Mittwoch , 28. September 2022
Anzeige
Thorsten Link ist wieder unterwegs in der Heide. Tausende Fotos wird er noch bis zum Ende der Saison machen.
Thorsten Link ist wieder unterwegs in der Heide. Tausende Fotos wird er noch bis zum Ende der Saison machen. (Foto: Heide Tourismus)

Thorsten Link: Die digitale Brille der Heide

Thorsten Link ist von Juli bis September als Fotograf für das Blütenbarometer unterwegs – ein Ortstermin.

Lüneburg. Es ist kurz nach vier, der Wecker klingelt. Die Zeit ist knapp, Thorsten Link, Leiter Content Marketing bei der Lüneburger Heide GmbH, muss sich beeilen. In weniger als einer Stunde geht die Sonne über der Heide auf, und er muss noch 20 Minuten fahren. Anziehen, Zähneputzen, Kaffee trinken – alles muss schnell gehen. Die Ausrüstung liegt schon im Auto, es geht los. Der Zeitpunkt zum Fotografieren ist perfekt: Über dem Boden zieht der Frühnebel hinweg, und auf den Spinnennetzen in den Pflanzen reiht sich der Morgentau wie kleine Perlenketten. Allmählich überstrahlt das Licht der aufgehenden Sonne die weite Landschaft, der Wacholder wirft lange Schatten.

So war es im August 2021. In diesem Jahr beginnen die langen Tage für Thorsten Link vermutlich bereits Ende Juli. Denn das warme Wetter und der gelegentliche Regen waren in diesem Jahr ein Turbo für die Heideblüte. Schon Mitte Juni fing die Glockenheide im Wacholderwald Schmarbeck und im Pietzmoor an zu blühen. Die Naturkundigen der Region gehen davon aus, dass auch die Besenheide früher als sonst ihre ersten Blüten zeigt (der WA berichtete). Allgemein lautet die Faustregel für den jährlichen Lila-Farbenrausch: 8. August bis 9. September.

Ein straffes Programm

Bald hat Thorsten Link die ersten Fotos im Kasten. Bevor es zum nächsten Standort geht, hält er inne, atmet ein. Die Luft ist klar und riecht feucht so früh am Tag. Ein besonderer Moment. Das Handy vibriert, ein Kollege, der parallel unterwegs ist, schickt ihm Bilder. Thorsten guckt auf die Uhr, er muss weiter. Sechs Heideflächen hat er sich vorgenommen. Ein straffes Programm an diesem Augusttag. Aber die Besenheide blüht und es ist Hauptsaison in der Lüneburger Heide.

Links Bilder müssen schnell online gehen, ins Heideblüten-Barometer eingepflegt werden. Denn gerade jetzt wird die Themenseite der Lüneburger-Heide-Website Millionen Male aufgerufen. Urlaubssuchende wie Gäste vor Ort informieren sich, um ihre Reise zu buchen oder Ausflüge zu planen. Hoteliers und Gastgeber schauen nach; sie wollen ihren Feriengästen die schönsten Ecken empfehlen. Wo blüht es schon gut, wo noch nicht? Noch im Auto wählt Thorsten die besten Aufnahmen aus und lädt sie über Cloud und Datenbank auf die Website. Eine kurze Beschreibung zum Standort, ein Vierzeiler nur, aber detailreich. Geschafft, wieder eine Heidefläche live. Gegen Mittag folgt eine längere Pause, das Licht ist jetzt zu grell zum fotografieren. Thorsten entspannt etwas.

Bilder werden gesichtet und archiviert 

Als er an diesem Tag die letzten Bilder der blühenden Heide hochlädt, ist es nach 22 Uhr. Er sitzt wieder im Auto. Die Sonne ist nicht mehr zu sehen, aber ihre Wärme umhüllt den späten Abend. Die blaue Stunde hat begonnen. Feierabend. Link dreht den Zündschlüssel um und startet den Wagen. Seine Thermoskanne ist schon lang leer, sein Nacken zwickt, die Augen sind müde.

Aber er ist zufrieden, der Sonnenuntergang war so perfekt, dass er gleich eine Live-Übertragung in die Social Media Kanäle geschaltet hat. Morgen klingelt der Wecker später, er fährt erst mittags ins Büro. Die Bilder müssen gesichtet und archiviert werden, Videos geschnitten und die Speicherkarte wieder frei gemacht für das nächste Update aus der Heide. Ein Kollege übernimmt so lange, denn die Lüneburger Heide will immer aktuell sein.

Zu Hause prüft Thorsten noch einmal die Kommentare der User in Instagram und Facebook. Er lächelt zufrieden, sein Einsatz wird honoriert. lz

Zur Sache

Das Heideblüten-Barometer

Die Heideblüte könnte in diesem Jahr bereits Ende Juli beginnen. Das Heideblüten-Barometer der Lüneburger Heide GmbH informiert mit tagesaktuellen Bildern und detaillierten Beschreibungen über die Entwicklung und das Fortschreiten des Blütenstandes. Chronologisch sortiert, gibt das Angebot ein verlässliches Bild zu den mehr als 40 Heideflächen zwischen Hamburg-Fischbek und Wienhausen bei Celle . Dahinter steht ein rund 12-köpfiges Team um Thorsten Link, das in der Blütezeit zwischen Juli und September täglich unterwegs ist und den Stand dokumentiert. Zu finden ist das Angebot auf der Internetseite www.lueneburger-heide.de.

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.