Mittwoch , 30. November 2022
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Die trockengelegte Schifffahrtsöffnung
In der trockengelegten Schifffahrtsöffnung wird derzeit an der elbseitigen Sperrlinie gearbeitet. In der kommenden woche werden neue Stemmtore eingebaut. (Foto: NLWKN)

Koloss auf dem Weg zum Ilmenau-Sperrwerk

So etwas wie 1962 soll sich in der Region nicht wiederholen: Damals hatte die schwere Sturmflut weite Teile des Großraumes Hamburg überflutet. Das Ilmenau-Sperrwerk in Hoopte soll helfen, solche Katastrophen zu verhindern.

Harburg/Lüneburg. Die Grundinstandsetzung des Ilmenau-Sperrwerks in Hoopte im Landkreis Harburg geht weiter voran: Im Rahmen des zweiten Bauabschnitts zur Erhöhung und Ertüchtigung der knapp 50 Jahre alten Küstenschutzanlage ist in der kommenden Woche vom 8. bis 13. August eine weitere Vollsperrung der über das Sperrwerk führenden Elbuferstraße K50 erforderlich. Hintergrund der Sperrung ist der Einbau der beiden neuen, je 40 Tonnen schweren elbseitigen Stemmtore (LZ berichtete). Sie schützen künftig vor dem Wasser der Elbe.

Schutzniveau wird deutlich erhöht

„Die neuen und höheren Stemmtore werden wesentlich zur Erhöhung des Schutzniveaus in den Ilmenau- und Luheniederungen beitragen“, betont Projektleiter Stefan Löhn vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Lüneburg (NLWKN). Bereits seit August 2020 wird auf der Baustelle in Hoopte an der Verbesserung des Sturmflutschutzes für die Ilmenau- und Luheniederungen mit der Stadt Winsen (Luhe) gearbeitet. Um den Einbau der neuen Tore vorzubereiten, waren umfangreiche Anpassungen des Massivbaus am Sperrwerk erforderlich. Unter anderem mussten die Drempel, die seitlichen Dichtungsanschläge in den Wendesäulen, die Spur- und Halslager sowie die Nischen für die Antriebszylinder angepasst werden. Erst danach können die neuen Stemmtore eingebaut werden.„Für diese Arbeiten steht aus hydrologischen und aus Gründen der Sturmflutsicherheit eben nur das Sommerhalbjahr zur Verfügung“, sagte Projektleiter Stefan Löhn. Voraussichtlich ab Mitte September kann die Anlage wieder geflutet werden.

Umleitungen sind ausgeschildert

Der Verkehr aus Richtung Hoopte in Richtung Drage und Geesthacht wird über die Hoopter Straße, den Altstadtring, den Tönnhauser Weg (L217) und die Drager Straße umgeleitet. Die Umleitung für den Verkehr aus Richtung Geesthacht/Drage in Richtung Hoopte und Stelle erfolgt in umgekehrter Richtung. Die Umleitungen sind entsprechend ausgeschildert.

Das Ilmenau-Sperrwerk war als Reaktion auf die schwere Sturmflut von 1962 erbaut worden. Nach fast 50 Betriebsjahren mit rund 100 Schließvorgängen pro Jahr haben die Steuerungs- und Elektrotechnik, die Hydraulik und der Stahlwasserbau des Sperrwerks das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht. Bis 2023 soll die Anlage deshalb grundlegend modernisiert werden. lz 

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