben – das Teilstück von der Goethestraße bis zur Kefersteinstraße. Die Uelzener Straße soll, wenn es dort weitergeht, für den Fahrzeugverkehr weiterhin eine Einbahnstraße mit Fahrtrichtung stadteinwärts bleiben.

Geh- und Radwege werden verbreitert

Bei der Umgestaltung der östlichen Seite der Uelzener Straße werden der Geh- sowie der Radweg erheblich verbreitert (LZ berichtete). Für Radfahrer entsteht ein zwei Meter breiter Radweg plus Sicherheitsstreifen zu Fahrbahn und Parkraum. Verbessert werde auf Wunsch von Bürgern und dem ADFC zudem die Überfahrbarkeit der Fußwege an den Einmündungen ins Rote Feld: Der Übergang vom Rad- auf den Fußweg werde durch den Einbau sogenannter Sinusborde komfortabler gestaltet. Im Bereich der Parkflächen entstehen darüber hinaus diverse Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.

In Höhe der Friedrich-Jahn-Straße baut die Stadt zum Ende des ersten Bauabschnitts eine Verkehrsinsel ein, um dort insbesondere für Schüler der Grundschule eine sichere Überquerung zu ermöglichen. Auch wurde die Bushaltestelle barrierefrei umgebaut.

Verkehrszählung soll in den Sommerferien starten

Ebenfalls umgestaltet werden die Grünbereiche entlang der Straße: Die Bäume bekommen in den größeren Baumscheiben mehr Platz, zusätzliche Bäume werden gepflanzt. Ein neuartiges Substrat mit Anteilen von Vulkangestein sorgt außerdem für eine bessere Versickerung und Wasserspeicherung.

Parallel zu den Bauarbeiten laufen bei der Stadtverwaltung die Vorbereitungen für einen Verkehrsversuch. Untersucht werden soll, wie sich eine mögliche Einbahnstraßenführung in der Uelzener Straße und in der Soltauer Straße auswirken würde. Eine von mehreren geplanten Zählungen soll noch in den Sommerferien starten. Die Zählungen werden jeweils durch Messungen in der Umgebung ergänzt, um auch den Verlagerungsverkehr zu erfassen, heißt es seitens der Stadt. lz

Zwei Negativbeispiele

ADFC benennt Schwachpunkte

Deutliche Kritik äußert der ADFC derweil an zwei anderen, schon fertiggestellten Umbauten: Die von der Stadt als „regelkonforme, für den Radverkehr freigegebene Mischverkehrsfläche“ deklarierte Fläche an der Soltauer Straße entpuppe sich bei näherer Betrachtung als schlichter Gehweg, der mit einem Zusatzzeichen für Radfahrer freigegeben wurde. Weil es ein Gehweg ist, haben Fußgänger hier absoluten Vorrang, deshalb müssten Radfahrer mit Schrittgeschwindigkeit fahren und bei Bedarf anhalten. Der ADFC moniert, dass damit „ein Radweg zurückgebaut wurde, den viele Schüler und Berufstätige nutzten“.

Bei einer neu gepflasterten Wegverbindung am Domänenhof am Kloster Lüne handle es sich sogar ausnahmslos um einen Gehweg. Hier sei der Radverkehr von der Benutzung ausgeschlossen und dürfe sich weiterhin „auf der knochenschüttelnden Buckelpiste nebenan abmühen“. Beide Projekte seien in der „Bilanz der Radverkehrsförderung 2021“ genannt. Für den ADFC steht fest: „Fußwege sind keine Radverkehrsförderung.“

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