Freitag , 2. Dezember 2022
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Wendisch Evern will Tempo 30 auf Straßen einführen.
Wendisch Evern will Tempo 30 auf Straßen einführen. (Fotomontage: be)

Im ganzen Ort: Tempo 30 in Wendisch Evern

Weniger Lärm und mehr Lebensqualität: Der Landkreis genehmigt Wendisch Evern wegen besonderer Voraussetzungen eine Geschwindigkeitsbegrenzung. 

Wendisch Evern. Von einem Ende der Dorfstraße bis zum anderen sind es etwa 800 Meter, mit dem Auto benötigt man dafür rund zwei Minuten. In Zukunft eine mehr. Der Landkreis Lüneburg hat den Antrag der Gemeinde Wendisch Evern genehmigt, vielen Bürgern damit einen Wunsch erfüllt: Der ganze Ort wird zur Tempo-30-Zone. Das hatte auch der Rat einstimmig gefordert.

Schon 2005 hatte die SPD einen entsprechenden Antrag gestellt, war aber wiederholt an den unterschiedlichsten Hürden gescheitert. Jetzt hatten die Grünen das Ansinnen wieder auf die Tagesordnung gehoben und den Plänen neuen Schwung gegeben – mit Erfolg. „Unsere infrastrukturelle Situation hat sich dabei aber nicht verändert“, erklärt Bürgermeister Rainer Leppel, „die Einstellung der Entscheidungsträger schon.“ Habe in der Vergangenheit die Gefährdungslage der Bevölkerung im Fokus der Genehmigungsbehörde gestanden, sei es nun auch deren Wohlbefinden. Und dem werde jetzt Rechnung getragen.

Kleiner Schritt von Theorie zur Praxis 

In jeder Gemeinde sei eine flächendeckende Tempo-30-Zone aber nicht einführbar, weiß der Bürgermeister, denn dafür bedürfe es einiger Voraussetzungen: „Zum einen haben wir in Wendisch Evern keinen Durchgangsverkehr, zum anderen gibt es keine bevorrechtigten Straßen. Und dann haben wir auch keine Ampeln oder Querungshilfen für Radfahrer oder Fußgänger. Das wäre im Sinne der Gestaltungsvorlagen nicht zulässig.“ Von der Theorie zur Praxis ist es letztlich noch ein kleiner Schritt: „Wir müssen nur die ohnehin schon existierenden Tempo-30-Schilder an die Ortseingänge stellen“, sagt Leppel, „und haben durch diese doch kleine Maßnahme ganz Großes erreicht.“ Weniger Schadstoffausstoß und weniger Lärm, dafür aber mehr Sicherheit und Lebensqualität: Die besondere Lage des Ortes macht es möglich.

Von Ute Lühr

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