Sonntag , 4. Dezember 2022
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Der Kreisel am neuen Baugebiet Schnellenberger Weg wird derzeit gebaut, daher ist die L216 in diesem Bereichi n Reppenstedt seit Montag für die kommenden drei Wochen gesperrt.
Der Kreisel am neuen Baugebiet Schnellenberger Weg wird derzeit gebaut, daher ist die L216 in diesem Bereichi n Reppenstedt seit Montag für die kommenden drei Wochen gesperrt. (Foto: Boldt)

Reppenstedt: Punkte sammeln für den Traum vom Haus

Die Preisspanne steht schon fest – 280 bis 360 Euro pro Quadratmeter müssen Interessenten zahlen, wenn sie sich einen Platz im neuen Baugebiet Schnellenberger Weg sichern wollen. Doch Geld reicht allein reicht nicht: Bewerber müssen bestimmte Kriterien erfüllen.

Reppenstedt. Die Konkurrenz ist groß: Wer sich für ein Baugrundstück im neuen Reppenstedter Baugebiet „Schnellenberger Weg“ interessiert, stößt auf jede Menge Mitbewerber. 59 Grundstücke für Einfamilienhäuser und zehn für Doppelhäuser stehen zur Verfügung, gut 1900 Interessierte haben sich bereits bei der Gemeinde auf eine Liste setzen lassen. Für sie alle heißt es jetzt: Punkte zählen. Denn nur wer möglichst viele Kriterien erfüllt, hat die Chance, an eines der begehrten Grundstücke zu gelangen.

Der Gemeinderat Reppenstedt hat während seiner jüngsten Sitzung eine Vergaberichtlinie für die Bauplätze beschlossen. Nach einem Punktesystem sollen diejenigen Interessenten herausgefiltert werden, die als potenzielle Käufer in die engere Wahl kommen. Die Bewerber mit den höchsten Punktzahlen erhalten den Zuschlag, bei Punktegleichheit entscheidet das Los. Bis zu 70 Punkte gibt es demnach für soziale Aspekte, etwa für die Anzahl der Kinder. Auch wer sich schon lange ehrenamtlich in Vereinen, Feuerwehr oder Kirche engagiert, sammelt Extra-Punkte. Dazu ist ein abgestufter Punktebonus für Bewerber vorgesehen, die bereits in Reppenstedt, Gellersen oder im Landkreis Lüneburg wohnen oder arbeiten. Das sei für die Gemeinde ein wichtiger Aspekt, sagt Gemeindedirektor Steffen Gärtner: „Wir wollen ja nicht den Wohnungsdruck aus Hamburg hierher übertragen, sondern den Leuten, die bereits einen Bezug zu Reppenstedt haben, ermöglichen, hier einen Bauplatz zu kriegen.“

Bis zu 360 Euro pro Quadratmeter

Auch die Grundstückspreise wurden festgesetzt: Je nach Lage kostet ein Quadratmeter Bauland zwischen 280 und 360 Euro. „Das sind vertretbare Preise“, sagt Gärtner. Damit liege man etwa einhundert Euro unter dem Quadratmeterpreis im nahegelegenen städtischen Baugebiet am Wienebütteler Weg. Geplant ist, dass sich Interessierte ab dem Spätsommer über ein Online-Portal verbindlich bewerben können.

Die Bauplätze für insgesamt zehn Reihenhäuser werden an Investoren verkauft, die den Verkauf der einzelnen Häuser ebenfalls nach dem Punktesystem abwickeln müssen. Die Grundstücke für Mehrfamilienhäuser werden zum Teil nach Höchstgebot an Investoren gehen, fünf davon sind für sozial geförderten Wohnraum reserviert.

Hier kommt erstmals auch die neu gegründete Bau- und Grundstücksverwaltungsgesellschaft der Samtgemeinde Gellersen als Käuferin zum Zuge. Etwa 60 Wohneinheiten im preisgünstigen Segment sollen entstehen, davon sind 50 sozial geförderte Wohnungen mit Mietpreisbindung.

Das Ziel sei auch, bezahlbaren Wohnraum dauerhaft zu sichern, nämlich auch nach dem Auslaufen der gesetzlich festgesetzten Mietpreisbindung, sagt Verwaltungschef Gärtner: „Wir wollen bezwecken, dass die Wohnungen zu einem bezahlbaren Preis am Markt bleiben. Das soll auch ein Beitrag gegen die Wohnungsnot sein.“

Von Ute Klingberg-Strunk

Punktesystem

Die Vergaberichtlinie, die Gemeinderat und Verwaltung erarbeitet haben, sieht genau das vor: Mit Hilfe eines Punktesystems wählt die Gemeinde aus den Bewerbungen jene aus, die als Käuferinnen und Käufer besonders in Frage kommen. Für einen Ortsbezug gibt es bis zu 70 Punkte, zum Beispiel für Interessierte, die bereits im Landkreis Lüneburg – besser noch in Reppenstedt – wohnen, oder dort arbeiten. Ebenfalls bis zu 70 Punkte gibt es für soziale Aspekte, zum Beispiel für Familien mit mehreren Kindern. Langjähriges ehrenamtliches Engagement belohnt die Gemeinde mit bis zu 40 Punkten. Bewerberinnen und Bewerber mit den höchsten Punktzahlen erhalten den Zuschlag. Bei Punktgleichheit entscheidet das Los.

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