Mittwoch , 28. September 2022
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Die Elbbrücke bei Geesthacht darf ab dem 25. August wieder von leichteren Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen befahren werden. Eine Hälfte der Fahrbahn wird in zwei schmale Fahrstreifen geteilt - wie schon vor der Vollsperrung. (Foto: A/tja)

Elbbrücke Geesthacht ab 25. August frei für den Verkehr

Die Sperrung der Elbbrücke Geesthacht endet am 24. August. Einen Tag später wird die Brücke wieder teilweise für den Verkehr freigegeben – das Nadelöhr bleibt trotzdem.

Marschacht. Ab Donnerstag, 25. August, soll der Verkehr über die derzeit gesperrte Elbbrücke Geesthacht im Verlauf der Bundesstraße 404 rollen. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) hat am Freitagnachmittag den Zeitplan für die weitere Sanierung vorgelegt. Die Fertigstellung der gesamten Maßnahme ist demnach für Ende 2024 geplant. Die Straßenbaubehörde betont jedoch: „Die Sanierungsarbeiten in 2023 und 2024 werden aller Voraussicht nach keine größeren Verkehrseinschränkungen mehr nach sich ziehen.“

Aktuell bleibt die Brücke für den Verkehr noch bis Mittwoch, 24. August, komplett gesperrt. „Im Anschluss geht es weiter mit der Instandsetzung an der Brückenoberseite im östlichen Bereich zur Herstellung des Geh- und Radweges vom 25. August bis etwa Oktober – mit einspuriger Verkehrsführung in jede Fahrtrichtung“, teilt der Landesbetrieb mit. Eine Hälfte der Fahrbahn auf der Brücke wird also in zwei schmale Fahrtstreifen aufgeteilt.

Sonderregelung für den ÖPNV

Für Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen gilt dann maximal Tempo 30. Für größere gelten weiterhin die bisherigen Umleitungsstrecken. Für den ÖPNV werde eine Sonderregelung entsprechend der Zeit vor der Vollsperrung geprüft, kündigt die Straßenbaubehörde an. Fußgänger und Radfahrer überqueren die Brücke dann auf der Westseite. Die Breite beträgt 1,60 Meter.

Planmäßig geht es laut Landesbetrieb von Oktober bis Ende des Jahres weiter mit den Instandsetzungsarbeiten der Bauwerksoberseite im westlichen Bereich: Geh- und Radweg dort werden saniert – voraussichtlich sei auch hier die Instandsetzung von Schäden an den Deckblechen nötig. „Dies kann erst nach Freilegen der Fahrbahntafel abschließend beurteilt werden.“

Der Verkehr rollt in dieser Bauphase erneut in einspuriger Verkehrsführung in jede Fahrtrichtung bei einer maximalen Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern für Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen über die Brücke. Für den ÖPNV wird es wiederum eine Sonderregelung wie bei den Arbeiten an der Ostseite geben. Fußgänger und Radfahrer gelangen auf der Ostseite über die Wehrbrücke – bei einer Wegbreite von 2,50 Metern.

Freigabe Ende des Jahres - trotzdem bleiben Einschränkungen

Ab Ende dieses Jahres wird der Verkehr für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen wieder komplett freigegeben – so der momentane Plan. Aber: „Sollte sich herausstellen, dass das Schadensausmaß in den Deckblechen begrenzt ist, kann dies früher erfolgen.“

Ab Frühjahr 2023 gehen die Instandsetzungsarbeiten weiter. Einzige Verkehrseinschränkungen sind dann eine teilweise Reduzierung der Fahrstreifenbreite und vereinzelte einspurige Verkehrsführungen am Abend und in der Nacht zwischen 19 Uhr bis 5 Uhr früh – etwa für besondere Kraneinsätze.

Die beiden Geh- und Radwege sollen zu diesem Zeitpunkt bereits wieder zur Verfügung stehen. „Lediglich für einzelne Arbeitsschritte kommt es zu kurzzeitigen Sperrungen auf der Geh- und Radwegseite Ost für Anlieferungen auf der Baustelle“, räumt die Behörde ein. Geplante Arbeiten dieser Bauphase: Instandsetzung von Stahlstützen sowie Lagerwechsel.

Kosten derzeit bei knapp 15 Millionen Euro

Im Jahr 2024 soll der Korrosionsschutz an der Bauwerksunterseite sowie die Entwässerung an der Bauwerksunterseite erneuert werden, daher steht der Radweg auf der Ostseite nicht durchgehend zur Verfügung. Die Kosten der Gesamtsanierungsmaßnahmen belaufen sich derzeit auf knapp 15 Millionen Euro.

Inzwischen liegen die Ergebnisse der weiteren Schadensanalyse an den tragenden Stahlteilen der Brücke vor: Eine umfangreiche Untersuchung der Schäden durchgeführt, unter anderem kamen Ultraschall-Untersuchungen sowie die Entnahme von Bohrkernen im Brückenstahl zum Einsatz.

Mithilfe dieser Methoden konnten die Schäden am Bauwerk an der Ostseite eingegrenzt und identifiziert werden und durch umfangreiche Schweißarbeiten behoben. Die Instandsetzung dieser Schäden an der Ostseite ist mittlerweile fast vollständig abgeschlossen. lz

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