Montag , 5. Dezember 2022
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Werden die Glasfaserleitungen in Rehlingen, Oldendorf und Betzendorf verlegt? Das entscheidet sich in Kürze. (Foto: t&w)

Samtgemeinde Amelinghausen: „Zitterpartie“ beim Glasfaserausbau

Eingefrorene Bildschirme und lange Ladezeiten beim Surfen im Netz – damit soll in Rehlingen, Betzendorf und Oldendorf (Luhe) bald Schluss sein. Dort läuft derzeit die Vorvermarktungsphase für den Glasfaserausbau. Wie die Lage vor Ort derzeit aussieht? Eine Übersicht.

Oldendorf (Luhe)

Für Finn Block wird der geplante Internetausbau in Oldendorf (Luhe) auf die letzten Meter noch zur Zitterpartie: Lediglich 35 Prozent der Haushalte haben nach Angaben des Gemeindedirektors bis jetzt ihren Wunsch, ans Glasfasernetz angeschlossen zu werden, verbindlich angemeldet. „Der Betreiber Lünecom braucht aber 70 Prozent, damit sich das wirtschaftlich trägt“, erklärt Block. Am Mittwoch, 13. Juli, endet die Vorvermarktungsphase in der Gemeinde.

Ist die Quote bis dahin nicht erfüllt, sieht der Verwaltungsmitarbeiter „eine einmalige Chance auf den Technologiewechsel“ für die nächsten Jahre vertan. Würde die 70-Prozent-Marke hingegen noch rechtzeitig geknackt, habe die Lünecom zugesichert, noch in diesem Jahr das Netz in Oldendorf zu verlegen. Wer sich in der Vorvermarktungsphase verbindlich anmeldet, erhält einen kostenlosen Hausanschluss, sofern zwischen Grundstücksgrenze und Haus nicht mehr als 15 Meter liegen.

Knackpunkt: In Wohlenbüttel und Neu-Oldendorf rechnet sich der Ausbau derzeit nicht, in der Splittersiedlung Marxen am Berge lediglich, wenn 100 Prozent erreicht werden. „Da beabsichtigt die Samtgemeinde aber Fördergelder zu beantragen, um die grauen Flecken ebenfalls mit schnellem Internet zu versorgen“, berichtet Block.

Rehlingen

Ein ähnliches Bild zeichnet Felix Petersen von der Situation in Rehlingen: Auch hier läuft die Vorvermarktungsphase bis zum 13. Juli, auch hier hatten bei der jüngsten Erhebung des Bürgermeisters Mitte Juni 35 Prozent der Haushalte verbindlich Bedarf angemeldet. Petersen hofft, dass es dabei nicht bleibt.

Er sieht in Sachen Internet in Rehlingen dringend Handlungsbedarf: „Wenn ich an einer Videokonferenz teilnehme, kann meine Mutter nicht ins Internet, sonst friert der Bildschirm ein“, schildert der Bürgermeister die Situation vor Ort. „Nur wenn möglichst viele Einwohner mitmachen, besteht die Chance, dass überhaupt jemand das Angebot eines kostenlosen Hausanschlusses in Anspruch nehmen kann.“

Die unterschriebenen Unterlagen müssten vor dem 13. Juli an die Lünecom zurückgeschickt werden. Wer sich über die Tarife des Glasfasernetzes informieren möchte, findet Informationen dazu auf der Internetseite www.luenecom.de. Antragsformulare gibt es überdies bei den Mitgliedern des Gemeinderates.

Betzendorf

Wenn Winfried Geppert mit Interessenten für Bauplätze in Betzendorf telefoniert, hört er immer wieder zwei Fragen: Was kostet der Quadratmeter? Und: Habt Ihr Glasfaser? Letzteres muss der Bürgermeister zu seinem Bedauern verneinen. Doch das könnte sich bald ändern, sofern bis Freitag, 2. September, etwa 200 Haushalte Bedarf für schnelleres Internet bei der Firma Lünecom anmelden. Neulich gab es eine Info-Veranstaltung in Betzendorf. „Das Interesse war sehr groß“, berichtet Geppert.

Das freut den Bürgermeister, denn Nachfragen kommen nicht nur von künftigen Neubürgern. „Auch die Firmen in der Gemeinde sagen: Leute, wir brauchen besseres Internet, sonst werden wir abgehängt.“ Sofern bis Anfang September die 70-Prozent-Quote erreicht ist, „werden wir sicherlich bis Ende 2023 Glasfaser in der Gemeinde haben“, sagt Geppert.

Etwas komplizierter gestaltet sich die Versorgung in den Siedlungen Zur Alten Heide, Rosengarten und Gut Holtorf. Dort würden unter Umständen Schachtarbeiten für die Kabelverlegung notwendig. „Das kostet natürlich mehr“, weiß Geppert. „Da versuchen wir über Fördermittel eine faire Lösung zu finden, damit die Leute dort nicht abgehängt werden.“

Von Anna Petersen

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