Sonntag , 4. Dezember 2022
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IHK Lüneburg
IHK-Gebäude in der Heiligengeiststraße. Statt eines Neubaus wird gerade ein Umbau der IHK geprüft. (Foto: t&w)

IHK Lüneburg: Umbau statt Neubau?

Das Großprojekt "Neubau der IHK" könnte zu einem Umbau abgeändert werden. Die Variante wird gerade vom zuständigen Architekturbüro geprüft. Ein Umbau könnte am Ende weniger Zeit und Platz beanspruchen.

Lüneburg. Zu alt, zu wenig Platz: Die Gebäudeteile der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg aus den 70er Jahren, die in der Grapengießer- und Heiligengeiststraße liegen, sollen einem Neubau weichen – so war bislang der Plan. Jetzt prüft das zuständige Architekturbüro, "ob entgegen den ersten Überlegungen aus dem Architektenwettbewerb doch in größerem Umfang bestehende Bausubstanz erhalten werden kann", heißt es im neuen Newsletter der IHK.

Also Umbau statt Neubau? "Wir sprechen lieber von Weiterbau", sagt Andreas Heller vom Architekturbüro Heller Architects & Designers Hamburg. Aber ja, darauf könne es hinaus laufen. Grund dafür seien neue Erkenntnisse bei der Statik. "Es stellte sich auch die Frage, wie sehr greift man in die Nachbarschaft und in den öffentlichen Raum ein", sagt Andreas Heller.

Umbauten auch im Innenbereich?

Noch könne er nicht absehen, was die Umbau-Variante für die Baustelle genau bedeuten würde. Allerdings könne ein Weiterbau schneller fertig sein als ein Neubau und die Baustelle auch weniger Platz beanspruchen. Ob die vorhandenen Gebäudeteile im Falle eines Weiterbaus lediglich nach oben hin aufgestockt werden oder dazu auch im Innenbereich umgebaut wird, steht noch nicht fest. Gemacht werde am Ende, was die wenigsten Nachteile bringt.

Für die IHK ist klar: auch mit der Umbau-Variante soll am eigentlichen Ziel – Erweiterungsfläche und Qualitätsverbesserung – festgehalten werden. Gespräche mit der Bundesstiftung Baukultur hätten "interessante Perspektiven für die Umbauvariante ergeben, gerade angesichts der aktuellen Diskussionen rund um nachhaltiges Bauen und der allgegenwärtigen Ressourcenfrage", heißt es seitens der IHK.

Bodenuntersuchungen in der letzten Juli-Woche

Wichtig für die weitere Planung werden die Ergebnisse aus den Baugrunduntersuchungen sein, die in der letzten Juli-Woche circa drei Tage lang rund um die IHK durchgeführt werden. Laut Daniel Fischer, Geotechniker bei der zuständigen Firma Baugrundlabor Lüneburg, werde gut neun Meter tief ins Erdreich gebohrt, um die Beschaffenheit und Dichte des Bodens zu analysieren. "Es gibt zwar geologische Karten, die einem verraten, was man erwarten kann, doch im norddeutschen Raum verzahnen sich die Erdschichten häufig, daher kann es punktuelle Abweichungen geben."

Sand wäre kein Problem für die Tragfähigkeit eines schweren Gebäudes. Aber weicher Lehm könnte das Bauprojekt erschweren. Ein K.O.-Kriterium wäre es zwar nicht, denn: "machbar ist vieles", sagt Fischer. Doch wie so oft geht es dann um die Frage des Geldes.

Sorgen anliegender Gastronomen

Für das gesamte Bauvorhaben sind 25 Millionen Euro berechnet worden. Die IHK will "sehr aufmerksam die Schwankungen und Preissteigerungen beobachten, nicht nur im Baugewerbe". Und auch die Nachbarschaft der IHK wird die Entwicklungen sicher genau beobachten. Diese hatte teils deutliche Kritik zu den Neubau-Plänen geäußert. Gastronomen fürchteten nach Corona die nächste Katastrophe – Kundenschwund in der Bauphase und danach, weil die Aufstockung der IHK-Gebäude etwa die Heiligengeiststraße stärker beschatten würde.

Von Laura Treffenfeld

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